Das japanische Kiyomeru-Konzept: Warum Putzen Ihr Wohlbefinden steigert

Das japanische Kiyomeru-Konzept: Warum Putzen Ihr Wohlbefinden steigert

Ihre Küche gleicht nach dem Kochen einem Schlachtfeld? Staub sammelt sich trotz regelmäßiger Bemühungen an? Viele von uns kämpfen mit der täglichen Herausforderung, unser Zuhause ordentlich zu halten, und empfinden Putzen oft als lästige Pflicht. Aber stellen Sie sich vor, es gäbe einen Ansatz, der nicht nur für Sauberkeit sorgt, sondern auch innere Ruhe und Wertschätzung fördert. Genau das entdeckte meine Mutter vor über vierzig Jahren in Japan – ein Konzept, das bis heute unser Leben verändert hat.

Es ist über vier Jahrzehnte her, da reiste meine Mutter nach Japan. Damals gab es weder Smartphones, Google Maps noch Instagram. Monatelang pflegte sie eine Brieffreundschaft, die zu einer Einladung führte: Statt in einem Hotel sollte sie bei ihrer Freundin wohnen. So erlebte sie die Kultur und den Alltag abseits der Touristenpfade hautnah. Mit unzähligen Erinnerungen, Fotos und Geschichten brachte sie aber noch etwas Wertvolles mit nach Hause, das sie – und inzwischen auch mich – bis heute prägt: Kiyomeru.

Was ist Kiyomeru wirklich?

Die Übersetzung aus dem Japanischen für „Kiyomeru“ lautet „reinigen“ oder „läutern“. Wer hier nun einen klassischen Putzplan oder einen schnellen 10-Minuten-Hack erwartet, wird überrascht sein. Kiyomeru ist weit mehr als das.

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Mehr als nur Sauberkeit: Ein Akt der Wertschätzung

Beim Kiyomeru geht es darum, das Putzen nicht als lästige Pflicht zu betrachten, sondern als eine bewusste Handlung. Eine Handlung der Wertschätzung – für die Dinge, die uns umgeben, für unser Zuhause und letztlich auch für uns selbst. Die Reinigung vollzieht sich dabei nicht nur auf physischer Ebene, sondern wirkt sich auch mental aus. Wenn wir Ordnung um uns herum schaffen, schaffen wir gleichzeitig mehr Ruhe in unserem Inneren.

Warum dieses Konzept so anders ist

Was Kiyomeru von herkömmlichen westlichen Putzroutinen unterscheidet, ist der zentrale Fokus auf Achtsamkeit und Dankbarkeit. Anstatt beim Putzen nebenbei Musik zu hören, Serien zu schauen oder einfach nur schnell fertig werden zu wollen, lädt Kiyomeru dazu ein, ganz im Moment präsent zu sein.

Das bedeutet keineswegs, dass Sie auf moderne Haushaltsgeräte verzichten müssen. Die schmutzige Tasse in der Spülmaschine ist praktisch. Aber sie ab und zu bewusst von Hand zu spülen, kann Ihnen eine völlig neue Perspektive eröffnen. Betrachten Sie das Muster auf der Tasse, das Sie bisher nie wirklich wahrgenommen haben. Oder die kleine Macke, die ihr einen einzigartigen Charakter verleiht? Wenn Sie sich die Zeit nehmen, einen Gegenstand achtsam per Hand zu reinigen, sehen Sie Ihre alltäglichen Dinge mit neuen Augen.

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Weniger Stress durch bewussteres Putzen

Gerade in unserem oft überfrachteten Alltag, wenn die To-Do-Listen endlos erscheinen, kann Putzen schnell zu einem zusätzlichen Stressfaktor werden. Kiyomeru setzt genau hier an. Es versteht das Putzen als einen Akt der Dankbarkeit gegenüber unseren Besitztümern und unserem Zuhause, nicht als eine Last.

Selbstverständlich ist es in einem vollen Haushalt mit Kindern, Haustieren oder einem anspruchsvollen Job nicht immer möglich, jede Putzaufgabe langsam und mit voller Konzentration auszuführen. Aber bereits kleine Rituale können im Alltag Wunder wirken:

  • Ordnen Sie die Kissen auf dem Sofa bewusst neu an und genießen Sie den Moment.
  • Verlassen Sie abends die Küche mit dem Gefühl, sie bewusst sauber und ordentlich hinterlassen zu haben – so vermeidet man nicht nur Schmutz, sondern auch emotionalen Ballast.

Halten Sie beim Reinigen, selbst wenn Sie es eilig haben, immer wieder kurz inne. Schätzen Sie die Gegenstände, die Sie besitzen und im Alltag nutzen. Wischen, Waschen und Aufräumen müssen ohnehin erledigt werden. Warum sollten wir diese Tätigkeiten nicht nutzen, um kurz abzuschalten und einen Moment der Ruhe zu finden, anstatt uns noch mehr unter Druck zu setzen?

Haben Sie schon einmal einen Moment innegehalten, um bewusst einen einfachen Gegenstand zu reinigen und dabei seine Form oder Farbe zu schätzen? Teilen Sie Ihre Gedanken und Erfahrungen in den Kommentaren!

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