Die Lichtverhältnisse sind wieder stabil, doch die Lampen glühen kaum? Dieses Problem kennen viele in Österreich im letzten Jahr nur zu gut. Die Spannung liegt bei 160, 170 oder 180 Volt statt der üblichen 230 Volt (da wir in Österreich von 230V ausgehen, passen wir die Zahl an). Viele riskieren es und lassen die Haushaltsgeräte weiterlaufen. Doch Reparaturfachleute warnen: Dieses Risiko kann Sie teuer zu stehen kommen.
Es geht nicht nur darum, dass Ihre Geräte langsamer arbeiten. Das wahre Problem liegt tiefer und betrifft den Elektromotor, der in Ihrem Kühlschrank oder Ihrer Waschmaschine verbaut ist. Für ihn ist eine zu niedrige Spannung viel gefährlicher als eine kurzzeitige Überspannung.
Warum 180 Volt für den Motor schlimmer sind als 250
Wenn die Spannung nicht ausreicht, fehlt dem Motor schlichtweg die Kraft, um die Welle zu drehen – sei es, um den Kompressor des Kühlschranks zu starten oder die Trommel der Waschmaschine in Bewegung zu setzen. Man könnte meinen, er arbeitet einfach nur langsam, aber das Gegenteil ist der Fall.
In diesem Moment beginnt das Gerät zu „brummen“ und zieht, um irgendwie in Gang zu kommen, ein Vielfaches an Strom. Ich habe in meiner Praxis oft gesehen, wie sich die Motoren bei diesem Versuch regelrecht selbst „erwürgen“.

Die Folge: Die Wicklungen im Inneren verbrennen
Der überhöhte Strom führt dazu, dass die Wicklungen im Inneren des Motors blitzschnell überhitzen. Sie brennen im wahrsten Sinne des Wortes durch. Und das Unangenehmste daran: Die Reparatur ist oft kaum günstiger als ein Neugerät aus dem MediaMarkt.
Betrachten wir den Kühlschrank: Liegt die Spannung konstant bei 170–180 V, kann er versuchen, Dutzende Male pro Stunde zu starten. Sie hören jedes Mal das charakteristische Klicken – das ist das Schutzrelais. Hält dieses Schutzrelais dem Dauerstress nicht stand, fällt der Kompressor aus. Und wie wir wissen, kostet der Austausch eines Kompressors heute fast so viel wie die Hälfte eines neuen Geräts.
Der Insider-Ratschlag: Die 190-Volt-Regel, die viele übersehen
Was sollen Sie also tun, wenn der Spannungsmesser auf die kritischen Werte fällt? Die Experten sind sich einig. Es gibt eine einfache, aber oft ignorierte Grenze:
- Wenn die Spannung unter 190 Volt fällt (oder 200V, je nach Empfindlichkeit Ihres Geräts), trennen Sie den Kühlschrank und die Waschmaschine sofort vom Netz.
- Viele fragen mich: „Aber schadet es dem Lebensmittelvorrat nicht?“ Ich antworte: Lieber bleiben Sie ein paar Stunden ohne Waschen oder öffnen den Kühlschrank etwas seltener, als dass Sie ein halbes Monatsgehalt für teure Ersatzteile ausgeben müssen.
Das beste Notfallset für österreichische Haushalte:

Wenn die niedrige Spannung bei Ihnen in Wien, Graz oder Linz regelmäßig auftritt, ist die beste Lösung die Installation eines Überspannungsrelais (auch „Barriere“ genannt). Dieses kompakte Gerät kostet in jedem Fachgeschäft (z.B. bei Conrad) nicht viel und überwacht kontinuierlich die Spannung.
Es fungiert wie ein aufmerksamer Türsteher: Sobald die Spannung unter den von Ihnen eingestellten Minimalwert (z. B. 195 Volt) oder über den Maximalwert steigt, unterbricht es automatisch die Stromversorgung.
Einfacher Lifehack: Überprüfen Sie die Spannung richtig
Verlassen Sie sich nicht nur auf die Beleuchtung. Wenn die Glühbirnen gerade hell aufleuchten, bedeutet das nicht, dass alles in Ordnung ist. Besorgen Sie ein einfaches DMM (Digitalmultimeter) oder ein Spannungsrelais mit Digitalanzeige und bringen Sie es an einer zentralen Steckdose an. Nur konstante Überwachung schützt Ihre teuren Geräte.
Denken Sie daran: Ein Elektromotor ist wie ein Sportler beim Gewichtheben. Wenn Sie ihm zu wenig Energie geben, wird er nicht nur die Stange nicht heben, sondern sich dabei ernsthaft verletzen.
Ist Ihnen dieses Problem der niedrigen Spannung auch schon aufgefallen? Welche Grenze haben Sie für Ihre Haushaltsgeräte festgelegt? Teilen Sie Ihre Erfahrungen in den Kommentaren!

