Der Trick der Profis: Warum sie Natron und Essig in den Abfluss kippen

Der Trick der Profis: Warum sie Natron und Essig in den Abfluss kippen

Die Küchenspüle meldet sich selten im Voraus. Gestern noch lief das Wasser reibungslos ab, und heute sammelt sich eine trübe Pfütze mit einem anhaltenden Geruch unterm Becken. Die meisten greifen in diesem Moment zum Telefon oder zu aggressiven Chemikalien aus dem Supermarktregal. Dabei lässt sich die Situation in vielen Fällen schnell, kostengünstig und ohne Schaden für Siphon und Rohre lösen – wenn Sie einen präzisen Algorithmus kennen.

Das Problem der Blockade hat jeder schon einmal erlebt. Ich habe bemerkt, dass viele sofort zu den stärksten Mitteln greifen, aber das schadet oft mehr, als es nützt. Ich zeige Ihnen eine Methode, die auf einer einfachen chemischen Reaktion basiert.

Der unsichtbare „Schlamm“: Wie Blockaden entstehen

Fett, Speisereste, Seifenablagerungen und kleinste Partikel bilden mit der Zeit eine klebrige Schicht an den Rohrwandungen. Diese blockiert den Durchfluss nicht sofort, verengt ihn aber allmählich und staut das Wasser auf. Es ist entscheidend, diese Masse nicht einfach weiterzuschieben, sondern sie aufzulösen – sanft und ohne mechanisches Eingreifen.

Wenn Sie in Österreich leben, wissen Sie, wie hart unser Wasser sein kann. Diese Mineralien verstärken die Haftung von Fett und Seife. Das Abflussrohr verhält sich dann wie ein verstopfter Gartenschlauch, der zuerst nur langsamer wird, dann aber komplett dicht macht.

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Die Formel: Reaktion statt Kraft

Bevor Sie beginnen, ist es wichtig, das gesamte stehende Wasser aus der Spüle zu schöpfen. Das ist entscheidend: Die Reaktion muss unverdünnt ablaufen.

Bereiten Sie nun zwei Gläser vor:

  • In das eine geben Sie reines Waschsoda (Kalziniertes Soda). Achten Sie darauf, dass es nicht nur Backpulver ist.
  • In das andere gießen Sie Haushaltsessig (9% Säure).

Und jetzt kommt der wichtigste Moment – handeln Sie gleichzeitig. Aus dem einen Glas schütten Sie schnell das Soda in den Abfluss, und aus dem anderen gießen Sie sofort den Essig hinterher. Die sofortige Reaktion beginnt genau in der Zone zu wirken, wo sich der Schmutz angesammelt hat. Sie „flockt“ die Ablagerungen auf und löst sie sanft von den Rohrwandungen ab.

Lassen Sie die Mischung für etwa 10 Minuten einwirken, ohne in den Prozess einzugreifen. Während dieser Zeit werden die Ablagerungen weich und beweglich.

Das Ergebnis sichern – ohne Risiko für die Bauteile

Nach der Pause gießen Sie langsam 4 bis 5 Liter warmes Wasser aus einem Topf in den Abfluss. Es ist wichtig, dass es heißes, aber nicht kochendes Wasser ist. So schützen Sie den Siphon und die Verbindungsstücke vor thermischer Verformung.

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Die Temperatur ist ein kritischer Punkt. Zu heißes Wasser kann Kunststoffteile tatsächlich beschädigen – das wäre sehr ärgerlich und teuer. Das warme Wasser spült alles weg, was die chemische Reaktion gelöst hat.

Zum Abschluss spülen Sie die Spüle mit heißem Wasser aus dem Hahn unter Druck nach. Der Wasserstrahl nimmt alles mit, was zuvor gelöst wurde, und der Abfluss ist wieder frei – ohne Schaben, ohne Gerüche und ohne fremde Hilfe.

Warum Sie diese Methode immer zur Hand haben sollten

In meiner Praxis hat sich dieser Ansatz als der zuverlässigste für Haushaltsblockaden erwiesen. Er löst das Problem, ohne neue zu schaffen. Hier sind die Vorteile:

  • Er schädigt weder Rohre noch Dichtungen.
  • Sie benötigen kein Spezialwerkzeug.
  • Er hinterlässt keinen beißenden Geruch, wie es bei vielen chemischen Reinigern der Fall ist.
  • Er funktioniert schnell und ist berechenbar.
  • Er eignet sich ideal zur monatlichen Vorbeugung, nicht nur im Notfall.

Das Beste daran: Soda kostet nur ein paar Euro im Drogeriemarkt oder Baumarkt, und Essig hat fast jeder zu Hause. Diese Kombination ist oft effektiver als umweltschädliche und teure Spezialreiniger.

Haben Sie diese Methode schon einmal bei sich zu Hause in Wien oder Graz ausprobiert? Oder verwenden Sie einen ganz anderen Trick gegen verstopfte Abflüsse?

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