Ihre Gas- oder Grillrost ist stark verfettet und die Schwammreinigung bringt Sie zur Verzweiflung? Sie schrubben zehn Minuten lang, nur um festzustellen, dass eingebranntes Fett und Ruß einfach nicht weichen wollen? Sie sind nicht allein.
Ich war selbst jahrelang frustriert, bis ich auf eine radikale, aber unglaublich einfache Methode gestoßen bin: Kochen. Dieser Trick, den Großmütter schon zu Zeiten des alten Österreichs verwendeten, um ihre schweren Gusseisenroste zu pflegen, spart Ihnen stundenlanges Schrubben. Sie müssen nur wissen, *was* Sie dem Kochwasser hinzufügen.
Der Schmerzpunkt: Warum herkömmliche Reinigungsmittel versagen
Wenn Fett längere Zeit auf Metall verbleibt und erhitzt wird, karamellisiert es und bildet eine extrem hartnäckige Schicht. Herkömmliche Reinigungsmittel dringen oft nicht tief genug ein, und aggressive Chemikalien können empfindliche Emaille beschädigen.
Das Problem ist, dass Kälte und mechanische Kraft hier wenig ausrichten. Wir brauchen Chemie und Temperatur, um das hartnäckige Fett „aufzubrechen“.
- Altes Fett ist zäh: Es setzt sich tief in die Poren des Metalls.
- Schrubben schadet: Aggressive Bürsten können die Oberfläche zerkratzen.
- Zeitverschwendung: Man verbringt mehr Zeit mit Schrubben, als mit dem Kochen selbst.
Ich habe in meiner Praxis bemerkt, dass viele Österreicher denken, man müsse nur teure Spezialreiniger aus der Drogerie wie Bipa oder DM kaufen. Aber die Lösung kostet kaum mehr als ein paar Cents.

Die „Smart Click“-Strategie: Was Sie wirklich dem Wasser hinzufügen müssen (und warum es funktioniert)
Die Magie dieser Methode liegt in der einfachen Kombination, die alkalisch wirkt und Fett buchstäblich von der Oberfläche löst:
Schritt 1: Das alkalische Kraftpaket vorbereiten
Nehmen Sie den größten Topf, den Sie haben (ich benutze dafür oft einen alten Nockerltopf), und füllen Sie ihn so weit mit Wasser, dass Ihr Backrost – oder zumindest der Großteil davon – bedeckt ist. Bringen Sie das Wasser zum Kochen.
Wenn das Wasser siedet:
- Fügen Sie Soda (Natriumkarbonat) hinzu. Die Faustregel ist: etwa ein Esslöffel Soda pro Liter Wasser. Seien Sie vorsichtig beim Hinzufügen, da es im kochenden Wasser stark schäumen kann.
- Geben Sie einen Schuss Ihres normalen Geschirrspülmittels hinzu. Das Spülmittel enthält Komponenten, die das gelöste Fett emulgieren, damit es sich nicht wieder auf dem Rost absetzt.
Wichtig: Die Lauge, die durch das Soda entsteht, ist der Schlüssel. Sie arbeitet wie ein sanfter, aber effektiver Fettlöser (eine Art Lauge), während die Hitze den chemischen Prozess extrem beschleunigt.
Schritt 2: 30 Minuten bis zur Transformation
Tauchen Sie den Rost vorsichtig in die kochende Lösung. Wenn der Rost zu groß ist, kochen Sie eine Seite für 30 Minuten und drehen Sie ihn dann um. Decken Sie den Topf ab, um die Hitze und den Dampf im Inneren zu behalten.
Ich habe bei starker Verkrustung festgestellt, dass 45 bis 60 Minuten nötig sein können. Aber selbst die schlimmsten Verkrustungen auf meinem gusseisernen Grillrost waren nach einer Stunde bereit zur einfachen Entfernung.

Schritt 3: Der einfache Abgang
Nehmen Sie den Rost vorsichtig aus der Lauge. Achten Sie auf Verbrühungsgefahr! Das Fett ist nun weich wie Butter.
Sie brauchen nur noch:
- Einen einfachen Spülschwamm (die raue Seite).
- Geringfügigen Druck.
Das angelöste Fett und der Ruß lassen sich nun in wenigen Sekunden abwischen. Es ist fast so, als würden Sie eine nasse Serviette abziehen. Spülen Sie den Rost anschließend mit klarem Wasser ab.
Der Nachhaltigkeits-Bonus: Wiederverwendung der Lauge
Das Beste daran: Sie müssen diese wirksame Lauge nicht sofort entsorgen. Ich bewahre sie oft auf, um danach auch Pfannen, Töpfe oder sogar stark verfettete Besteckteile darin einzuweichen. Der Fettlöse-Effekt hält an!
Wenn Sie also das nächste Mal vor einem inakzeptabel fettigen Backrost stehen, denken Sie daran: Sie brauchen keine teuren Chemikalien. Sie brauchen Hitze, Soda und Geduld. 30 Minuten und Ihr Rost ist so sauber, dass er fast wieder glänzt wie ein echter Wiener Kaiserschnitt.
Haben Sie diese Methode schon einmal ausprobiert? Oder kennen Sie noch einen anderen österreichischen Omatrick zur Küchenreinigung?

