Warum feuchter Staub deine Hühner krank macht (und wie du es vermeidest)

Warum feuchter Staub deine Hühner krank macht (und wie du es vermeidest)

Die kalte Jahreszeit birgt Tücken für Geflügelhalter. Statt die Ställe warm und dicht zu machen, schaffst du damit ein unsichtbares Problem: Feuchtigkeit und giftige Gase, die deine Hühner krank machen. Das ist ein Fehler, der dich teuer zu stehen kommen kann, besonders im Winter, wenn die Luft ohnehin schon dick ist.

Wenn Gemütlichkeit zur Todesfalle wird: Der Irrtum der dichten Stalltür

Es ist verständlich, dass du deine Tiere vor eisigen Temperaturen schützen möchtest. Viele denken dabei fälschlicherweise, ein warmer Stall sei ein dichter Stall. Doch genau hier liegt die Gefahr. Du verwandelst ein gemütliches Zuhause in eine toxische Sauna, und das ist schlimmer als die Kälte selbst.

Die unsichtbare Bedrohung: Feuchtigkeit und Ammoniak

Hühner sind erstaunlich kälteunempfindlich, solange sie trocken bleiben. Ihr dichtes Gefieder schützt sie gut. Das Problem ist die Feuchtigkeit, die durch ihre Atmung und den Kot entsteht. Wenn diese Feuchtigkeit nicht entweichen kann, bildet sich Kondenswasser an Wänden und Decken. Die Folge: Die Federn verlieren ihre isolierende Wirkung, und die Kälte dringt zur Haut durch.

Zudem fördert Feuchtigkeit die rasche Gärung des Kotes, was zur Freisetzung von Ammoniakgas führt. Dieses Gas reizt die empfindlichen Atemwege der Hühner und ist ein Nährboden für Bakterien und Schimmelpilze. Wenn du morgens feuchte Wände oder Kondenswasser an den Fenstern bemerkst, ist es bereits höchste Zeit zu handeln.

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Die heimtückischen Folgen: Krankheiten, die du nicht unterschätzen darfst

Ein feuchtes und stickiges Stallklima ist der ideale Nährboden für hartnäckige Krankheiten. Die angegriffenen Atemwege der Hühner sind anfällig für Infektionen wie Coryza oder Mykoplasmose. Achte auf folgende Warnsignale:

  • Wiederholtes Niesen oder trockener Husten
  • Rasselnde oder laute Atmung, besonders nachts
  • Flüssiger Ausfluss aus Nase oder Augen
  • Ein deutlicher Rückgang der Legeleistung

Diese Symptome sind keine direkte Folge der Kälte, sondern des vergifteten Luftraums. Ein Huhn, das kalte, aber frische Luft atmet, ist immer gesünder als eines, das in warmer, aber schimmeliger Luft lebt.

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Die Lösung: Clever belüften, ohne zu frieren

Natürlich willst du deine Tiere nicht der eisigen Zugluft aussetzen. Es geht darum, eine passive Belüftung zu schaffen. Da warme, feuchte Luft aufsteigt, sollten Lüftungsöffnungen hoch angebracht sein, über den Schlafplätzen der Hühner.

So gelingt die Balance:

  • Installiere Lüftungsgitter unter dem Dach, idealerweise auf gegenüberliegenden Seiten, um einen leichten Luftzug zu erzielen, ohne direkte Strömungen auf die Tiere.
  • Stelle sicher, dass die Öffnungen mit einem feinen Gitter geschützt sind, um Raubtiere oder Nagetiere fernzuhalten.
  • Überprüfe regelmäßig die Einstreu und wechsle sie häufiger im Winter, um die Feuchtigkeit vom Boden zu reduzieren.

Indem du die feuchte Luft nach oben entweichen lässt, sorgst du für ein trockenes Klima, ohne den Stall auszukühlen. So können deine Hühner ihre natürlichen Abwehrkräfte gegen die Kälte nutzen.

Ein gesunder Winter für deine Hühner: Luft ist das beste Mittel

Für ein problemloses Überwintern deiner Hühner ist es entscheidend, die Prioritäten zu verschieben: Nicht das Heizen, sondern das Belüften ist der Schlüssel zur Gesundheit. Eine gute Lüftung ist die beste Vorbeugung gegen teure Tierarztbesuche. Überprüfe deshalb jetzt die Lüftungsöffnungen deines Stalls und sorge für einen gesunden Luftaustausch. Glückliche Hühner sind gesunde Hühner, die dir auch im Winter Freude bereiten.

Hast du eigene Erfahrungen mit der Lüftung im Winter? Teile sie in den Kommentaren!

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