Deshalb hängen erfahrene Österreicher Wäsche auch bei Minusgraden draußen auf

Deshalb hängen erfahrene Österreicher Wäsche auch bei Minusgraden draußen auf

Der Tag ist gekommen, an dem Sie erkennen: Ihr Trockner ist nicht Ihr bester Freund. Besonders jetzt, wo die Energiekosten in Wien, Graz oder Linz wieder steigen, suchen wir nach Alternativen. Innen trocknen? Schlecht für die Wände. Draußen trocknen bei Minusgraden? Klingt verrückt. Doch ich habe diese fast vergessene Methode der Großeltern selbst ausprobiert. Und ich habe bemerkt: Sie liefert oft ein besseres, frischeres Ergebnis als jede teure Maschine.

Die alten Österreicher hatten keine Tumbler. Trotzdem war die Wäsche im tiefsten Winter trocken. Wie, zum Teufel, haben sie das gemacht?

Der Physik-Trick, den Sie im Haushalt nutzen können

Die meisten glauben, dass Wasser bei Kälte flüssig werden muss, bevor es verdampft. Das ist falsch. Unsere Vorfahren wussten intuitiv, wie die Sublimation funktioniert. Das ist das Geheimnis, warum Ihre Wäsche auch bei -10 °C trocknen wird.

Sublimation ist der Prozess, bei dem Eis (fest) direkt in Wasserdampf (gasförmig) übergeht, ohne dass es dazwischen flüssig wird. Das passiert, wenn die Luft trocken und kalt ist. Und genau das ist der große Vorteil des österreichischen Winters – die Luft ist draußen oft trockener als in unserer überheizten Wohnung.

Deshalb hängen erfahrene Österreicher Wäsche auch bei Minusgraden draußen auf - image 1

Warum Ihre Handtücher im Winter draußen besser riechen

Wenn Wäsche drinnen trocknet, selbst auf dem Wäscheständer, ist sie anfällig für diesen muffigen, modrigen Geruch. Das liegt an Bakterien und Schimmelpilzen, die die restliche Feuchtigkeit in der warmen Umgebung lieben.

Der Gefriereffekt draußen wirkt wie ein Sterilisator. Die Kälte stoppt das Wachstum der geruchsbildenden Bakterien sofort. Viele, die dies ausprobieren, stellen fest, dass Laken und Handtücher einen erfrischenden, fast neutralen Geruch haben, den man mit keinem Weichspüler erreicht.

Die genaue Schritt-für-Schritt-Methode für den Winter

Diese Methode ist simpel, erfordert aber Disziplin. Sie können den Großteil der Arbeit dem Frost überlassen. Hier ist, wie Sie es richtig machen:

  • Gründlich schleudern: Die Wäsche muss so trocken wie möglich aus der Waschmaschine kommen. Je weniger Wasser am Anfang da ist, desto schneller die Sublimation.
  • Abstand schaffen: Hängen Sie jedes Kleidungsstück einzeln auf. Beim Sublimationsprozess ist gute Luftzirkulation der Schlüssel. Vermeiden Sie Überlappungen.
  • Die „Kartoneffekt“-Phase: Lassen Sie die Wäsche draußen, bis sie komplett hart und starr gefroren ist – wie ein Stück Pappe. Das kann bei starkem Frost nur wenige Stunden dauern.
  • Der letzte Schliff: Bringen Sie die «gefrorenen Kartons» ins Haus. Hängen Sie sie in einem gut belüfteten Raum (im Flur oder im Keller) auf. Weil 95 % der Feuchtigkeit bereits durch Sublimation entfernt wurde, dauert das finale Trocknen nur eine halbe Stunde.

Ich selbst habe festgestellt, dass dicke Jeans oder Handtücher, die sonst drinnen zwei Tage brauchen, so innerhalb von drei Stunden (draußen und drinnen kombiniert) fertig sind.

Deshalb hängen erfahrene Österreicher Wäsche auch bei Minusgraden draußen auf - image 2

Achtung: Die feuchtigkeitsfalle

Die Technik funktioniert nur bei trockenem Frost. Wenn es neblig ist oder stark schneit, wo die Luftfeuchtigkeit also sehr hoch ist, kann die Wäsche keine Feuchtigkeit an die Umgebung abgeben. Vermeiden Sie daher dicken Nebel oder langanhaltende Nässe. Etwas Wind ist immer willkommen.

Wirtschaftlichkeit und Faserpflege

In Zeiten hoher Strompreise in Österreich ist der finanzielle Vorteil offensichtlich. Ein Trockner ist einer der größten Stromfresser im Haushalt. Wenn Sie diesen Prozess nur fünfmal im Monat anwenden, sparen Sie eine beträchtliche Menge Euro. Und das ist noch nicht alles:

  • Schonung der Fasern: Hohe Hitze im Trockner beschädigt Textilfasern und führt zu Schrumpfung. Die kalte, natürliche Trocknung schont Ihre Kleidung langlebiger.
  • Keine statische Ladung: Im Gegensatz zum Trockner, der oft Kleidung statisch auflädt, bleibt die Textur weich und geschmeidig.

Unsere Großeltern hatten einfache, aber effektive Lösungen. Die Kunst, Wäsche im Winter draußen zu trocknen, ist heute dank besserer Isolierung und Heizsysteme sogar noch einfacher geworden. Warum also warten? Probieren Sie es beim nächsten Frost aus.

Nutzen Sie den Winter heute nur noch als Grund, den Trockner auszuschalten?

Nach oben scrollen