Hand aufs Herz: Die Weihnachtsbäckerei in Österreich hat eine heilige Trias: Lebkuchen, Zimtsterne und natürlich die unverzichtbaren Vanillekipferl. Aber genau diese Kipferl sind jedes Jahr aufs Neue ein Nervenkitzel. Sie brechen, sie zerbröseln, sie kriegen einfach nicht die Perfektion wie bei der Oma.
Ich habe in meiner Praxis etwas bemerkt: Viele Hobbybäcker meiden die Vanillekipferl wegen des Aufwands.
Doch keine Panik. Es gibt einen Geheimtipp abseits der Tradition, der uns allen das Keksebacken erleichtert. Und das Beste: Diese sogenannten „Traumstücke“ sind so himmlisch zart, dass sie in Wien, Salzburg und Graz die Kipferl-Krise beenden könnten. Sie brauchen nur fünf Zutaten und zergehen buchstäblich auf der Zunge.
Warum Sie die „Traumstücke“ heuer statt Kipferl backen SOLLTEN
Die größte Herausforderung bei klassischen Vanillekipferln ist die Formgebung und das Timing im Ofen. Sie müssen perfekt sein. Aber warum kompliziert, wenn es einfacher geht?
Die Vorteile der Geheimwaffe: 5 Gründe für den Umstieg
- Zartheit ohne Drama: Durch die spezielle Eigelb-Basis werden die Traumstücke unglaublich mürbe, ohne dass Sie sie mühsam formen müssen.
- Konstante Ergebnisse: Keine abgebrochenen Hörner mehr. Einfach Teigrollen schneiden – fertig.
- Nur 5 Zutaten: Mehl, Butter, Zucker, Eigelb und Vanille. Das war’s. Das haben Sie wahrscheinlich schon in Ihrer Speis.
- Lokal-Tipp: Sie können bei Spar oder Billa lokale Bio-Eier verwenden und damit die Mürbheit noch steigern.
- Perfektes „Warm-Naschen“: Ein lauwarmes Traumstück direkt vom Blech ist ein Erlebnis, das jedes Kipferl in den Schatten stellt.
Viele Back-Experten sagen mir, dass dieser Keks im Prinzip der „leichtere Bruder“ des Kipferls ist, weil er die gleiche Vanille-Basis hat, aber die schwierige Halbmondform umgeht. Das spart Nerven und Zeit.

Das präzise Rezept: 15 Minuten im Ofen, 100% Genuss
Hier verrate ich Ihnen das genaue Vorgehen, wie diese Zartheit entsteht. Der Schlüssel liegt in der Temperatur und der Art, wie Sie den Teig behandeln. Achten Sie besonders auf den Puderzucker-Trick.
Zutaten (für ca. 40-50 Stück)
- 250g glattes Weizenmehl
- 150g weiche Butter (aus dem Kühlschrank nehmen!)
- 150g Zucker (oder 130g, falls Sie Vanillezucker verwenden)
- 5 Eigelb (wichtig für die Konsistenz)
- Mark von 2 Vanilleschoten, oder 2 Pkg. Vanillezucker
- 100g Puderzucker zum Bestäuben
Wichtig: Wenn Sie die Eigelbe verwenden, bleiben Ihnen die Eiweiße übrig. Perfekt für Baiser oder Kokosbusserl – also doppelte Weihnachtsbäckerei-Ausbeute!
Der Lifehack: So formen Sie das perfekte Traumstück
Der Ofen muss auf 180°C Ober-/Unterhitze vorgeheizt werden. (Umluft 160°C). Und jetzt der entscheidende Schritt:
- Sieben Sie das Mehl in eine große Schüssel. Geben Sie die weiche Butter in Stücken, den Zucker und die 5 Eigelbe hinzu.
- Verwenden Sie den Knethaken Ihres Mixers, um einen glatten, formbaren Teig herzustellen. Er sollte nicht kleben. Mischen Sie das Vanillemark gleichmäßig unter.
- Der Kniff: Teilen Sie den Teig in 3-4 Teile. Rollen Sie jeden Teil zu einer langen Wurstrolle mit einem Durchmesser von 2 bis 3 cm. Nicht dicker, sonst backen sie ungleichmäßig.
- Schneiden Sie mit einem scharfen Messer (dieser Schritt ist einfacher als gedacht) 2 cm dicke Scheiben von den Rollen ab. Das sind Ihre Traumstücke.
Legen Sie die Stücke mit Abstand auf das Blech und backen Sie sie genau 15 Minuten, bis sie leicht goldgelb sind. Sie sollten am Rand nur minimal Farbe annehmen.

Der Puderzucker-Finale: Nehmen Sie die Kekse aus dem Ofen und lassen Sie sie auf dem Blech abkühlen. Dieser Punkt ist essentiell! Bestäuben Sie sie im lauwarmen Zustand mit Puderzucker. Ein eiskaltes Keks nimmt den Zucker nicht gut auf.
Variationen, die Sie unbedingt probieren müssen
Das wirklich Schöne an diesem Grundrezept ist seine Flexibilität. Es ist eine Leinwand für Aromen, die in der österreichischen Weihnachtsküche sonst nur schwer zu finden sind.
Frische Noten für die Festtage
- Zitrus-Kick: Geben Sie einen Teelöffel fein geriebene Schale von Bio-Zitronen oder Orangen hinzu. Aber Vorsicht: Nur das Bunte der Schale verwenden. Der weiße Teil (die Albedo) ist bitter.
- Mandel-Magie: Ein bis zwei Tropfen Mandelaroma im Teig geben den Traumstücken einen Hauch von Marzipan – ohne den Aufwand von echtem Marzipan.
- Schoko-Traum: Fügen Sie 1-2 Esslöffel Kakao in den Teig hinzu und rollen Sie die fertigen Stücke nach dem Backen in einer Mischung aus Puderzucker und Kakao.
Ich habe selbst die Zitronen-Variation getestet und war überrascht, wie gut die Frische mit dem Vanillearoma harmoniert. Es ist eine willkommene Abwechslung im süßen Backmarathon.
Probieren Sie dieses einfache, aber effektive Rezept aus, und vergessen Sie für heuer den Kipferl-Stress. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Nachbacken und Genießen!
Und nun meine Frage an Sie, liebe Leser: Welche Weihnachtsbäckerei-Tradition in Österreich würden Sie gerne durch etwas Besseres ersetzen, wenn Sie könnten?

