Kennen Sie das? Die Küchenlade klemmt, in den Kästen herrscht Chaos, weil man mal wieder irgendwo etwas hineingestopft hat. Bei mir war es am Wochenende so weit: Schublade zu, aber irgendetwas blieb hängen. Wir alle neigen dazu, unnötige Gadgets anzusammeln, die uns Zeit oder Platz rauben. Ich habe fünf Dinge gefunden, die bei mir sofort rausgeflogen sind, und Sie werden überrascht sein, welche davon wahrscheinlich auch bei Ihnen verstauben. Das Aufräumen spart nicht nur Nerven, sondern schafft auch Raum für wirklich wichtige Dinge.
Warum mehr Kochlöffel als Finger?
Ich hatte in meiner Schublade eine beeindruckende Sammlung: Silikon, Hartplastik, Holz, Edelstahl. Vier Kochlöffel! Wir sind ein Zwei-Personen-Haushalt. Brauchen wir das? Eindeutig nein. Dieses Überangebot war ein perfektes Beispiel für Küchen-Dramatik ohne Notwendigkeit.
Das Problem: Unnötige Duplikate binden Platz.
Ich habe mich radikal auf einen einzigen Silikonlöffel reduziert. Warum Silikon? Ganz einfach: Wir haben neue Pfannen, die mit Antihaftbeschichtung ausgestattet sind, und keine Kratzer vertragen. Der Holzlöffel? Er braucht ewig zum Trocknen und ist oft unhygienisch. Edelstahl? Klingt auf unseren neuen Pfannen grauenhaft.
- Überprüfen Sie alle Duplikate (Spargelschäler, Siebe, Kochlöffel).
- Wählen Sie den funktionalsten oder hygienischsten Favoriten aus.
- Entsorgen oder spenden Sie alle anderen.
Der Drehteller: Ordnungshilfe oder Platzfresser? (Speziell im Wiener Altbau)
Die Idee war gut: Ein Drehteller im Kühlschrank, damit man endlich alles in der Ecke erreicht. Ich wohne in einem klassischen Wiener Altbau mit einer kleineren Küche, und hier stellte sich das Gadget als fataler Fehler heraus. Der Drehteller nimmt durch seinen benötigten Schwenkbereich extrem viel wertvollen Platz in Anspruch. Am Ende passten nur wenige Gläser darauf, und der Rest stand trotzdem im Weg.
Wenn Sie auch keinen Side-by-Side-Kühlschrank haben, rate ich davon ab. Effektiver ist eine vertikale Organisation.

Mein praktischer Tipp:
Nutzen Sie rechteckige Aufbewahrungsboxen ohne Deckel, die Sie einfach nach vorne ziehen können. Das System spart Platz und ermöglicht den Überblick, besonders für Senf, Marmelade oder Tuben. Vertikale Ordnung schlägt in kleinen Küchen die Rotationsordnung fast immer.
Der Entsafter: Die Wahrheit über das Putzen
Ich muss zugeben: Mein Lebenspartner hatte recht. Der Entsafter musste weg. Ich liebe gesunde Säfte, aber die Realität sieht so aus: morgens in der Hektik den Entsafter benutzen, dann warten, bis der Satz getrocknet ist, und anschließend eine halbe Stunde das Gerät zerlegen und reinigen. Der Zeitfaktor für die Reinigung ist für mich zum Dealbreaker geworden.
Man investiert mehr Zeit ins Putzen als ins eigentliche Safttrinken. Wer auch keine Zeit für dieses Morgenritual hat und Putzen nicht zum Lieblingshobby erklärt, der sollte den Entsafter schleunigst in den Keller verbannen. Der Schrankplatz ist einfach zu wertvoll.
Was Sie stattdessen tun können: Wenn es schnell gehen muss, greifen Sie einfach zu einem Apfel oder Karotten als Snack. Es ist gesünder, schneller und produziert keinen Plastikmüll oder Putzaufwand.
Die Löffelwaage – Wer wiegt 75,3 Gramm Mehl ab?
Ich habe sie jahrelang in der Schublade der Schande versteckt: die Löffelwaage. Ein Ding, das die Präzision dort hinbringen sollte, wo man sie nicht braucht. Ich frage mich im Nachhinein, wer so etwas überhaupt erfindet. Egal, ob ich Pancakes backe oder eine Suppe würze – 75,3 Gramm Dinkelmehl? Völliger Unsinn. 75 Gramm tut es auch.

Wir neigen dazu, uns von vermeintlichen „Profi“-Tools blenden zu lassen. Aber seien wir ehrlich: Eine gute, gängige digitale Küchenwaage reicht völlig aus. Wer beim Backen auf höchste Präzision angewiesen ist, hat diese Funktion oft schon im Thermomix oder einem anderen Multifunktionsgerät integriert.
Kaffeekapselmaschinen: Schlecht für die Umwelt, schlecht für die Geldbörse
Die Kapselmaschine war der letzte Gegenstand, der weichen musste. Der Komfort ist verlockend, aber die Menge an Plastik- oder Aluminiummüll, die täglich anfällt, ist nicht mehr vertretbar. Abgesehen davon, sind Kapseln (besonders hier in Österreich bei den Preisen im Supermarkt) auf Dauer extrem teuer.
Die moderne Alternative: French Press
Wer nicht gleich in eine teure Siebträgermaschine (die viel Platz einnimmt) investieren möchte, findet in der French Press die perfekte Lösung. Sie kostet wenig, nimmt kaum Platz ein und der Kaffee schmeckt fantastisch – vorausgesetzt, man mag normalen schwarzen Kaffee. Die Umwelt wird es Ihnen danken, und Ihr Geldbeutel erst recht.
Halten Sie diese 5 Dinge in Ehren (Der Gold-Standard der Küche)
Beim Ausmisten erkennen wir erst, welche Dinge wirklich unverzichtbar sind. Investieren Sie lieber in Qualität bei diesen Helfern:
- Scharfe Messer: Ein gutes Kochmesser und ein kleines Schälmesser (das sind die einzigen, die Sie wirklich brauchen).
- Aufbewahrungsdosen: Mehrere in verschiedenen Größen. Besser als ständiges Wegwerfen von Alufolie oder Frischhaltefolie.
- Pfeffermühle: Frisch gemahlener Pfeffer ist ein Muss.
- Deckelhalterung im Topfschrank: Oder eine andere sinnvolle Lösung, um die Töpfe vom Chaos zu befreien.
- Wasserkocher/Toaster: Haushaltsgeräte, die Sie täglich nutzen. Qualität zählt hier.
Chaos im Schrank bedeutet Chaos im Kopf. Nehmen Sie sich heute eine halbe Stunde Zeit, um eines dieser unnötigen Gadgets zu entsorgen. Welches der 5 Dinge war bei Ihnen der größte Platzfresser? Lassen Sie es mich in den Kommentaren wissen!

