Sie haben das Problem sicher schon bemerkt: Nach einigen Spülgängen glänzen Ihre Gläser nicht mehr, sondern sind von einem weißen Schleier überzogen. Man wischt drüber, aber er bleibt. Wir sind es gewohnt, uns sofort über die Tabs oder das Spülprogramm zu ärgern. Doch die wahre Ursache ist oft ein unscheinbares, aber lebenswichtiges Detail, das viele in Österreich ignorieren: das Regeneriersalz.
Dieses Salz ist nicht zum Reinigen da, sondern zum Schutz des Geräts. Wenn Sie es weglassen, riskieren Sie nicht nur milchige Gläser, sondern buchstäblich den vorzeitigen Tod Ihres Geschirrspülers. Hier erfahren Sie, warum dieses weiße Korn der wichtigste Puffer in Ihrer Küche ist.
Warum das „Spezialsalz“ kein optionaler Zusatz ist, sondern der Wächter Ihrer Maschine
Viele glauben fälschlicherweise, wenn sie All-in-One-Tabs verwenden, sei das Salz überflüssig. Das ist oft ein teurer Irrtum, besonders wenn Sie in einer Region mit hartem Wasser leben – und das trifft auf weite Teile Österreichs zu. Ich habe in meiner Praxis oft gesehen, dass Kunden das Symbol für den Nachfüllbedarf einfach ignorieren.
Das Regeneriersalz pflegt nicht das Geschirr, sondern das Herzstück des Geschirrspülers: den Enthärter. Dieser eingebaute Filter entfernt Kalzium- und Magnesiumionen aus dem Wasser, die für den gefürchteten Kalk verantwortlich sind.
Stellen Sie sich den Enthärter wie einen Schwamm vor. Dieser Schwamm saugt den Kalk auf. Das Salz hat nun die Aufgabe, diesen Schwamm (die Harze) regelmäßig zu „waschen“ und ihn wieder aufnahmefähig zu machen. Ohne Salz ist der Kalkschwamm schnell gesättigt und kann seine Funktion nicht mehr erfüllen.
Was passiert, wenn der Enthärter streikt?
Wenn das Wasser nicht enthärtet wird, beginnt der Kalk, sich überall abzulagern. Die Folgen sind sofort sichtbar und später katastrophal:

- Weiße Flecken auf Glas: Die Gläser werden stumpf, wie bestäubt. Kein Reinigungsmittel der Welt kann dies verhindern, da es sich um mineralische Ablagerungen handelt.
- Verstopfte Sprüharme: Kalk setzt sich in den feinen Düsen der rotierenden Sprüharme fest. Das Wasser wird nicht mehr gleichmäßig verteilt. Das Geschirrspülergebnis sinkt drastisch.
- Verkalkte Heizelemente: Das Gerät benötigt mehr Strom, um das Wasser aufzuheizen, da die Heizelemente durch eine dicke Kalkschicht isoliert sind. Die Stromrechnung steigt.
Der schleichende „Tod“ – So ruiniert Kalk die Elektronik
Die stumpfen Gläser sind nur das offensichtliche kosmetische Problem. Der wahre Horror spielt sich im Inneren ab. Viele übersehen, dass Kalk nicht nur hässlich, sondern auch aggressiv ist. Es ist wie eine chronische Krankheit für Ihre Maschine.
Wenn ich Service-Techniker frage, was die häufigste Ursache für teure Reparaturen ist, nennen sie fast immer Kalkschäden. Ein verstopfter Entwässerungsschlauch oder ein defekter Sensor können schnell zu Kosten führen, die den Preis des Salzes um das Hundertfache übersteigen.
Das unterschätzte Risiko: Warum teure All-in-One-Tabs keine Lösung sind
Viele Haushalte in Wien, Graz oder Linz haben sehr hartes Wasser. Obwohl moderne All-in-One-Tabs etwas Salz enthalten, ist diese Menge oft viel zu gering für stark kalkhaltiges Wasser. Sie funktionieren vielleicht, wenn Ihr Wasser sehr weich ist (was selten der Fall ist), aber bei hohem Kalkgehalt ist das zusätzliche, reine Regeneriersalz absolut unverzichtbar.
Die Faustregel: Wenn Ihr Wasserversorger einen hohen Härtegrad meldet (über 14 °dH), reichen Tabs allein niemals aus. Ich empfehle, immer extra Salz zu verwenden. Wenn Sie das Salzfach leer lassen, sparen Sie vielleicht 3 Euro im Monat, aber riskieren hunderte Euro für Reparaturen.

Der Insider-Tipp: So stellen Sie den Geschirrspüler richtig ein
Das bloße Einfüllen von Salz reicht nicht aus. Um das volle Potenzial des Regeneriersalzes zu nutzen, müssen Sie Ihrer Maschine sagen, wie hart Ihr Wasser ist. Denn nur dann weiß die Maschine, wie viel Harz sie regenerieren muss und in welchen Intervallen.
So gehen Sie vor (der einfache 3-Schritte-Plan):
- Wasserhärte ermitteln: Fragen Sie bei Ihrem lokalen Wasserversorger nach dem Härtegrad (oft in °dH oder mmol/l angegeben) oder kaufen Sie einfache Teststreifen in der Drogerie.
- Bedienungsanleitung suchen: Fast jeder Geschirrspüler hat einen Programmiermodus. Lesen Sie nach, wie Sie den Härtegrad einstellen (meistens über eine Tastenkombination beim Einschalten).
- Einstellen: Geben Sie den Härtegrad ein, um die Dosierung zu optimieren. Bei sehr hartem Wasser (z. B. Stufe 4 oder 5) verbraucht die Maschine mehr Salz – aber das ist gut so!
Achtung: Verwenden Sie niemals normales Speisesalz. Die feinen Partikel und Zusatzstoffe im Speisesalz können das Filtersystem irreparabel verstopfen. Nur grobkörniges Regeneriersalz verwenden!
Fazit: Weniger ist mehr – aber nicht beim Salz
Das Regeneriersalz ist Ihr unsichtbarer Bodyguard gegen den größten Feind aller Haushaltsgeräte in Österreich: den Kalk. Indem Sie sich die kleine Mühe machen, das Salzfach aufzufüllen und einmalig die Wasserhärte einzustellen, verlängern Sie die Lebensdauer Ihres Geschirrspülers drastisch, sparen Strom und genießen jedes Mal glänzendes Geschirr.
Es ist ein kleines Investment in die Langlebigkeit. Was hat Sie bisher davon abgehalten, das Salz regelmäßig aufzufüllen? Teilen Sie Ihre Erfahrungen in den Kommentaren!

