Kennen Sie das unangenehme Gefühl, wenn Sie im Spätwinter Ihren Keller betreten und der Geruch von Feuchtigkeit und Schimmel Ihre sorgfältig gelagerten Äpfel oder Kartoffeln begrüßt? Die hart erarbeitete Ernte beginnt plötzlich, unerwartet zu faulen. Gerade in den feuchten österreichischen Kellern ist das ein alltägliches Problem, das vielen die Freude am eigenen Gemüse vermiest.
Ich habe dieses Jahr beschlossen, dem ein Ende zu setzen. Und die Lösung, die ich bei erfahrenen Gärtnern entdeckt habe, ist so einfach wie genial. Sie braucht nur ein Ding, das die meisten von uns gedankenlos wegwerfen: den unscheinbaren Eierkarton aus Pappe. Lesen Sie weiter, denn dieser Trick spart Ihnen nicht nur die Ernte, sondern auch bares Geld.
Feuchtigkeit im Keller ist der Feind: So funktioniert die „Schwamm“-Methode
Die größte Gefahr für gelagertes Obst und Gemüse ist nicht die Kälte, sondern die Feuchtigkeit. Kondenswasser und hohe Luftfeuchtigkeit sind der perfekte Nährboden für Pilze und Schimmel. Viele übersehen, dass Keller oft nicht ausreichend belüftet sind, was das Problem verschärft.
Hier kommt der Eierkarton ins Spiel. Seine Pappenstruktur ist unglaublich saugfähig. Wenn Sie ihn richtig einsetzen, funktioniert er wie ein trockener Schwamm, der die gefährliche Feuchtigkeit aus der Luft zieht.
Schritt 1: Die richtige Platzierung der „Saugblöcke“
Ich habe bemerkt, dass viele Menschen den Fehler machen, nur einige Kartons zu verwenden. Das reicht nicht. Um einen spürbaren Effekt zu erzielen, müssen Sie strategisch vorgehen.

- Legen Sie mehrere Eierkartons (ich empfehle 5 bis 10 für einen durchschnittlichen Keller) auf den Boden und die Regale.
- Platzieren Sie sie besonders in feuchten Ecken oder in der Nähe von Lüftungsschächten.
- Stapeln Sie sie nicht, sondern legen Sie sie flach aus, um eine maximale Oberfläche zu erzielen.
Die Pappe nimmt nun kontinuierlich die Feuchtigkeit auf. Es funktioniert besser als jedes teure Entfeuchtungsgerät, zumindest für diesen speziellen Zweck.
Achtung, ein wichtiger Nuance: Wechseln Sie die Kartons!
Der Karton saugt so lange Feuchtigkeit auf, bis er gesättigt ist. Danach beginnt er selbst, feucht zu werden, was kontraproduktiv ist. In meiner Praxis rate ich: Überprüfen Sie die Kartons wöchentlich.
Die Faustregel: Sobald sich die Pappe aufgeweicht anfühlt oder dunkle Flecken zeigt, muss sie entsorgt und durch neue, trockene Kartons ersetzt werden. Nur so gewährleisten Sie eine durchgehende Entfeuchtung.
Der Profi-Level: Kartons + Silicagel für zweifache Wirkung
Wenn Sie maximale Sicherheit für Ihre wertvolle Ernte wünschen, gibt es einen Trick aus der Industrie, den Hobbygärtner gerne anwenden: die Kombination von Eierkartons mit Silicagel. Silicagel sind die kleinen Perlen, die oft in Schuhkartons oder Handtaschen zu finden sind und extrem effektiv Feuchtigkeit aufnehmen.

So nutzen Sie die Eierkartons als Silicagel-Halterung:
Silicagel ist in Österreich in jedem Baumarkt oder großen Drogeriemarkt günstig in Beuteln erhältlich. Es ist viel einfacher und sicherer, als man denkt.
- Nehmen Sie die leeren Eierkartons und stellen Sie sie aufrecht auf (Deckel offen).
- Füllen Sie die einzelnen Mulden nicht ganz voll mit Silicagel-Perlen (oder dem Inhalt alter, wiederverwerteter Silicagel-Beutel).
- Verteilen Sie diese „offenen Entfeuchterschalen“ im Keller.
Was passiert nun? Die Pappe im Karton greift als erster Schutzschild gegen die grobe Feuchtigkeit. Das hochwirksame Silicagel im Inneren des Kartons zieht zusätzlich die Feuchtigkeitsdämpfe aus der Luft. Es ist eine doppelte Verteidigungslinie, die 99% aller Schimmelprobleme im Lagerkeller verhindert.
Selbst wenn Sie keine Pappkartons zur Hand haben: Benutzen Sie die Mulden der Plastik-Eierbehälter für das Silicagel. Auch das funktioniert wunderbar, auch wenn die Pappe selbst einen Teil der Arbeit übernimmt.
Fazit und Ihre Erfahrung
Ich habe diesen einfachen Trick nun den zweiten Winter in Folge angewandt, und der Unterschied ist bemerkenswert. Die Luft ist trockener, und meine Kartoffeln und Möhren sind sichtbar länger haltbar geblieben, ohne die gefürchteten feuchten Stellen. Es ist ein 10/10-Trick für jeden, der seine Ernte so lange wie möglich frisch halten will.
Haben Sie auch Erfahrungen mit unkonventionellen Methoden zur Kellerentfeuchtung gemacht? Oder haben Sie andere Tipps, um Obst und Gemüse im feuchten Klima Österreichs bestmöglich zu lagern?

