Die Weihnachtszeit in Österreich hat einen heimlichen König: das Vanillekipferl. Aber Hand aufs Herz, wie oft sind sie Ihnen zerbrochen oder hart geworden, anstatt zart auf der Zunge zu zergehen? Wir haben ein Rezept entdeckt, das dieses Problem löst und die feinen Hörnchen geschmacklich in den Schatten stellt. Wenn Sie dieses Jahr endlich stressfrei die zartesten Plätzchen backen wollen, dann lesen Sie jetzt weiter.
Ich habe das Rezept, das wir „Traumstücke“ nennen, in meiner eigenen Küche getestet und gemerkt, dass es einen entscheidenden, aber einfachen Vorteil hat. Es ist nicht nur schneller fertig als jedes Kipferl, es ist auch die Konsistenz, die süchtig macht. Viele übersehen, dass der Schlüssel zur Perfektion in der Backstube oft nicht in exotischen Zutaten liegt, sondern in der simplen Balance aus Eiern und Butter.
Der unschlagbare Vorteil von „Traumstücken“ gegenüber klassischen Kipferln
Wenn Sie in Wien oder Graz am Christkindlmarkt stehen, werden Sie Kipferl in Hülle und Fülle finden. Doch der Hausgebrauch ist tückisch. Kaum ein Hobbybäcker kriegt die perfekte Konsistenz hin, die Omas Backbuch verspricht. Traumstücke hingegen sind narrensicher.
Der entscheidende Unterschied liegt im Fett-Eiweiß-Verhältnis des Teiges. Für die Traumstücke verwenden wir nämlich nur das Eigelb. Das sorgt für eine extreme Zartheit und den fast schon „mürben“ Biss, den wir bei Weihnachtsplätzchen so lieben.
Darum machen 5 Eigelb diesen Teig so himmlisch
Während viele Rezepte ganze Eier verwenden und dadurch der Teig durch das Eiweiß etwas zäh wird, setzen wir auf das volle Aroma und die Bindekraft des Gelben. Das Fett im Eigelb ist der eigentliche Aromaträger und sorgt dafür, dass die Plätzchen bei jedem Bissen auf der Zunge zerfallen, fast wie eine feine Mehlspeise.
- Sie benötigen 5 Eigelb auf die Menge an Mehl und Butter.
- Kein Eiweiß bedeutet weniger Gefahr, dass der Teig beim Kneten zäh wird.
- Die Plätzchen behalten auch nach dem Abkühlen ihre Zartheit.
- Der feine Vanille-Geschmack wird durch das Eigelb optimal hervorgehoben.

Das Rezept: So backen Sie die schnellsten und zartesten Plätzchen
Bereiten Sie sich darauf vor, nur 15 Minuten pro Blech zu warten. Im Gegensatz zu manchen Vanillekipferl-Teigen, die lange Rastzeiten brauchen, können Sie hier fast sofort loslegen. Und keine Sorge, das Formen ist einfacher als gedacht.
Zutaten: Was Sie aus dem Billa oder Spar holen müssen
Diese Menge reicht für mindestens zwei Bleche – planen Sie eventuell schon jetzt eine zweite Fuhre, falls die erste zu schnell weg ist!
- 300 g Mehl (glatt, am besten heimisches Weizenmehl)
- 200 g weiche Butter (keine Halbfettbutter, bitte!)
- 150 g Zucker (oder 20 g weniger, wenn Sie Vanillezucker statt Schoten verwenden)
- 5 Eigelb
- 2 Vanilleschoten *oder* 2 Päckchen hochwertiger Vanillezucker
- 100 g Puderzucker zum Bestäuben
Schritt-für-Schritt: Nur 3 einfache Schritte zum Glück
Der Ofen sollte auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorgeheizt sein. Das ist wichtig, damit die Plätzchen schnell backen, aber nicht austrocknen.
1. Den Teig mischen:
Sieben Sie das Mehl in eine große Schüssel. Geben Sie die weiche Butter in Stücken, den Zucker und die Eigelbe hinzu. Kratzen Sie das Mark aus den Vanilleschoten. Verarbeiten Sie alles mit dem Knethaken des Handmixers zu einem glatten, geschmeidigen Teig. Der Teig sollte weich, aber nicht klebrig sein.
2. Die perfekte Form:
Teilen Sie den Teig in faustgroße Portionen. Rollen Sie jede Portion zu einer ca. 2 bis 3 cm dicken Rolle. Mit einem scharfen Messer schneiden Sie nun etwa 2 cm dicke Scheiben ab – voilà, die „Traumstücke“! Legen Sie sie mit ausreichend Abstand auf das mit Backpapier ausgelegte Blech.

3. Backen und der wichtigste Tipp:
Schieben Sie das Blech für exakt 15 Minuten in den Ofen. Die Plätzchen sind fertig, wenn sie nur leicht goldgelb sind. Nehmen Sie sie heraus und lassen Sie sie auf dem Blech abkühlen. Hier kommt der Geheimtipp: Bestäuben Sie einen Teil der Stücke sofort mit Puderzucker, solange sie noch lauwarm sind. So saugt der Zucker die Restwärme auf und der Geschmack ist am allerbesten!
Variationen: So verleihen Sie den Traumstücken neue Aromen
Das Basisrezept ist perfekt, aber die Traumstücke sind auch hervorragend dafür geeignet, individuell abgewandelt zu werden – ideal, wenn man Gäste beeindrucken will.
Wenn Sie den Teig teilen, können Sie in jede Hälfte eine andere Note geben und so gleich zwei Sorten auf einmal backen.
- Die frische Note: Geben Sie den Abrieb einer unbehandelten Bio-Zitrone (nur die gelbe Schale!) in den Teig. Das macht die Plätzchen besonders leicht und sommerlich.
- Die Marzipan-Liebe: Wer ein bisschen „Nuss-Feeling“ braucht, mischt ein bis zwei Tropfen Mandelaroma in den Teig. Das verleiht ihm eine feine, edle Note.
- Der schokoladige Kick: Fügen Sie dem Teig einen Esslöffel hochwertigen Kakaopulver hinzu, um „schokolierte“ Traumstücke zu erhalten, die perfekt zu einem Häferl Kaffee passen.
Traumstücke sind der Beweis, dass das beste Weihnachtsgebäck nicht das komplizierteste sein muss. Sie sind schnell, elegant und zergehen wirklich auf der Zunge – besser als jedes Vanillekipferl, das ich je gebacken habe.
Werden Sie diese Saison noch einmal Kipferl backen oder bleiben Sie auch den Traumstücken treu?

