Die heimliche Abzocke im Premium-Auto: Warum ein Audi-Fahrer sagt: „Das wart ihr selbst“

Die heimliche Abzocke im Premium-Auto: Warum ein Audi-Fahrer sagt: „Das wart ihr selbst“

Fahren Sie einen Neuwagen? Dann zahlen Sie wahrscheinlich schon für Funktionen, die Sie früher automatisch „mitgekauft“ haben. Was bei Netflix funktioniert, bringt Auto-Hersteller wie Audi und BMW nun in massiven Erklärungsnotstand. Ein Post eines Audi-Kunden auf LinkedIn hat in der Community für Furore und über 500 Kommentare gesorgt. Er rechnet knallhart mit der Abo-Politik der Hersteller ab. Und das Ergebnis sollte alle Österreicher, die über einen Neuwagen nachdenken, hellhörig machen.

Was steckt hinter den sogenannten „Functions-on-Demand“? Und warum sind sie nicht nur nervig, sondern laut Experten ein ernstes Risiko für die Zukunft der Luxusmarken? Wir zeigen, wie Sie die teuersten Abo-Fallen umgehen können.

Das „Premium-Problem“: Wenn der Sitz plötzlich kalt bleibt

Seit einigen Jahren setzen Autohersteller auf das Abo-Modell. Der Fachbegriff: Functions-on-Demand. Die Idee ist einfach: Sie kaufen die Hardware (z.B. eine Sitzheizung) bereits beim Kauf des Wagens, müssen die Software zur Nutzung aber nachträglich freischalten – gegen Gebühr. Das ist der Punkt, an dem vielen Premium-Kunden die Hutschnur reißt.

Ein Audi-Fahrer, der anonym bleiben will, brachte es drastisch auf den Punkt. Er besitzt ein „angebliches Premiumfahrzeug“ und soll nach nur drei Jahren die Steuerung der Standheizung neu und teuer freischalten lassen. Sein Fazit, gerichtet an die deutschen Hersteller:

„Es tut weh, aber wenn ihr alle untergeht, dann waren es nicht die Chinesen. Das wart ihr selbst.“

Das zeigt: Die Verärgerung ist tief. Für viele Käufer, die 100.000 Euro und mehr für ein Auto ausgeben, fühlt sich diese Nachforderung wie eine Beleidigung an. Wie ein Nutzer treffend bemerkte: „Die Menge an Missgunst, die man erntet, um dann nach drei Jahren 100 Euro im Jahr rauszuquetschen, kann es gar nicht wert sein.“

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Drei Abo-Fallen, die Ihnen unnötig Geld kosten

Das Problem betrifft nicht nur Audi. Ein BMW-Besitzer berichtete, dass er in seinem 152.000 Euro teuren X5 auf dem riesigen Bildschirm ständig aufgefordert werde, neue Abos abzuschließen. Diese Kosten kommen auf Sie zu, wenn Sie nicht aufpassen:

  • Die „Basic-Funktionen“: Sitzheizung, beheiztes Lenkrad oder die automatische Fernlichtsteuerung müssen oft nach einer Testphase (meist 1-3 Jahre) freigeschaltet werden.
  • Sicherheit und Komfort: Funktionen wie die Standheizungs-Fernsteuerung oder verbesserte Navigationsdienste sind klassische Abo-Kandidaten.
  • Die „Ironie-Kosten“: Im Netz kursieren Witze, dass man bald auch für die Nutzung der Fensterheber oder den Bremskraftverstärker zahlen müsse. Was heute ein Witz ist, könnte morgen Realität sein, wenn der Trend so weitergeht.

Der Lifehack: So entgehen Sie der Hersteller-Abzocke in Österreich

Viele Kunden sehen die Abo-Modelle als „Abzocke“ und wechseln entnervt die Marke. Aber es gibt einen einfacheren Weg, der besonders in Österreich beliebt ist, wo viele Pendler auf ihr Auto angewiesen sind.

Die größte Konkurrenz für die Hersteller-Abos kommt nämlich aus Ihrer Hosentasche: das Smartphone. Viele teure Auto-Funktionen werden durch kostenlose oder günstigere Smartphone-Apps überflüssig.

Die praktische Umsetzung: CarPlay und Android Auto nutzen!

Wenn die eingebaute Navigation nach drei Jahren ein teures Abo verlangt, weil die Karten-Updates auslaufen, nutzen Sie einfach Apple CarPlay oder Android Auto. Ein Skoda-Fahrer berichtete, dass er die abgelaufenen Dienste im Wagen ignoriert und stattdessen:

  • Für die Navigation einfach Waze oder Google Maps über Apple CarPlay nutzt.
  • Für Musik und Podcasts Streaming-Apps vom Handy verwendet.
  • Die Standheizung manuell oder über eine einfachere, nicht-vernetzte Fernbedienung steuert (falls möglich).

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Das Fazit: Das riesige Display in Ihrem 100.000 Euro Auto dient oft nur als Projektionsfläche für Ihr Handy. Das ist zwar nicht ideal, erspart Ihnen aber die jährlichen Nachzahlungen. Viele Neuwagenkäufer zahlen nicht für ein besseres Auto, sondern für eine bessere Handy-Integration.

Der wahre Grund für die Wut: Luxusproblem oder existenzielle Krise?

Einige Kritiker meinen, dies sei ein reines Luxusproblem: „Geil… sich ein Auto für 100k+ kaufen und dann über die Betriebskosten beschweren.“ Aber das greift zu kurz. Hier geht es um das Vertrauen der Kunden.

Hersteller argumentieren, dass die digitalen Dienste (Serverbetrieb, Softwareentwicklung, Systemadministratoren) laufende Kosten verursachen und die Lifetime-Lizenzmodelle nicht mehr funktionieren. Das ist teilweise richtig. Aber das Problem liegt in der Transparenz und Wertschätzung.

Wenn Käufer das Gefühl haben, dass sie nur noch „ausgequetscht wie eine Zitrone“ werden – wie es in den Kommentaren hieß – dann wenden sie sich ab. Einige planen, ihr altes Auto (z.B. einen 13 Jahre alten BMW 5er) so lange zu fahren, „bis er auseinanderfällt“, um der neuen Abo-Mentalität zu entgehen.

Die Drohung des Audi-Fahrers, dass die deutschen Premium-Marken sich damit selbst zerstören, anstatt durch chinesische Konkurrenz besiegt zu werden, hallt nach. Denn: Wer 150.000 Euro ausgibt, erwartet ein vollständiges Produkt – nicht den Zwang zu weiteren Abonnements.

Was denken Sie? Würden Sie für eine bereits verbaute Funktion nachträglich zahlen? Oder ist das für Sie ein Grund, die Marke zu wechseln?

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