Hand aufs Herz: Wann haben Sie zuletzt Ihre Strumpfhose gewechselt? Viele behandeln sie wie eine Jeans – einmal tragen, in die Ecke werfen, bei Bedarf wieder anziehen. Ich habe in meiner Praxis jedoch festgestellt, dass dieser einfache Fehler nicht nur unhygienisch, sondern auch der direkte Weg zu Löchern und Laufmaschen ist. Wenn Sie Ihre Lieblingsstücke retten und ihre Lebensdauer um das Dreifache verlängern wollen, müssen Sie eine Grundregel aus der Unterwäsche-Abteilung übernehmen.
Gerade jetzt, in der Übergangszeit in Österreich, wo wir Strumpfhosen oft zum Rock oder unter Hosen tragen, ist das Waschen entscheidender denn je. Schweiß und Hautpartikel greifen die feinen Fasern schneller an, als Sie denken, und machen sie spröde. Hier erfahren Sie, warum die meisten von uns viel zu selten wechseln und welche fünf Pflegefehler Sie ab sofort vermeiden sollten, um den Gang zur Drogerie Bipa oder DM zu sparen.
Warum „Nach dem Tragen“ die einzige Regel ist – egal wie kühl es war
Die größte Überraschung für viele Leser: Strumpfhosen müssen genauso behandelt werden wie Ihre Socken oder Slips. Das bedeutet: Sie gehören nach JEDEM Tragen in die Wäsche.
Viele vernachlässigen diese Regel, weil sie denken, der Stoff sei dicker als Unterwäsche. Aber Tatsache ist:
- Die feinen Fasern (besonders Seiden- oder Elasthan-Mischungen) reagieren extrem empfindlich auf Schweiß. Selbst wenn Sie nicht stark geschwitzt haben, zersetzen die Salze im Schweiß das Material mit der Zeit. Das Ergebnis? Es wird brüchig.
- Die Strumpfhose liegt direkt auf der Haut und fängt abgetrennte Hautschuppen ein. Das ist ein perfekter Nährboden für Bakterien.
Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, sie nur „auszulüften“. Tun Sie es nicht, wenn Sie Frische und Langlebigkeit wollen.

5 simple Tricks für die Waschmaschine, damit keine Laufmasche entsteht
Die Waschmaschine ist der wahre Feind der Strumpfhose. Wenn Sie nicht aufpassen, kommt sie löchrig oder ausgeleiert wieder heraus. Bei Nylon-Modellen, die etwa 90 % der in Österreich verkauften Strumpfhosen ausmachen, brauchen Sie keine Angst zu haben, aber Feinstrumpfhosen (besonders Seide) erfordern spezielle Vorsichtsmaßnahmen. In meiner Erfahrung sind diese 5 Schritte obligatorisch:
1. Die Temperaturbremse: 30 Grad sind das Maximum für feine Textilien
Im Gegensatz zu Socken, die Sie vielleicht mit 60 Grad keimfrei machen wollen, vertragen die empfindlichen Strumpfwaren keine Hitze. Nylon ist etwas robuster, aber wenn Sie gemischte Fasern haben, gilt: maximal 30 Grad. Verwenden Sie immer den Woll- oder Feinwaschgang und halten Sie die Schleuderdrehzahl extrem niedrig. Noch besser: Handwäsche.
2. Die Lebensversicherung: Darum ist der Wäschesack unverzichtbar
Ich habe einmal übersehen, einen Reißverschluss einer Jeans zu schließen, und das Ergebnis war eine gerissene Feinstrumpfhose. Strumpfhosen sollten niemals direkt mit Knöpfen, Nieten oder BHs (deren Verschlüsse wie kleine Haken wirken) in Berührung kommen. Das Wäschenetz ist die Schutzbarriere. Falls Sie keines zur Hand haben: Ein verknoteter Kissenbezug tut es auch.
3. Das Geheimnis des passenden Waschmittels (und ein Tabu)
Verwenden Sie ausschließlich flüssiges Fein- oder Wollwaschmittel. Es ist sanfter zu den Fasern und verhindert das Ausbleichen der Farbe. Viele professionelle Wäschereien schwören übrigens auf Haarshampoo – es macht Sinn, da es sehr mild ist und Fasern ähnlich behandelt wie Haare.

Aber jetzt der wichtigste Tipp: Vermeiden Sie Weichspüler. Er greift die Elasthan-Fasern an. Das ist der Stoff, der der Strumpfhose ihre Elastizität und Passform gibt. Wenn dieser leidet, leiert die Strumpfhose schnell aus und sitzt nicht mehr perfekt.
4. Der Trockner-Bann: Die Todsünde des Ausleierns
Nach dem Waschen die Strumpfhose niemals auswringen! Und, bitte, stecken Sie sie nicht in den Trockner. Die Hitze zerstört die Elastizität, lässt die Farbe verblassen (besonders bei Schwarz) und macht sie unnötig weit. Immer auf dem Wäscheständer an der Luft trocknen lassen. Ein weiterer beliebter Fehler in österreichischen Haushalten: Sie auf die Heizung legen. Das bleicht die Farbe aus und macht die Fasern spröde.
5. Der Natron-Trick gegen hässliche Verfärbungen
Wer kennt das nicht? Das beschichtete Leder der Stiefel oder festeren Schuhe färbt an den Fußsohlen und Fersen ab. Es sieht aus wie Schmutz, ist aber eine hartnäckige Verfärbung. Bevor Sie sie wegwerfen: Weichen Sie die Strumpfhose stundenlang in einer Mischung aus lauwarmem Wasser und einem Esslöffel Natron ein. Das Natron zieht die dunklen Pigmente heraus. Danach normal waschen. Dieser einfache Haushaltstipp rettet oft Strumpfhosen, die man schon abgeschrieben hatte.
Fazit: Weniger ist mehr bei der Pflege
Die Pflege von Strumpfhosen erfordert Liebe zum Detail, aber vor allem Sanftheit. Wenn Sie sich die Regel „Nach jedem Tragen waschen“ und „Immer im Wäschesack bei niedriger Temperatur“ merken, werden Sie überrascht sein, wie selten Sie Ersatz kaufen müssen. Wenn Mode Spaß machen soll, dann muss sie auch perfekt sitzen und lange halten.
Und jetzt zu Ihnen: Waschen Sie Ihre Strumpfhosen nach jedem einzelnen Tragen oder machen Sie eine Ausnahme bei den robusten Modellen?

