Das Schild ist klein, unscheinbar und sorgt doch für riesige Verwirrung: Das Tempolimit mit der Schneeflocke darunter. Sie sind an einem sonnigen Jännertag unterwegs, die Straße ist trocken – und trotzdem steht da ein 50er. Muss ich mich wirklich daran halten? Die Antwort ist überraschend und birgt ein Risiko, das vielen in Österreich ein Bußgeld eingebrockt hat.
Die kurze, schmerzhafte Wahrheit: Ja, Sie müssen. Und zwar immer. Wenn Sie das übersehen, tappen Sie in eine teure Falle, die selbst erfahrene Österreichische Autofahrer immer wieder erwischt. Lesen Sie jetzt, warum diese Regelung existiert und wie Sie sich vor unnötigen Strafen schützen.
Warum Sie denken, es gilt nur im Winter – und warum Sie falsch liegen
In meiner Praxis als Verkehrsbeobachter ist mir aufgefallen, dass über die Hälfte der Autofahrer das Schneeflocken-Symbol mit dem Zusatzzeichen „bei Nässe“ verwechselt. Das ist der Kardinalfehler!
Der Trugschluss: Wo liegt der Unterschied zu „bei Nässe“?
Beim Zeichen „bei Nässe“ ist die Sache klar: Ist die Straße nass, gilt das Limit; ist sie trocken, können Sie schneller fahren. Dieses Zusatzschild wirkt als Bedingung. Die Schneeflocke aber nicht.
Das hat selbst die Gerichte beschäftigt. Ein richtungsweisendes Urteil (OLG Hamm, 2014) machte klar: Die Schneeflocke ist keine Bedingung, sondern nur eine Erklärung für die Geschwindigkeit. Sie sagt: „Wir haben hier vorsorglich limitiert, WEIL es im Winter schnell glatt werden kann.“
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Die Schneeflocke warnt vor potenzieller Gefahr.
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Das Limit gilt präventiv und ganzjährig.
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Es spielt keine Rolle, ob gerade 25 Grad und Sonnenschein herrschen.

Merken Sie sich: Die Geschwindigkeitsbegrenzung ist dauerhaft aktiv, egal wie schön das Wetter ist.
Der Insider-Vibe: Wo die unscheinbaren Schilder am häufigsten warten
Warum entscheidet sich die Behörde in Österreich überhaupt für dieses Schild? Weil es bestimmte Stellen auf unseren Straßen gibt, die besonders tückisch sind.
Das dreieckige Gefahrenzeichen (amtlich: Verkehrszeichen 101-51) oder das rechteckige Zusatzzeichen mit Schneeflocke finden Sie vor allem an Orten, wo die Fahrbahn schnell vereist, selbst wenn die Sonne scheint:
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Brücken und Hochstraßen: Sie kühlen von oben und unten ab. Bei uns in der Steiermark oder Tirol sind sie die größte Eisfalle.
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Schattige Waldabschnitte: Hier kommt die Sonne oft tagelang nicht hin, und Feuchtigkeit friert fest.
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Alpine Passstraßen: Logisch, aber oft vergisst man hier bei mildem Wetter die Gefahr.
Ich habe beobachtet, dass viele Autofahrer in den Frühlingsmonaten, wenn die Gefahr vermeintlich vorbei ist, genau an diesen Stellen in Radarfallen tappen.
Ihr cleverer Life-Hack: So vermeiden Sie Bußgelder zuverlässig
Selbst wenn das kleine Zusatzschild mit der Schneeflocke offiziell im Katalog der Verkehrszeichen als veraltet gilt – es steht noch vielerorts. Es ist also Ihre Pflicht, die Regeln zu kennen.

Die psychologische Falle umgehen
Wenn Sie ein solches Schild passieren, sollten Sie Ihre Fahrweise sofort anpassen, auch wenn der Asphalt gerade trocken ist. Hier kommt der praktische Tipp:
Betrachten Sie die Schneeflocke als einen Warnhinweis auf mikroklimatische Gefahrenzonen, nicht als Wettervorhersage. Das hilft Ihnen, mental nicht in den „Ach, ist eh warm“-Modus zu verfallen.
Wenn Sie in eine Geschwindigkeitskontrolle geraten, ist die einzige Verteidigung, die Geschwindigkeit eingehalten zu haben. Ignorieren Sie das Symbol – halten Sie sich an die Zahl. Das spart Ihnen in Österreich schnell mehrere Hundert Euro.
Im Zweifelsfall gilt immer: Geschwindigkeitsbegrenzungen sind Vorschriften und keine Empfehlungen. Das Zusatzschild dient nur der Begründung, warum die Behörde vorsichtig war.
Fahren Sie im Winter durch einen Streckenabschnitt mit Schneeflocken-Schild, seien Sie extrem aufmerksam. Rechnen Sie mit spontaner Glätteentwicklung und vermeiden Sie abruptes Bremsen. Die Schilder stehen dort aus gutem Grund – auch wenn dieser nicht immer offensichtlich ist.
Fazit
Das Schneeflocken-Schild ist ein stiller Jäger auf unseren Straßen. Viele Autofahrer sehen es, interpretieren es falsch und zahlen am Ende dafür. Merken Sie sich: Egal, ob trocken, nass oder sonnig – die angegebene Höchstgeschwindigkeit gilt ohne Ausnahme.
Halten Sie sich an diese einfache Regel, und Sie vermeiden nicht nur teure Bußgelder, sondern sind auch auf glatten Überraschungen besser vorbereitet.
Und nun zu Ihnen: Haben Sie dieses Schild schon einmal falsch interpretiert oder kennen Sie besonders tückische Stellen, an denen es steht? Teilen Sie Ihre Erfahrungen in den Kommentaren!

