Hand aufs Herz: Wie oft haben Sie beschlossen, Fisch zuzubereiten, nur um dann zuzusehen, wie er in der Pfanne zerfällt? Die Haut klebt fest, das Öl spritzt, und die appetitliche Kruste, die Sie sich erhofft hatten, verwandelt sich in einen traurigen Brei. Dieses Problem betrifft überraschend viele Haushalte in Österreich, besonders wenn es um tiefgekühlte Ware geht.
Viele schieben die Schuld auf die Qualität des Fisches. Aber ich habe in meiner Praxis bemerkt: Die Hauptursache liegt fast immer in der falschen Vorbereitung. Mit nur drei einfachen Schritten, die Profiköche im Dogenhof (Wien) oder in der Linzer Gasse (Salzburg) anwenden, garantieren Sie ein perfektes Ergebnis. Sie müssen dafür nur einen Fehler vermeiden, den fast jeder zu Hause macht.
Der unsichtbare Feind: Feuchtigkeit muss raus
Der größte Saboteur beim Braten ist die Feuchtigkeit. Ein nasser Fisch führt nicht nur dazu, dass das Öl spritzt wie verrückt – ein echtes Problem, das Ihre Küche verschmutzt –, sondern es verhindert auch, dass sich die goldene Kruste bildet. Statt zu braten, dämpft der Fisch im eigenen Saft und fällt auseinander.
Die spezifische Lösung:
- Waschen Sie den Fisch (egal ob frisch oder aufgetaut) kurz ab.
- Legen Sie ihn anschließend auf einen Stapel Küchenpapier. Viele übersehen diesen Schritt: Sie müssen den Fisch außen und innen absolut trocken tupfen. Er sollte sich fast lederartig anfühlen.
- Bei aufgetautem Fisch aus dem Supermarkt (wie Billa oder Spar) ist dieser Schritt doppelt wichtig, da er während des Auftauens viel Wasser gezogen hat.
Glauben Sie mir, ich habe gesehen, wie dieser eine Schritt den Unterschied zwischen einem perfekten Filet und einem Desaster ausmacht.
Der Anti-Klebe-Trick: Darum brauchen Sie immer Mehl
Eine leichte Panierung gilt nicht nur für Cordon Bleu. Selbst wenn Sie keinen dicken Backteig planen, sollten Sie eine bestimmte Zutat nie weglassen. Ein dünner Mantel aus Mehl oder Stärke ist Ihr Schutzschild gegen das Zerfallen.

Hier ist das Prinzip der „Informationslücke“: Das Mehl saugt die letzten Reste der Oberflächenfeuchtigkeit auf und bildet eine Barriere. Es ist diese dünne Schutzschicht, die verhindert, dass die empfindliche Fischhaut direkt mit dem Metall der Pfanne in Kontakt kommt und festklebt. Versäumen Sie dies, klebt die Haut an der Pfanne, und beim Wenden reißt das zarte Fleisch ab.
So machen es die Experten:
- Würzen Sie den Fisch trocken mit Salz und Pfeffer.
- Wenden Sie ihn nur ganz kurz in einer Schale mit speziellem Bratmehl oder klassischem Weizenmehl (Type 480). Schütteln Sie das überschüssige Mehl sofort ab. Die Schicht muss hauchdünn sein.
Dadurch bekommen Sie die notwendige Dichte, damit die Kruste entsteht.
Der Geheimtipp gegen Spritzen: Ein Löffel Salz
Jeder hasst es, wenn heißes Öl in der Küche Chaos anrichtet. Dieses Spritzen ist ein direktes Zeichen dafür, dass das Öl mit Feuchtigkeit in Berührung kommt. Doch es gibt einen absolut einfachen Trick, um das zu verhindern, den ich oft in älteren österreichischen Kochbüchern gefunden habe.
Warum Profis Salz auf die leere Pfanne streuen
Bevor Sie das Öl erhitzen und bevor der Fisch in die Pfanne kommt, streuen Sie eine kleine Prise gewöhnliches Speisesalz auf den Boden der kalten Pfanne. Erst dann geben Sie das Öl hinzu und beginnen, es zu erhitzen.
Die Mechanik: Das Salz absorbiert eventuelle Restfeuchtigkeit in der Pfanne und im Öl selbst. Sobald es anfängt zu brutzeln und eine Barriere bildet, wird der Bratvorgang viel ruhiger und sicherer. So bleibt Ihre Arbeitsfläche in Wien-Floridsdorf oder Graz sauber.

Der größte Fehler beim Braten: Die Sache mit dem Deckel
Viele Anfänger neigen dazu, die Pfanne mit einem Deckel abzudecken, weil sie hoffen, dass der Fisch schneller gar wird. Das ist ein fataler Fehler.
Unter dem Deckel bildet sich sofort Kondenswasser. Dieses Wasser tropft zurück auf den Fisch und die Pfanne. Was passiert? Erneut beginnt der Fisch zu kochen und zu dämpfen, die mühsam aufgebaute Kruste wird weich, und er zerfällt. Lassen Sie den Deckel weg, bis der Fisch fertig ist.
Bonus-Hack: Der Zitrusduft, der Fischgeruch vertreibt
Nach dem Genuss bleibt oft ein intensiver Geruch in der Küche, den die Dunstabzugshaube allein nicht bewältigen kann. Anstatt die halbe Wohnung mit chemischen Sprays zu übertünchen, nutzen Sie diesen natürlichen Trick:
Mischen Sie 200 ml warmes Wasser mit 10–15 Tropfen ätherischem Orangenöl oder Zitronenöl. Besprühen Sie damit leicht die Oberflächen rund um den Herd und wischen Sie sie ab. Alternativ können Sie einige Tropfen auf Wattebäusche geben und diese diskret in der Küche verteilen.
Innerhalb einer Stunde wird der intensive Fischgeruch durch einen frischen, sauberen Zitrusduft ersetzt. Probieren Sie diese Methode aus und Sie werden sehen, Fische braten wird plötzlich zu einem viel entspannteren Erlebnis.
Welchen Fisch braten Sie in Österreich am liebsten und welchen Trick wenden Sie immer an, damit er nicht zerfällt?

