Der Trick erfahrener Gärtner: Darum legen sie den alten Schwamm unter jeden Blumentopf

Der Trick erfahrener Gärtner: Darum legen sie den alten Schwamm unter jeden Blumentopf

Der Winter hat Österreich fest im Griff. Während Sie die Meisen am Futterhäuschen beobachten, übersehen Sie oft einen der intelligentesten Überlebenskünstler in unseren Gärten: die Elster (Pica pica). Normalerweise sehen wir diesen Rabenvogel als „Dieb“ oder Lärmfaktor. Aber genau jetzt, wenn der Boden gefroren und eine Schneedecke liegt, zeigt er eine Überlebensstrategie, von der selbst Gartenprofis heute nichts mehr wissen.

Wenn das Thermometer sinkt, wird jedes Kilo Kalorien für Vögel lebenswichtig. Bei Minusgraden verbrauchen sie gigantische Energie, um ihre Körpertemperatur zu halten. Die bittere Ironie: Gerade wenn sie am meisten Futter brauchen, macht der Schnee die Suche fast unmöglich. Der Elster-Trick, den ich in meiner Praxis als Naturbeobachter studiert habe, zeigt, wie man auch im tiefsten Januar an Proteine kommt. Und Sie können das leicht aus Ihrem warmen Wohnzimmer beobachten.

Der unsichtbare Kampf: Wie der Winter unsere Gartenvögel gefährdet

Wenn die Landschaft weiß wird, ist das für viele kleine Singvögel eine Katastrophe. Die Schneedecke ist wie eine physische Barriere; sie verbirgt Herbstsamen und macht den Zugang zum Boden unmöglich. Ein Rotkehlchen pickt nach Brotkrümeln in der Nähe der Haustür. Die Elster hingegen geht anders vor. Ihre Größe gibt ihr zwar eine bessere Wärmeträgheit, aber ihr größter Überlebensvorteil ist eine intelligente Technik am Boden.

Foufuillement: Der alte Gärtnertrick, den die Elster im Blut hat

Vergessen Sie die Vorstellung, dass die Elster nur in den Bäumen sitzt. Wenn es kalt wird, verlagert sie ihre Jagd auf den Boden. Diese spezielle Technik nennt man „Foufuillement“ (Durchwühlen/Stöbern). Selbst wenn alles tief verschneit ist, wartet die Elster nicht tatenlos.

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  • Sie landet auf dem Rasen oder in den mit Mulch bedeckten Beeten.
  • Mit ihren kräftigen Krallen und dem starken Schnabel schiebt sie den Schnee und die Blätter seitlich beiseite.
  • Sie durchstößt oft die dünne Eiskruste oder gräbt in den windgeschützten Gebieten am Fuß von Hecken.

Wo andere Vögel aufgeben, beharrt die Elster. Sie nutzt ihr unglaublich scharfes Auge, um die kleinste Unregelmäßigkeit im Schnee zu erkennen, die auf Bewegung oder Futter hindeutet. Dieser Überlebensinstinkt ist das, was alte, erfahrene Gärtner – die selbst mit den Füßen mehr mit dem Boden verbunden waren – oft beobachteten.

Das unterirdische Lager: Was die Elster im gefrorenen Boden findet

Wenn die Elster den gefrorenen Boden durchwühlt, sucht sie nicht wahllos. Sie plündert das unterirdische Vorratslager, das andere Wildtiere (oder die Natur selbst) angelegt haben. Ihre Winterbeute besteht aus lebenswichtigen, energiereichen Quellen:

  • Vergessene Nüsse und Haselnüsse: Eichhörnchen oder Eichelhäher haben sie im Herbst vergraben. Die Elster hat den Ort entweder beobachtet oder findet die Depots zufällig.
  • Erstarrte Insekten und Larven: Diese Proteinquellen verstecken sich unter einer Mulchschicht oder den obersten Zentimetern des Bodens. Im Januar ist das ein Jackpot!
  • Überdauernde Samen von Wildkräutern, die noch aus dem Schnee ragen.

Diese Fähigkeit, mitten im Jänner tierisches Eiweiß zu finden, ist ein gewaltiger Vorteil. Ganz nebenbei leistet die Elster so auch einen Dienst im Garten, indem sie Schädlinge, die im Boden überwintern, beseitigt. Das macht sie zu einem oft unterschätzten, nützlichen Gehilfen.

Der praktische Tipp: Beobachten Sie das Recycling-Talent

Die Nähe der Elster zum Menschen, besonders im Winter, ist kein Zufall. Sie weiß, dass unsere Aktivitäten Ressourcen schaffen. Hier zeigt sich ihr Talent als opportunistischer Aasfresser – im positiven Sinn für das Garten-Ökosystem.

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Lassen Sie sie gewähren! Wenn der Kompost leicht zugänglich ist, wird sie möglicherweise nach essbaren Resten suchen. Wenn Sie einen alten, angefaulten Apfel auf dem Rasen liegen lassen (oder vergessen), wird er für sie zur überlebenswichtigen Zuckerquelle. Sie agiert als „Recycler“, der organische Stoffe beseitigt, bevor sie verfaulen, und daraus Energie für die eiskalten Nächte gewinnt.

Ihr Einblick vom Fenster aus

Wenn Sie das nächste Mal eine Elster in Ihrem verschneiten Wiener oder Salzburger Garten sehen, halten Sie inne. Beobachten Sie, wie sie über den Rasen hüpft, abrupt stoppt, den Kopf neigt und gezielt auf den Boden einschlägt. Dies ist keine ziellose Bewegung.

Es ist eine Lektion in Widerstandsfähigkeit. Die Elster hält das ökologische Gleichgewicht im Winter aufrecht. Lassen Sie sie ruhig in Ihren Beeten stochern. Sie sichert ihr Überleben und sorgt dafür, dass Ihr Garten einen wertvollen, wachsamen Bewohner behält, der im Frühling die Insektenpopulation reguliert.

Wenn Sie also das nächste Mal sehen, wie sie den gefrorenen Boden bearbeitet, denken Sie daran: Sie führt ein uraltes, vitales Manöver der Beharrlichkeit aus, das weitaus klüger ist als jede moderne Vogelfütterung.

Und Sie? Haben Sie bei der Elster schon einmal dieses gezielte Stöbern im Schnee beobachtet? Teilen Sie Ihre Beobachtungen in den Kommentaren!

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