Ihre Schuhe rutschen auf Eis, und jeder Schritt wird zum Balanceakt? In Wien, Salzburg oder Graz, wo die Winter oft unvorhersehbar sind, kennen wir dieses Problem. Ich habe festgestellt, dass viele Menschen sofort an teure Spikes oder neue Schuhe denken. Das ist unnötig. Es gibt einen einfachen, fast kostenlosen Trick, der Ihre alten, glatten Sohlen auch auf spiegelglattem Eis wieder griffig macht – und Sie können ihn sofort umsetzen.
Winter in Österreich bedeutet oft: glatte Gehsteige. Meinungen, dass man dafür immer spezielles Schuhwerk braucht, sind weit verbreitet. Aber besonders, wenn das Profil Ihrer Lieblingsstiefel abgenutzt ist, ist die Rutschgefahr extrem hoch. Bei mir im Freundeskreis hat sich ein Kniff etabliert, der nicht einmal 3 Euro kostet und besser funktioniert als manch eine Notlösung aus dem Baumarkt.
Warum das Abkratzen der Sohle nicht funktioniert (und was Profis stattdessen tun)
Viele versuchen, die Sohle aufzurauen. Das hält aber maximal eine Halbestunde, da die oberste Schicht sofort wieder poliert wird. Der Schlüssel liegt darin, einen dauerhaften Mikro-Grip zu schaffen. Das Prinzip ist dasselbe wie bei Winterreifen: Man braucht winzige, flexible Ausbuchtungen, die sich in das Eis krallen können.
Der Trick basiert auf der gezielten Anwendung eines wasserfesten Klebers. Aber nicht auf irgendeine Art und Weise – die Methode ist entscheidend.

Schritt-für-Schritt: Mehr Grip für Ihre Winterschuhe
Die Vorbereitung ist das A und O. Vernachlässigt man diesen Schritt, wird der ganze Aufwand zunichtegemacht.
Die Vorbereitung (20 Minuten):
- Reinigen Sie die Sohlen gründlich von Schmutz und Salzrückständen.
- Die Sohle muss vollständig trocken sein. Selbst minimale Feuchtigkeit verhindert, dass der Kleber richtig haftet. Ich lasse die Schuhe immer über Nacht bei Raumtemperatur stehen.
Das Werkzeug (Kostenpunkt ca. 3 Euro für den Kleber):
- Ein kleiner Applikator: Nehmen Sie eine Holzklemme oder einen Zahnstocher und wickeln Sie ein kleines Stück Watte fest darum. Das ist präziser als ein Wattestäbchen.
- Ein starker, wasserfester oder wasserabweisender Kleber (z.B. ein guter Schuhkleber oder PU-Kleber). Finger weg von billigem Sekundenkleber – der bricht bei Nässe sofort weg.
Kleine Tropfen, große Wirkung: Die Anti-Rutsch-Strategie
Konzentrieren Sie sich auf jene Bereiche der Sohle, wo das Profil am meisten abgenutzt ist: typischerweise die Ferse und der Fußballen. Hier benötigen Sie den zusätzlichen Grip am dringendsten.
Die Technik ist simpel, aber effektiv:
- Tupfen Sie den Applikator vorsichtig in den Kleber, sodass er leicht benetzt ist.
- Tragen Sie den Kleber punktuell auf die Sohle auf. Formen Sie kleine, erhabene Tropfen, die wie winzige Erbsen aussehen. Wiederholen Sie diesen Vorgang dort, wo das Profil fehlt.
- Lassen Sie die erste Schicht leicht antrocknen.
- Fügen Sie eine zweite Schicht hinzu, um die Klebertropfen leicht halbkugelförmig zu machen. Genau diese Form funktioniert wie ein Mini-Spike.
Diese erhabenen, elastischen Punkte bilden einen neuen Mikro-Relief, der sich auch im feinsten Graupel oder auf glattem Eis festkrallen kann. Man merkt den Unterschied sofort, weil die Fläche, die Kontakt mit dem Boden hat, nicht mehr glatt ist.

Der Insider-Tipp zur Aushärtung
Ein häufiger Fehler ist die Ungeduld. Bitte vermeiden Sie es, Föhn oder die Heizung zu verwenden. Übermäßige Hitze kann den Kleber spröde machen oder die Sohle beschädigen.
Legen Sie die Schuhe nach dem Auftragen flach hin und lassen Sie den Kleber mindestens 8 Stunden, idealerweise über Nacht, bei Raumtemperatur aushärten. Nur so erhält der Kleber seine volle wasserabweisende Härte.
Mit der Zeit werden diese Kleberpunkte natürlich abnutzen, aber das ist kein Problem. Sie können sie einfach erneuern, indem Sie einen neuen Tropfen Kleber auf die gleiche Stelle auftragen. Das spart Ihnen nicht nur Geld für teure Anti-Rutsch-Überzüge, sondern garantiert auch, dass Sie sich auf den oft schlecht geräumten Wegen in Österreich sicherer fühlen.
Haben Sie diesen oder einen ähnlichen Trick schon ausprobiert, um Ihre Winterschuhe eisfest zu machen? Welche Notsituation hat Ihnen schon einmal den Tag gerettet?

