Darum geben Profis immer eine Tasse Backpulver zu den Dunstabzugsfiltern: Der 30-Minuten-Trick

Darum geben Profis immer eine Tasse Backpulver zu den Dunstabzugsfiltern: Der 30-Minuten-Trick

Die Weihnachtskekse sind aufgegessen, und die Gans ist verdaut. Aber der Geruch bleibt. Die Küche trägt oft die Spuren intensiver Kochsessions, besonders im Winter, wenn die Fenster geschlossen bleiben. Während Arbeitsflächen schnell sauber sind, wird der Dunstabzug oft vergessen – dabei ist er Ihr einziger Schutzwall gegen hartnäckige Gerüche und Fettfilme. Ich habe in meiner Praxis oft gesehen: Eine verstopfte Haube macht nicht nur Lärm, sie wird zum ineffizienten Fettfänger und kann sogar die Luftqualität in Ihrer österreichischen Wohnung massiv verschlechtern.

Das Gute daran? Sie brauchen keine aggressiven Chemikalien aus dem Baumarkt. Es gibt eine Methode, die Omas schon kannten, die kinderleicht, spottbillig und unglaublich effektiv ist, um selbst die klebrigste Fettschicht auf den Filtern mühelos aufzulösen. Das Geheimnis liegt in einem spezifischen „Schönheitsbad“.

Warum Ihre Abzugshaube jetzt gerade um Hilfe „schreit“

Das Prinzip einer Dunstabzugshaube ist simpel: Luft ansaugen und filtern. Doch Fritieren, Schmoren und Braten schleudern feinste Fettpartikel in die Luft. Diese Partikel steigen auf und erstarren genau da, wo sie am meisten Schaden anrichten: in den feinen Maschen der Metallfilter.

Diese Ansammlung sieht man oft erst auf den zweiten Blick. Doch sie verstopft die Filter allmählich wie eine dicke, zähe Wandschicht. Ihr Motor muss härter arbeiten, wird lauter, und das Ergebnis ist frustrierend: Die Kochdünste verweilen im Raum, lange nachdem der Kaiserschmarrn serviert wurde. Die Haube erstickt buchstäblich unter ihrem eigenen Schmutz.

Warum bloßes Abwischen nicht funktioniert (und es nur schlimmer macht)

Der erste Impuls ist oft, schnell mit einem Schwamm über die Außenfassade zu wischen. Leider ist das reine Kosmetik. Das Fett auf den Gittern ähnelt zähflüssigem Klebstoff. Es hält Oberflächenreinigern stand.

Wenn Sie nur wischen, verschmieren Sie das Fett meist nur oder drücken die Rückstände tiefer in die Zwischenräume. Um die optimale Leistung wiederherzustellen und dieses unangenehme, schmierige Gefühl loszuwerden, müssen wir den Kern des Problems angehen: die Filter gründlich behandeln.

Darum geben Profis immer eine Tasse Backpulver zu den Dunstabzugsfiltern: Der 30-Minuten-Trick - image 1

Das radikale Jungbad: Backpulver, Spülmittel und Siedehitze

Um diese Fettschicht ohne stundenlanges Schrubben zu besiegen, nutzen wir eine einfache, aber kraftvolle chemische Reaktion. Ziel ist es, ein Einweichbad zu kreieren, das die Fettmoleküle vom Metall löst. Diese Methode ist umweltfreundlich, günstig und garantiert ein glänzendes Ergebnis.

Bevor Sie beginnen, demontieren Sie die Metallfilter sorgfältig. Sammeln Sie folgende Dinge:

  • Einen großen Behälter (Spüle mit Stöpsel, eine große Schüssel, oder das Abtropfblech Ihres Backofens).
  • Genug kochendes (oder sehr heißes) Wasser.
  • Eine Tasse Kaffeetasse voll Natron (handelsübliches Backpulver tut es auch).
  • Eine gute Prise Ihres fettlösenden Spülmittels.
  • Eine weiche (nicht-kratzende) Bürste.

So funktioniert das Aktivierungsbad Schritt für Schritt

Die Vorgehensweise ist kinderleicht, erfordert aber exaktes Einhalten der Reihenfolge:

  1. Legen Sie die Filter in den gewählten Behälter.
  2. Bestreuen Sie die Gitter großzügig mit Natron (oder Backpulver).
  3. Geben Sie das Spülmittel vorsichtig darüber.
  4. Gießen Sie nun das sehr heiße bis kochende Wasser dazu, bis die Gitter vollständig bedeckt sind. (Achtung vor Spritzern!)

Das nun einsetzende Sprudeln ist das Zeichen, dass die Mischung beginnt, das Fett anzugreifen. Das Geheimnis liegt nun in der Geduld: Lassen Sie die Filter zwingend 30 Minuten lang einweichen. Die Hitze in Kombination mit den Wirkstoffen weicht selbst jahrhundertealtes, erstarrtes Fett auf und macht stundenlanges Schrubben zur Formsache.

Der Feinschliff für makellosen Glanz

Nach 30 Minuten ist das Wasser wahrscheinlich trüb – ein eindeutiger Beweis, dass der Schmutz sich gelöst hat. Nun kommt der einfache Teil:

Nehmen Sie die Bürste und schrubben Sie sanft über beide Seiten der Gitter. Die Rückstände werden mühelos abblättern. Verwenden Sie niemals Stahlwolle, die die feinen Maschen beschädigen oder verkratzen könnte.

Zum Schluss spülen Sie die Filter gründlich mit klarem, heißem Wasser ab, um alle Natron- und Seifenreste zu entfernen. Vor dem Wiedereinbau muss die letzte Stufe unbedingt beachtet werden: Die Filter müssen vollkommen trocken sein, um Korrosion zu vermeiden.

Darum geben Profis immer eine Tasse Backpulver zu den Dunstabzugsfiltern: Der 30-Minuten-Trick - image 2

Die „Hände frei“-Option: Wenn der Geschirrspüler die Arbeit macht

Für alle, die wenig Zeit oder Lust auf Wasserschüsseln haben, bietet die moderne Technik eine elegante Alternative. Die meisten Metallfilter sind spülmaschinenfest.

Aber es gibt eine Nuance: Überprüfen Sie unbedingt die Herstellerangaben. Edelstahlmodelle sind unempfindlich. Aluminiumfilter hingegen können durch aggressive Geschirrspülmittel und hohe Hitze mit der Zeit dunkel anlaufen. Dies ist rein ästhetisch, kann aber den Filter optisch beeinträchtigen. Eine kurze Inspektion erspart böse Überraschungen.

Ist der Filter spülmaschinentauglich, ist die strategische Platzierung entscheidend. Ich empfehle, die Filter in den unteren Korb zu stellen, wo der Wasserstrahl am stärksten ist. Lassen Sie den Filtern Platz. Sie sollten nicht zwischen stark verschmutztem Geschirr eingeklemmt werden. Wählen Sie ein intensives Programm mit hoher Temperatur (ideal sind 60°C oder 70°C). Diese Hitze ist notwendig, um das Fett zu verflüssigen.

Vorsicht: Vermeiden Sie es, empfindliches Geschirr gleichzeitig zu waschen. Die vom Filter gelösten Fettpartikel könnten sich sonst wieder darauf ablagern.

Frische Luft für die österreichische Küche

Die Pflege der Dunstabzugshaube sollte keine Notfallmaßnahme sein, sondern eine regelmäßige Vorsorge. Um den Motor zu schonen und eine hygienische Umgebung zu gewährleisten, ist eine Reinigung alle ein bis zwei Monate ideal. Wer viel frittiert oder schmort (besonders in der kalten Jahreszeit), sollte sich sogar an den monatlichen Turnus halten.

  • Längere Lebensdauer: Saubere Filter bedeuten weniger Überlastung des Motors.
  • Leiser Betrieb: Der Motor muss weniger “kämpfen” und die Lautstärke sinkt.
  • Sicherheit: Eine übermäßige Ansammlung von getrocknetem Fett über der Kochstelle ist ein Brandrisiko.

Mit diesem einfachen Reflex – ob mit dem Natron-Bad oder per Spülmaschine – befreien Sie Ihre Küche von der winterlichen Schwere und sorgen dafür, dass Ihre Geräte länger halten und die Luftqualität optimal bleibt. Das Kochen macht einfach mehr Freude, wenn die Kochdünste wirklich verschwinden.

Dieser kleine Handgriff verändert das Raumgefühl massiv. Haben Sie schon einmal versucht, diesen Trick bei anderen verfetteten Küchenteilen anzuwenden? Erzählen Sie uns von Ihren Erfahrungen!

Nach oben scrollen