Kennen Sie das? Sie wollen schnell etwas Besonderes backen, aber der Blätterteig geht nicht richtig auf oder die Füllung läuft aus. Das frustriert. Ich habe in meiner Praxis gemerkt: Der Hauptfehler liegt oft in der Schichtung. Genau das dachte sich auch eine TikTokerin und drehte das Spiel einfach um – mit einem Ergebnis, das sofort viral ging.
Diese „Upside-Down“-Methode ist nicht nur genial einfach, sie garantiert auch eine perfekte Karamellisierung der Füllung. Sie sparen sich Zeit, bekommen eine knusprigere Kruste und beeindrucken jeden Gast. Vor allem in Österreich, wo wir großen Wert auf schnelle Jause und kreative Mehlspeisen legen, ist dieser Trick Gold wert.
Der Insider-Trick: Warum die Füllung zuerst aufs Blech kommt
Normalerweise legen wir den Blätterteig unten hin und die Zutaten obendrauf. Das Problem: Die Füllung drückt den Teig nach unten, er wird matschig und die Karamellisierung findet oben statt, wo sie weniger intensiv ist. Die Umkehrung löst dieses Dilemma.
Stellen Sie sich vor, Sie legen zuerst eine Schicht Zucker und Nektarinen (oder Käse, Schinken etc.) auf das Backpapier. Darüber legen Sie das Blätterteig-Quadrat. Im Ofen passiert nun Folgendes:
- Die Hitze wirkt direkt auf die Füllung, die Zutaten karamellisieren von unten.
- Der Blätterteig, der als Deckel dient, kann ungehindert nach oben aufgehen.
- Beim Umdrehen haben Sie eine perfekt glänzende und knusprige Oberfläche.
Denken Sie an Tarte Tatin, aber 10-mal schneller und einfacher. Das ist der Effekt, den Sie hier erzielen.

Blitzanleitung: So gelingt das Umdreh-Gebäck in 15 Minuten
Dieses Rezept funktioniert mit nur wenigen Zutaten, die Sie oft ohnehin im Kühlschrank haben. Ich habe es selbst mit einem handelsüblichen Mürbblätterteig aus dem Supermarkt probiert – das Ergebnis war jedes Mal fantastisch.
Schritt 1: Die Basis vorbereiten
Legen Sie Backpapier auf Ihr Backblech. Das ist essenziell, um die karamellisierte Füllung später leicht entfernen zu können. Schneiden Sie den Blätterteig in Quadrate (etwa 10×10 cm).
Schritt 2: Die Schichtung aufbauen (Achtung, die Reihenfolge ist kritisch!)
Zuerst kommt die Füllung. Bei einer süßen Variante geben Sie einen kleinen Löffel Honig oder braunen Zucker und dann die Fruchtstücke (z. B. dünne Apfelscheiben) auf das Papier. Bei einer herzhaften Variante legen Sie Käse oder dünne Schinkenstreifen direkt auf das Blech.
Wichtig: Die Zutaten dürfen nicht über die Ränder Ihres geplanten Blätterteig-Quadrats hinausragen.
Schritt 3: Backen und der Zauber-Moment
Decken Sie die Füllung mit einem Blätterteig-Quadrat ab. Bestreichen Sie den Teig mit etwas Eigelb für die schöne goldbraune Farbe. Backen Sie das Ganze bei etwa 200°C Ober-/Unterhitze. Die Backzeit variiert je nach Ofen, liegt aber meistens bei 12 bis 15 Minuten, bis der Teig schön aufgegangen ist.
Sobald Sie das Backblech aus dem Ofen nehmen, kommt der Clou: Lassen Sie die Teilchen zwei Minuten abkühlen. Nehmen Sie dann einen Pfannenwender und drehen Sie sie vorsichtig um. Der Karamell löst sich perfekt und haftet am Teig.

Drei unwiderstehliche Interpretationen: Süß und Herzhaft
Die Magie dieses Rezepts liegt in der Vielseitigkeit. Egal ob als schneller Snack für die Jause in der Arbeit oder als elegantes Fingerfood für die nächste Feier in Wien oder Graz – es passt immer. Hier sind drei Kombinationen, die ich selbst getestet habe und die bei meinen Gästen immer gut ankamen:
1. Der Klassiker: Apfel, Zimt und Brie (süß-herzhaft)
Diese Kombination ist typisch für die österreichische Mehlspeiskultur, aber mit einem französischen Twist. Der Brie schmilzt und bildet zusammen mit dem Zimtzucker eine cremige, würzige Basis.
- Füllung: Eine Scheibe Brie, dünne Apfelscheiben, bestreut mit Zucker und Zimt.
- Ideal für: Die Kaffeetafel am Sonntag.
2. Die mediterrane Vorspeise: Spargel und Prosciutto
Frischer österreichischer Spargel (zumal wir gerade Saison haben) schmeckt damit hervorragend. Der salzige Schinken bildet einen starken Kontrast zum knusprigen Teig.
- Füllung: Etwas geriebener Parmesan, zwei dünne Stangen grüner Spargel (kurz blanchiert) und eine Scheibe Prosciutto.
- Ideal für: Einen leichten Lunch oder als Vorspeise zum Abendessen.
3. Der exotische Überraschungsgast: Süßkartoffel und Rosmarin
Eine oft übersehene Kombination, die durch die Süße der Kartoffel und das erdige Aroma des Rosmarins überrascht. Die Süßkartoffel muss vorher kurz gedämpft werden.
- Füllung: Dünne, vorgegarte Süßkartoffelscheiben, ein paar Tropfen Olivenöl, grobes Salz und frischer Rosmarin.
- Ideal für: Vegetarier oder als Mitbringsel zur nächsten Grillparty.
Viele vernachlässigen beim Ausprobieren die Bedeutung der Füllmenge. Ein häufiger Fehler ist, zu viel Füllung zu verwenden. Halten Sie es minimalistisch – es soll eine dünne Schicht sein, die gut karamellisieren kann, sonst wird der Teig trotzdem matschig.
Dieser Blätterteig-Trick ist ein perfektes Beispiel dafür, wie eine kleine Veränderung in der Technik einen riesigen Unterschied beim Ergebnis macht. Ich habe bemerkt, dass seit ich diese Methode anwende, die Teilchen viel schneller fertig sind und ich sie kaum noch klassisch backe.
Welche herzhafte oder süße Füllung würden Sie als Erstes mit dieser „Upside-Down“-Methode in den Ofen schieben?

