Februar kann sich in Österreich manchmal wie eine Verlängerung des Winters anfühlen, und obwohl Ihre Pflanzen draußen vielleicht gut geschützt sind, lauern unsichtbare Gefahren. Viele Gärtner übersehen einen häufigen, harmlosen Gegenstand unter ihren Topfpflanzen, der bei sinkenden Temperaturen zu einem tödlichen Fallen wird. Es ist nicht die Kälte selbst, sondern ein scheinbar nützliches Objekt, das die Wurzeln zum Erfrieren und Verrotten bringt. Konzentrieren wir uns auf dieses entscheidende Detail, das über Leben und Tod Ihrer Pflanzen in diesem Monat entscheiden kann.
Die trügerische Wasserreserve, die zur Eisfläche wird
Im Sommer ist der Untersetzer ein Segen. Er hält die kostbare Feuchtigkeit im Topf und verhindert, dass die Erde unter der prallen Sonne schnell austrocknet. Doch sobald die Temperaturen sinken, kehrt sich diese Logik komplett um. Was einst Leben spendete, wird zur unmittelbaren Gefahr, wenn das Thermometer den Gefrierpunkt erreicht.
Die heimtückische Ansammlung von Regenwasser und Schmelzschnee
Das Hauptproblem ist die natürliche Wasserzufuhr. Im Winter, besonders im Februar, wenn Niederschläge reichlich fallen können, sickert Regenwasser oder geschmolzener Schnee in den Topf und sammelt sich im Untersetzer. Im Gegensatz zum Sommer findet kaum Verdunstung statt. Das Wasser steht und sammelt sich Tag für Tag, wodurch ein permanenter Wasserpegel entsteht. Sie denken vielleicht, Sie tun Ihren Pflanzen etwas Gutes, indem Sie sie nicht gießen, übersehen aber leicht, dass der unterste Teil des Topfes buchstäblich in einer Pfütze steht. Diese unsichtbare Ansammlung, oft durch die Form des Topfes oder die Platzierung auf dem Balkon verdeckt, beginnt den Verfallsprozess.
Die brutale Abkühlung der Wurzeln durch den Topfboden
Wasser leitet Wärme viel effektiver als Luft. Ein eisgefüllter Untersetzer wirkt wie ein Kälteakkumulator, der direkt an den empfindlichsten Wurzeln aufliegt – denen ganz unten im Topf. Selbst wenn es nicht zu fester Eisbildung kommt, überträgt Wasser, das zwischen 0 und 4 Grad Celsius gehalten wird, diese intensive Kälte durch Kapillarwirkung auf den gesamten Wurzelballen. Das Wurzelsystem erleidet einen ständigen thermischen Schock. Während ein erhöhter und trockener Topf die Erde notdürftig isolieren würde, schafft der Kontakt mit dem eisigen Wasser eine katastrophale Wärmebrücke, die das Zentrum der Pflanze viel schneller abkühlt, als es die Umgebungsluft tun würde.
Wurzel-Erstickung: Das stille Drama stehender Feuchtigkeit
Abgesehen von der Kälte ist überschüssiges Wasser zweifellos die häufigste Todesursache für Topfpflanzen im Winter. Oft wird der Frost beschuldigt, doch die Fäulnis leistet die Säuberungsarbeit lange vorher.

Warum Wurzeln selbst in der Ruhephase atmen müssen
Es ist entscheidend zu verstehen, dass eine Pflanze auch in ihrer Ruhephase lebt. Ihre Lebensfunktionen sind verlangsamt, aber nicht eingestellt. Die Wurzeln benötigen dringend Sauerstoff zum Überleben. In gesundem Boden fließt das Wasser ab und hinterlässt kleine Luftblasen zwischen den Erdpartikeln. Wenn ein Untersetzer das Wasserabfließen verhindert, saugt sich das Substrat wie ein gesättigter Schwamm mit Feuchtigkeit voll. Luft wird verdrängt, und das Medium wird anaerob, sauerstofffrei. Unter diesen Bedingungen ersticken die Wurzeln buchstäblich. Sie können ihre Grundfunktionen nicht mehr erfüllen und beginnen sich zu zersetzen, unfähig, äußeren Angriffen standzuhalten.
Sichtbare Anzeichen im Frühling: Graue Fäulnis und allgemeine Schwächung
Die Folgen dieses Fehlers werden oft erst mit dem schönen Wetter sichtbar, was den Gärtner ratlos zurücklässt. Die Pflanze hat den Winter scheinbar überstanden, startet aber nicht durch, oder ihre Blätter vergilben und fallen schlaff ab. Beim Ausgraben ist das Ergebnis eindeutig: Ein Geruch nach Schlamm oder Pilzen steigt auf, und die Wurzeln, anstatt hell und fest zu sein, sind braun, weich oder sogar glitschig geworden. Dies ist ein charakteristisches Zeichen von Wurzelverfäule, oft begleitet von Pilzkrankheiten wie Grauschimmel. Zu diesem Zeitpunkt ist es selten möglich, die Pflanze zu retten, die monatelang langsam erstickt ist.
Das mechanische Risiko: Wenn der Untersetzer Ihre schönsten Töpfe beschädigt
Das Belassen des Untersetzers im Winter ist nicht nur für Lebewesen gefährlich; es ist auch eine direkte Bedrohung für den Behälter, besonders wenn Sie schöne traditionelle Keramik schätzen.
Die unerbittliche Physik des Frosts: Wasser dehnt sich aus und erzeugt Druck
Es ist ein unveränderliches physikalisches Gesetz: Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus. Wenn der Untersetzer voll ist und der Frost einsetzt, verwandelt sich dieses Wasser in Eis und versucht sich auszudehnen. Wenn der Boden des Topfes in dieser expandierenden Masse versinkt, erfährt er einen erheblichen seitlichen und vertikalen Druck. Darüber hinaus gefriert und dehnt sich die feuchte Erde im Topf, blockiert durch den Eisstopfen im Untersetzer, ebenfalls aus. Der Topf wird zwischen dem äußeren Eis des Untersetzers und dem inneren Druck des gefrorenen Wurzelballens zerquetscht.
Absplitterungen und Risse: Irreversible Schäden an Keramik und Terrakotta
Terrakotta-Töpfe sind von Natur aus porös und die ersten Opfer dieses Phänomens. Sie saugen das Wasser aus dem Untersetzer auf. Wenn der Frost einsetzt, dehnt sich das Wasser in den Poren des Tons aus, was zu Abplatzungen oder sogar zum vollständigen Zerbersten des Topfes führt. Oft findet man am Morgen Risse im gesamten Topf oder einen Boden, der sich vom Rest gelöst hat. Diese Schäden sind irreversibel. Selbst glasierte Keramik- oder bestimmte starre Kunststofftöpfe können dem Druck von Wasser erliegen, das in einem starren Untersetzer gefangen ist. Das Entfernen des Untersetzers ist daher auch eine wirtschaftliche Maßnahme zum Schutz Ihrer Gartengeräte.

Die rettende Geste: Den Topfboden freigeben für absolute Drainage
Angesichts dieser Erkenntnisse drängt sich die Lösung als offensichtlich auf – eine einfache, aber grundlegende Geste für die Gesundheit Ihres Wintergartens.
- Entfernen Sie systematisch Untersetzer von allen Außenpflanzen
Die Goldene Regel für einen problemlosen Winter ist unerbittlich: Untersetzer sind zu verbannen. Ab Herbst und definitiv im Februar müssen alle Unterteller entfernt, gereinigt und bis zum nächsten Frühling trocken gelagert werden. Dies gilt sowohl für robuste als auch für empfindlichere Sträucher. Wenn der Topf schwer ist, holen Sie sich Hilfe, um ihn leicht anzuheben und den Untersetzer nach außen zu schieben. Dieses einfache Entfernen beseitigt sofort das Risiko von stehendem Wasser und ermöglicht es, den Wasserkreislauf mit dem Boden oder der Balkonentwässerung wiederherzustellen. - Lassen Sie das Wasser frei abfließen, um ein Einfrieren des Substrats zu vermeiden
Ohne Untersetzer übernimmt die Schwerkraft wieder die Kontrolle. Überschüssiges Regenwasser oder Gießwasser durchläuft den Wurzelballen und fließt sofort durch die Drainagelöcher ab. Das Substrat bleibt feucht, aber niemals gesättigt. Luft kann wieder von unten in den Topf zirkulieren und die Erde gesünder machen. Bei Frost enthält feuchte Erde viel mehr Luftblasen, die als relativer Isolator wirken, im Gegensatz zu einem wassergesättigten Erdblock, der zu einem kompakten, wurzelschädigenden Eisblock werden würde. Drainage ist der Schlüssel zur Widerstandsfähigkeit: Eine Pflanze, die Kälte bis zu einem gewissen Grad verträgt, wird in gut drainiertem Boden immer besser überleben als in durchnässtem Boden.
Die clevere Alternative: Keile und Topffüße zur Isolierung vom Boden
Nach dem Entfernen des Untersetzers ist es auch nicht ideal, den Topf direkt auf Fliesen oder Betonplatten zu stellen. Es gibt eine überlegene Technik zur Optimierung der Überwinterung.
- Anheben, um den thermischen Kontakt mit der Kälte des Bodens zu unterbrechen
Der Boden eines Balkons oder einer Terrasse speichert Kälte. Das direkte Aufstellen von Töpfen darauf fördert die Übertragung dieser Kälte auf den Wurzelballen. Der Trick besteht darin, Topffüße zu verwenden. Dies können dekorative Terrakotta-Accessoires aus dem Gartencenter sein, aber auch ebenso effektive handgefertigte Lösungen: Holzkeile, Schieferstücke, Korken für kleine Töpfe oder sogar flache Ziegelsteine. Ziel ist es, einen Luftspalt zwischen dem Boden und dem Topfboden zu schaffen. - Fördern Sie die Luftzirkulation unter dem Topf, um die Erde zu lüften
Diese Erhöhung erfüllt eine doppelte Funktion. Sie isoliert nicht nur gegen die Bodenkälte, sondern sorgt auch dafür, dass die Drainagelöcher niemals verstopft sind. Luft zirkuliert frei unter dem Topf und hilft, den Boden des Wurzelballens nach einem Regen schneller zu trocknen. Dies verhindert auch, dass Schädlinge wie bestimmte Larven oder Schnecken einen zu gemütlichen und feuchten Unterschlupf unter dem flach am Boden liegenden Topf finden. Dies ist eine unverzichtbare gärtnerische Hygienemaßnahme.
Die einzige tolerierte Ausnahme: Tägliche und rigorose Überwachung
In bestimmten Sonderfällen, wie z. B. bei Pflanzen auf einem empfindlichen Parkettboden in einer unbeheizten Veranda oder auf Balkonen, wo eine Wasserableitung nach unten nicht erlaubt ist, kann es erforderlich sein, einen Untersetzer zu belassen. Dies erfordert jedoch eiserne Disziplin.
- Die Dreißig-Minuten-Regel: Untersetzer nach jedem Regen oder Gießen leeren
Wenn der Untersetzer verwendet werden muss, darf er nur als temporärer Behälter dienen. Die Regel ist einfach: Nach jedem Gießen oder signifikanten Regenfall müssen Sie eingreifen. Lassen Sie das Wasser etwa zwanzig Minuten abfließen und leeren Sie dann unbedingt den Untersetzer. Das Wasser darf sich dort nicht länger als eine halbe Stunde aufhalten. Dies erfordert ständige Wachsamkeit, besonders während der feuchten Februartage, ist aber der einzige Weg, um Bodenschutz und Pflanzengesundheit zu vereinen. - Der fatale Fehler, der bei längerer Abwesenheit vermieden werden muss
Die größte Gefahr besteht bei Urlaubsreisen oder längeren Wochenendausflügen. Eine Pflanze mit Untersetzer im Freien im Winter unbeaufsichtigt zu lassen, ist ein riskantes Unterfangen. Wenn am ersten Tag starker Regen fällt und am nächsten Frost folgt, ist die Katastrophe garantiert, noch bevor der Besitzer zurückkehrt. In diesem Fall ist es besser, die Pflanzen an einen regengeschützten Ort zu bringen oder vorübergehend den Boden schmutzig zu machen, indem Sie den Untersetzer entfernen, anstatt eine Pflanze mit nekrotischen Wurzeln vorzufinden.
Verantwortungsvolle Gartenarbeit erfordert oft das Verständnis einfacher, aber unsichtbarer Mechanismen. Indem wir unsere Pflanzen im Winter von ihren Untersetzern befreien, geben wir ihnen den Sauerstoff und die Drainage, die sie benötigen, um den Härten des Winters standzuhalten. Gesunde Wurzeln im Februar sind das Versprechen eines Frühlingslebens. Wenn Sie es also noch nicht getan haben, ist ein kleiner Rundgang auf dem Balkon angesagt, um diese Wasserfallen zu entfernen und der Erde endlich wieder Luft zum Atmen zu geben, bevor der Frühling naht.

