Sie packen Ihre Koffer für ein wohlverdientes Wochenende, doch bevor Sie das Haus verlassen, fällt Ihr Blick auf das Thermostat. Die Versuchung, die Heizung komplett abzuschalten, um Energie zu sparen, ist groß. Doch Vorsicht: Diese scheinbar clevere Sparmaßnahme kann sich schnell in einen kostspieligen Fehler verwandeln, der Ihre Heizkostenrechnung sprengt und sogar Ihrer Wohnung schaden kann.
Die Rede ist von einem einfachen, oft übersehenen Detail am Heizkörper, das vor jedem Wochenendtrip Beachtung finden sollte. Wer diesen kleinen Kniff kennt, vermeidet nicht nur teure Nachzahlungen, sondern schützt auch das eigene Zuhause vor unerwünschten Überraschungen.
Muss die Heizung wirklich ausgeschaltet werden?
Die häufigste Frage, die sich Hausbesitzer stellen, bevor sie aufbrechen: Sollte die Heizung komplett abgedreht werden, wenn man nur für ein paar Tage weg ist? Die kurze Antwort lautet: Meistens nein. Das komplette Ausschalten kann nämlich zu mehr Problemen führen, als es löst.

Warum das keine gute Idee ist
- Nachheiz-Schock: Wenn Ihre Wohnung komplett auskühlt, muss das Heizsystem beim Wiedereinschalten Höchstleistungen erbringen, um Wände, Möbel und die Luft aufzuheizen. Das kostet deutlich mehr Energie, als eine konstant geringe Grundtemperatur zu halten.
- Schimmelgefahr: In einem unbeheizten Raum bildet sich leichter Kondenswasser, besonders in selten genutzten oder schlecht belüfteten Ecken. Dies ist der perfekte Nährboden für unschöne und ungesunde Schimmelbildung an Wänden und Decken.
- Gefahr für Leitungen: Bei tiefen Minusgraden im Winter können Wasserleitungen einfrieren und platzen. Ein Schaden, der schnell zu einem Wasserschaden in Ihrem Zuhause führen kann.
Die bessere Lösung? Die Heizung nicht komplett abzuschalten, sondern die Temperatur deutlich zu senken.
Die ideale Einstellung: Wie warm sollte es sein?
Für eine Abwesenheit von wenigen Tagen geht es darum, die Waage zwischen Energieersparnis und dem Schutz Ihres Zuhauses zu finden. Experten empfehlen hier klare Richtwerte:
- 12 bis 14°C: Das ist die ideale Temperatur, um eine Grundwärme zu erhalten und gleichzeitig den Verbrauch gering zu halten. So vermeiden Sie Feuchtigkeit und Frostschäden, ohne unnötig zu heizen.
- 16°C bei schlechter Dämmung: Wenn Ihr Haus nicht optimal gedämmt ist, sollten Sie nicht unter 16°C gehen. So verhindern Sie zu starke Temperaturschwankungen.
- 8 bis 10°C bei langer Abwesenheit: Für Urlaube von mehreren Wochen können Sie die Temperatur weiter senken. Seien Sie jedoch vorsichtig bei Frostgefahr und schützen Sie Ihre Rohrleitungen gut.
Zusätzliche Spartipps, bevor Sie gehen
Die richtige Einstellung am Heizkörper ist nur ein Teil der Energiesparstrategie. Mit diesen einfachen Handgriffen machen Sie Ihr Zuhause wochenendtauglich:

- Isolierung optimieren: Schließen Sie Rollläden und dicke Vorhänge. Das hält die Wärme drinnen. Dichten Sie Zugluft unter Türen mit Türdichtungskeilen ab.
- Geräte vom Netz nehmen: Ziehen Sie Stecker von Geräten im Standby-Modus (Fernseher, Router, Laptops). Das spart die sogenannte „Phantomenergie“.
- Wasserhahn sichern: Bei starkem Frost im Winter kann es ratsam sein, die Hauptwasserzufuhr abzudrehen, wenn niemand nach dem Rechten sieht.
Das oft vergessene Detail: Die Lüftung
Man neigt dazu, alles dicht zu machen, um die Wärme zu halten. Doch gerade dann ist eine gute Belüftung wichtig. Ein geschlossener Raum ohne Luftaustausch fördert Kondenswasser und muffigen Geruch.
Der Trick: Lassen Sie Ihre Lüftungsanlage (falls vorhanden) einfach weiterlaufen. Sie verbraucht kaum Strom, sorgt aber für frische Luft und beugt Feuchtigkeitsproblemen vor.
Ein letzter Rat für Ihre Abwesenheit
Zusammenfassend lässt sich sagen: Schalten Sie Ihre Heizung vor dem Wochenende nicht komplett aus, sondern stellen Sie sie auf eine niedrige Grundtemperatur ein. Ergänzen Sie dies durch das Schließen von Rollläden, das Entfernen von unnötigen Geräten und die Überprüfung der Wasserleitungen. Aber hier kommt noch ein Tipp, an den wenige denken: Geben Sie Ihrem Nachbarn oder einem guten Freund Bescheid, dass Sie weg sind. Im Notfall (Rohrbruch, Heizungsausfall) kann diese Person schnell eingreifen und Schlimmeres verhindern.

