Warum erfahrene österreichische Heizer ihr Holz nie direkt auf den Boden legen

Warum erfahrene österreichische Heizer ihr Holz nie direkt auf den Boden legen

Sie haben diesen Winter sicher schon bemerkt, wie Ihr Ofen oder Kamin einfach nicht «zieht». Die Flamme ist schwach, es raucht stark, und die gemütliche Wärme bleibt aus. Viele schieben die Schuld auf den Ofen oder das schlechte Holz, aber in neun von zehn Fällen liegt die Ursache direkt vor Ihrer eigenen Haustür: Ihr Brennholz ist falsch gelagert.

Besonders hierzulande, wo wir oft mit hartnäckiger Feuchtigkeit, Dauerregen oder starkem Frost zu kämpfen haben, entscheiden die Lagerbedingungen darüber, ob Ihr Holz brennt oder nur vor sich hin schwelt. Wenn Sie jetzt nicht handeln, verschwenden Sie bares Geld und ruinieren Ihren Kamin.

Der unsichtbare Feind: Warum die 20 % Feuchtigkeit entscheidend sind

In meiner Erfahrung als jemand, der sich intensiv mit effizientem Heizen beschäftigt, wird ein Mythos hartnäckig gepflegt: Hauptsache, das Holz ist vom Regen geschützt. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Für eine optimale Verbrennung muss Brennholz einen Feuchtigkeitsgehalt unter 20 % aufweisen. Frisch geschlagenes Holz kann bis zu 60 % Wasser enthalten. Und der Clou: Nur trockenes Holz erzeugt Wärme.

Was passiert, wenn Sie nasses Holz verbrennen?

Die Flamme muss zuerst die Feuchtigkeit verdampfen, bevor sie überhaupt anfangen kann, Ihr Zuhause zu heizen. Man könnte sagen: Sie heizen keinen Raum, sondern Sie heizen Wasserdampf. Das Resultat ist frustrierend und teuer:

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  • Nur eine sehr geringe Wärmeleistung, da die Energie für die Verdampfung draufgeht.
  • Starke Rauchentwicklung und unangenehmer Geruch.
  • Schnelle Verrußung von Ofen und Kaminrohr. Wer will schon öfter den Rauchfangkehrer holen?
  • Die Holzscheite brennen nur träge an und glühen schlecht.

Der Fehler der meisten Österreicher: Das Aufsaugen von Nässe von unten

Die meisten Menschen in unseren Breitengraden lagern ihr Holz unter einer Plane im Garten oder direkt an der Hauswand. Das ist ein fataler Irrtum, den ich in meiner Praxis immer wieder beobachte. Es gibt drei Hauptfehler, die verhindern, dass Ihr Holz jemals trocken wird, selbst wenn es zwei Jahre lagert:

1. Kapillarwirkung: Das Holz saugt sich vom Boden voll

Jeder, der sein Holz direkt auf Erde, Wiese oder sogar Betonstapelt, macht es nass. Das Holz nimmt Feuchtigkeit aus dem Boden auf wie ein Schwamm. Auch wenn der Regen oben nicht hinkommt: Die Feuchtigkeit kriecht von unten nach oben.

2. Die Plane blockiert die Luftzirkulation

Eine dicht über das Holz gezogene Plane (oder ein geschlossener Schuppen) verhindert, dass Luft zirkuliert. Die Folge ist Kondensation. Die Wärme der Sonne lässt das Wasser im Holz nach oben steigen, es trifft auf die kalte Plane und regnet quasi von innen wieder auf das Holz zurück. Das Holz fängt wieder an, feucht zu werden, schlimmer noch: es kann schimmeln.

3. Der Frost-Mythos: Frieren macht Holz nicht trocken

Viele denken, der Winterfrost zieht die Feuchtigkeit aus dem Holz. Aber Vorsicht: Frost friert das Wasser nur ein, es trocknet es nicht. Wenn die Temperaturen wieder steigen (was in unseren Wintern ständig passiert), schmilzt das Wasser, und das Holz ist wieder nass. Der Wechsel von Frost und Tauwetter macht das Holz mürbe, aber nicht brennbar.

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Der kluge Plan: So lagern Sie Ihr Brennholz richtig (Schritt-für-Schritt)

Wenn ich beobachte, wie Profis – etwa erfahrene Heizer aus der Steiermark oder Tirol – ihr Holz lagern, folge ich immer diesen einfachen Regeln. Denn richtig gelagertes Holz trocknet nicht nur schneller; es hält auch über Jahre seine Qualität:

Die praktische Weisheit, die sich wirklich auszahlt:

  • Aufbocken ist Pflicht: Legen Sie das Holz niemals direkt auf den Boden. Verwenden Sie alte Paletten, Kanthölzer oder spezielle Holzregale. Das Holz muss mindestens 10–15 cm Abstand zum Untergrund haben.
  • Luft muss durch: Ein Holzstapel muss an mindestens zwei Seiten, besser noch an allen Seiten, offen sein. Ideal ist ein Holzunterstand (Holzlager) mit Dach, aber ohne Seitenwände.
  • Der richtige Standort: Lagern Sie Ihr Holz mit etwas Abstand zu Mauern (mindestens 10 cm), damit die Luft zirkulieren kann. Die beste Ausrichtung ist Süd oder West, um von der Sonne und dem Wind maximal zu profitieren.
  • Sofort spalten: Das Holz sollte direkt nach dem Schlagen gespalten werden. Eine größere Oberfläche bedeutet kürzere Trocknungszeit.

Ein kleiner Trick, den ich jedem empfehle: Bevor Sie das Holz in den Keller tragen oder zudecken, prüfen Sie den Trocknungsgrad. Schlagen Sie zwei Scheite gegeneinander. Klingt es dumpf, ist es nass. Klingt es hell, ist es trocken und bereit, den Winter in Österreich gemütlich zu machen.

Falsch gelagertes Holz kann zwei Jahre nach dem Schlagen immer noch feucht sein. Nehmen Sie sich die Zeit, die Lagerung jetzt zu optimieren. Es ist eine einmalige Investition an Zeit, die Ihnen jeden Winter Tausende von Euro an Heizkosten und Ärger erspart.

Was sind Ihre besten Tipps gegen nasse Scheite? Teilen Sie Ihre Erfahrungen!

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