Wenn Sie in Österreich wenig Zeit haben, ist der Schnellkochtopf (oder „Dampfkochtopf“, wie wir hier sagen) ein Lebensretter. Weniger Stromkosten, Vitamine bleiben drinnen, und das Gulasch ist in der Hälfte der Zeit fertig. Klingt perfekt, oder?
Aber in meiner Küche habe ich festgestellt: Nicht alles, was schnell geht, ist auch gut. Bestimmte Lebensmittel sollten niemals unter Druck gesetzt werden. Wenn Sie diese Fehler ignorieren, riskieren Sie nicht nur matschiges Essen, sondern auch eine verstopfte Entlüftung.
Lesen Sie weiter, denn dieser unscheinbare Irrtum ruiniert nicht nur Ihr Essen, er kann auch die Lebensdauer Ihres teuren Geräts verkürzen.
Dampfkochtopf-Regel: Diese drei Konsistenzen sind immer ein Problem
Viele glauben, der Topf funktioniert wie ein Wunderkessel: Deckel drauf, fertig. Aber ich habe beobachtet, dass der Schnellkochtopf gnadenlos ist, wenn es um Konsistenz geht. Er macht keine Kompromisse.
Es gibt drei Haupt-Gefahrenzonen, die Sie kennen sollten:
1. Alles, was schäumt und überkocht (Ventil-Gefahr)
Die größte Gefahr im Dampfkochtopf ist nicht der Druck selbst, sondern das, was in die Ventile aufsteigt. Der Topf muss atmen können. Stark schäumende Lebensmittel bilden eine dicke Schicht und können das Sicherheitsventil komplett blockieren. Das erzeugt gefährlichen Überdruck.

- Milch und Sahne: Sie kochen schneller über und brennen leichter an. Verwenden Sie Milchsuppen lieber im normalen Topf oder rühren Sie sie erst ganz am Ende ein, wenn der Druck schon abgelassen ist.
- Fein gemahlenes Getreide: Haferflocken, Grieß oder Gerstengrütze verdicken zu schnell und können die Ventile verkleben. Wenn Sie Haferschleim wollen, nehmen Sie einen normalen Kochtopf.
- Marmeladen oder Apfelmus: Wenn sie ohne genügend Flüssigkeit zubereitet werden, sind sie eine Katastrophe für die Dichtung und das Ventil.
Die Faustregel: Wenn es auf dem normalen Herd unkontrolliert hochsteigt, ist es im Schnellkochtopf eine Zeitbombe.
2. Alles, was zu Brei zerfällt (Matsch-Gefahr)
Der Schnellkochtopf ist fantastisch für Hülsenfrüchte und Fleisch, das Bindegewebe auflösen soll. Er ist aber der Killer für alles, was knackig bleiben soll. Der starke Druck und die hohe Temperatur (bis zu 120 Grad) machen aus zarten Speisen in Sekunden puren Brei.
Ich habe einmal versucht, Brokkoli bissfest zuzubereiten; das Ergebnis sah aus, als wäre es eine Stunde lang gekocht worden. Darum gilt:
- Gemüse wie Zucchini, Spargel, Paprika oder Spinat gehören nicht hinein. Sie garen einfach viel zu schnell.
- Tomaten: Sie zerfallen stark und verändern die Textur des Gerichts negativ.
- Fischfilets und Garnelen: Sie brauchen nur wenige Minuten. Im Dampfkochtopf werden sie garantiert trocken und zäh.
3. Nudeln, Reis und alles, was viel Wasser braucht (Klebrigkeits-Falle)
In Österreich lieben wir Nudeln und Spätzle nicht matschig. Aber der Schnellkochtopf ist darauf optimiert, mit so wenig Wasser wie möglich zu arbeiten.
Der Haken an der Sache: Nudeln und Reis saugen das wenige Wasser extrem schnell auf und kochen durch den Druck sofort über. Sie werden klebrig und matschig. Wer ein loses, körniges Risotto oder einen fluffigen Reis will, sollte den normalen Topf nutzen – es sei denn, Sie haben ein sehr spezifisches Schnellkochtopf-Rezept, das die Wassermenge exakt ausgleicht.

Praktischer Lifehack: So nutzen Sie den Topf doch für empfindliches Gemüse
Gut, was, wenn Sie einfach nur ein paar Karotten für Ihr Rindsgulasch brauchen, aber auch Brokkoli dämpfen möchten, der knackig bleiben soll?
Die Profis machen es so: Nutzen Sie den Schnellkochtopf nur zum Dämpfen (und nicht Druckkochen) des empfindlichen Gemüses.
- Lassen Sie nur sehr wenig Flüssigkeit – etwa 1 cm Wasser – am Boden des Topfes.
- Geben Sie das Gemüse in den Dämpfkorb.
- Verschließen Sie den Topf, aber lassen Sie ihn nicht vollständig unter Druck kommen. Sobald ein leichter Dampfstoß hörbar ist, schalten Sie die Hitze ab und lassen das Gemüse im Restdampf für 2–3 Minuten ziehen.
Dieses Vorgehen spart immer noch Energie, aber die Garzeit ist besser kontrollierbar und Sie vermeiden den Matsch-Effekt, da der extreme Höchstdruck nicht erreicht wird.
Wofür der Dampfkochtopf wirklich gebaut wurde
Lassen Sie uns ehrlich sein: Der Schnellkochtopf glänzt, wo Zeit der Feind ist:
- Lang gegartes Rindsgulasch, wie es die Österreicher lieben, braucht plötzlich nur noch 45 Minuten statt zwei Stunden.
- Getrocknete Hülsenfrüchte (Linsen, Kichererbsen), die Sie am Vortag vergessen haben einzuweichen.
- Große Fleischstücke wie Rinderbraten, Rippchen oder Pulled Pork sind ideal.
Der Dampfkochtopf ist ein Spezialwerkzeug für alles, was lange und weich kochen muss. Versuchen Sie aber nicht, ihn in einen normalen Kochtopf für jeden Tag zu verwandeln.
Haben Sie selbst schon einmal versucht, Nudeln oder Reis im Schnellkochtopf zuzubereiten? Wie war Ihr Ergebnis?

