Wenn der tiefe Winter mit Frost und Kälte in Österreich Einzug hält, verwandelt sich unser Garten still und heimlich in eine Überlebenszone. Während wir uns drinnen einkuscheln, kämpfen Vögel, Igel und Insekten draußen verzweifelt um Schutz. Viele von uns denken sofort an teure Insektenhotels oder Vogelhäuschen. Doch ich habe in meiner eigenen Praxis bemerkt: Die einfachsten und oft weggeworfenen Objekte aus Küche und Schuppen sind die effektivsten Lebensretter.
Wenn Sie diesen Artikel jetzt lesen, können Sie sofort handeln und mit minimalem Aufwand das Überleben der Gartenfauna sichern. Es geht nicht um große Anschaffungen, sondern um drei unscheinbare Gegenstände, die Sie wahrscheinlich schon besitzen.
Das unterschätzte Winterquartier: Tassen, Töpfe und alte Äste
Der Ziergarten sieht im Winter friedlich aus, aber unter der Oberfläche herrscht ein stiller Kampf gegen Kälte und Nässe. Das Finden eines trockenen, geschützten Verstecks wird für winzige Lebewesen wie Marienkäfer, Ohrwürmer oder sogar Spitzmäuse überlebenswichtig. Oft übersehen wir, dass Gegenstände mit spezifischer Form, die wir für Müll halten, erstklassige Schutzhütten bieten.
Ein leerer, umgedrehter Blumentopf oder eine kleine, angeschlagene Tasse aus Porzellan bietet einen bemerkenswerten Schutz. Warum das so ist?
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Die Keramik speichert Wärme: An sonnigen Tagen heizt sich das Material kurz auf, und die Luft im Inneren hält die Temperatur konstanter als offenes Gelände.
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Perfekter Schutz vor Nässe: Im Gegensatz zu Blätterhaufen bilden diese Objekte eine undurchdringliche Barriere gegen österreichischen Nieselregen oder Schnee.
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Spezifische Hohlräume: Eine Tasse, die leicht schräg in den Boden gesetzt wird, schafft einen idealen, kleinen Überwinterungsort für Nützlinge.
Im Frühjahr werden Sie sich bei Ihrem Garten bedanken, denn diese Insekten sind hervorragende Schädlingsbekämpfer. Sie schaffen aktive Biodiversität, ohne einen Cent auszugeben.

Die „Insider-Strategie“: So platzieren Sie die Refugien richtig
Es reicht nicht, einen alten Topf einfach irgendwohin zu stellen. Damit das Tierheim angenommen wird, müssen Sie die instinktiven Bedürfnisse der Gartenbewohner berücksichtigen. In meiner Erfahrung funktionieren die folgenden Tipps am besten:
Der Unterschlupf für Igel und Co.
Igel, die in Österreich traditionell Winterschlaf halten, brauchen mehr Platz. Hier kommt das alte Stück Totholz oder ein größerer Blumentopf ins Spiel.
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Kombinieren Sie einen umgedrehten Tontopf mit einem Haufen Laub und einigen trockenen Ästen. Die Keramik schützt das Innere vor dem Erdrücken durch nassen Schnee.
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Wählen Sie eine ruhige, windgeschützte Ecke – idealerweise unter einer dichten Hecke oder neben einem Schuppen.
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Legen Sie Stroh, trockenes Gras oder Moos unter den Topf. Achtung: Die Unterkunft muss immer einen kleinen Eingang haben, meist durch eine hochkant gestellte Fliese oder einen Stein, der den Topf leicht anhebt.
Der Porzellantrick für Nützlinge

Die kleinen Marienkäfer, die wir im Sommer so schätzen, überwintern gerne in winzigen, trockenen Spalten. Hier sind die besten Plätze für Ihre ausrangierte Tasse oder einen gebrochenen Teller:
Platzieren Sie die Tasse halb im Boden versenkt oder in einen Haufen Laub eingebettet. Wichtig ist, dass die Öffnung nur minimal sein muss, aber windgeschützt liegt. Ich habe oft beobachtet, dass eine Tasse hervorragend funktioniert, wenn sie an die Nordseite eines dichten Busches gestellt wird. Dort ist es schattiger und weniger nass durch die intensive Mittagssonne.
Der praktische Wert: Wenn Sie alte Dachziegel oder Schieferplatten vom letzten Umbau im Keller haben, legen Sie diese schräg über ein paar kleinere Äste. Das schafft eine flache, warme Höhle, die sich perfekt für Eidechsen und Blindschleichen eignet, die dort ebenfalls Schutz suchen.
Co-Existieren und Respekt: Was Sie im Winter unbedingt vermeiden müssen
Sobald Sie die Refugien eingerichtet haben, beginnt die Magie der Beobachtung. Sie werden überrascht sein, welche Vögel (wie das Rotkehlchen) oder Insekten Ihre Kreationen bevölkern. Aber es gibt eine eiserne Regel:
Fassen Sie die Winterquartiere nicht an. Es ist verlockend, nachzusehen, ob ein Igel eingezogen ist. Tun Sie es nicht! Eine unnötige Störung kann das Tier im Winterschlaf aufwecken oder vertreiben, was unter kalten Bedingungen lebensbedrohlich sein kann.
Warten Sie geduldig, bis die ersten warmen Tage im Frühjahr in Oberösterreich anbrechen. Erst dann, wenn die Natur sichtbar erwacht, ist es Zeit, die Behausungen zu reinigen oder neu zu organisieren. Dieses simple Warten demonstriert wahren Respekt vor der Tierwelt.
Ein einfacher, kreativer Akt mit einem alten Topf tut mehr für die Artenvielfalt als jede aufwendige, sterile Lösung. Es ist eine Win-Win-Situation: Sie werden Ihre alten Gegenstände elegant los, und die Tiere bekommen ein Zuhause. Sehen Sie Ihren Kellerinhalt ab sofort als einen kostenlosen Baumarkt für die Natur.
Und nun die Frage an Sie: Welchen Alltagsgegenstand haben Sie in Ihrem Garten schon einmal kreativ zweckentfremdet, um Tieren zu helfen?

