Fünf Fehler, die fast jeder in Österreich beim Vogelfüttern im Winter macht

Fünf Fehler, die fast jeder in Österreich beim Vogelfüttern im Winter macht

Der Winter in Österreich kann hart sein. Wenn die Temperaturen fallen und das erste Eis auf den Wiesen liegt, wollen die meisten von uns den heimischen Vögeln helfen. Wir stellen Futterhäuschen auf und füllen sie mit Körnern. Aber ich habe bemerkt: selbst die besten Absichten führen oft zu Fehlern, die für die Vögel gefährlich werden können. Viele übersehen, dass der falsche Standort des Häuschens oder ungeeignetes Futter die Übertragung von Krankheiten begünstigt oder sie in die Falle lockt. Lesen Sie jetzt, welche fünf gängigen Fehler Sie sofort vermeiden müssen, damit Ihr Garten ein sicherer Zufluchtsort wird.

Der Standort: Das meistunterschätzte Risiko für kleine Vögel

Die Sicherheit der Vögel hängt direkt davon ab, wo genau das Futterhäuschen platziert wird. Die meisten wählen einen Ort, der ihnen selbst bequem erscheint – das ist aber oft der schlechteste Platz für unsere gefiederten Besucher.

In meiner Praxis sehe ich immer wieder dieselben Fehler:

  • Futterhäuschen stehen zu niedrig. Das macht sie zur leichten Beute für Raubtiere wie Katzen, Marder oder Füchse, die auch in städtischen Gebieten in Wien häufig gesichtet werden.
  • Die Futterstelle ist Wind und Wetter schutzlos ausgeliefert. Ein paar Tage Regen oder starker Schneefall im Alpenvorland machen das Futter feucht, was sofort die Bildung von Schimmel und Bakterien begünstigt.
  • Die Nähe zum Fenster. Das Risiko von tödlichen Kollisionen wird massiv erhöht, besonders wenn die Vögel aufgeschreckt werden.

Die Gold-Regeln für das Futterhäuschen:

Platzieren Sie das Häuschen mindestens 1,5 Meter über dem Boden. Suchen Sie einen windgeschützten Ort, idealerweise unter einem Baum oder einem Vordach. Ist die Futterstelle in Fensternähe, verwenden Sie spezielle Aufkleber oder hängen Sie einen leichten Vorhang auf, um die Vögel vor der Gefahr unsichtbarer Glasscheiben zu warnen.

Der Kardinalfehler: Tödliches Futter statt Energiequelle

Nicht alles, was wir für essbar halten, ist für Vögel geeignet. Tatsache ist: Viele Reste aus der menschlichen Küche sind für sie unverdaulich oder sogar giftig. Ein voller Magen mit den falschen Dingen ist schlimmer als ein leerer Magen.

Diese Lebensmittel sollten Sie unter allen Umständen vermeiden, auch wenn sie in Ihrem Haushalt in Österreich üblich sind:

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  • Brot und Gebäck. Es quillt im Magen auf und führt zu schweren Verdauungsstörungen.
  • Gesalzene oder gewürzte Speisereste. Das kann die Nieren der Vögel schädigen.
  • Milch. Sie ist unverdaulich und verursacht schwere Darmprobleme.
  • Fettbällchen mit Kunststoffnetz. Verletzungsgefahr für Schnabel und Füße! Besser: lose oder in wiederverwendbaren Spendern anbieten.

Was Sie wirklich füttern sollten:

Die beste Wahl sind schwarze Sonnenblumenkerne – sie sind energiereich und leicht zu knacken. Zudem eignen sich ungesalzene Erdnüsse, zerbrochener Mais und Rosinen. Achten Sie bei Fettfutter darauf, dass es auf natürlichem Talg ohne Palmöl basiert.

Trinkwasser im Winter: Das lebenswichtige Detail, das jeder vergisst

In den kalten Monaten kämpfen Vögel nicht nur mit Nahrungs-, sondern auch mit Wassermangel. Sobald die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken, wird Wasser schnell zur Mangelware. Viele denken, die Vögel finden schon irgendwo Eis zum Lecken – aber das reicht oft nicht.

Typische Fehler bei der Wasserversorgung:

  • Überhaupt kein Wasser anbieten, weil man denkt, es friert sowieso.
  • Das Wasser durchfrieren lassen, sodass es unbrauchbar wird.
  • Eine zu tiefe Schale verwenden, die besonders für kleinere Arten (wie Meisen oder Spatzen) eine Ertrinkungsgefahr darstellen kann.

Der Life-Hack gegen das Einfrieren:

Stellen Sie eine flache Schale (nicht tiefer als 5 cm) an einen geschützten Ort. Wechseln Sie das Wasser täglich, am besten mit lauwarmem Wasser, um die Eisbildung zu verlangsamen. Der Trick der Profis: Legen Sie einen kleinen Stein oder ein Stück Holz in die Schale. Das verlangsamt die Durchfrierungszeit minimal und bietet den Vögeln gleichzeitig einen Anflugpunkt.

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Die unsichtbare Gefahr: Vernachlässigung der Hygiene

Eine schmutzige Futterstelle ist kein Schutzraum, sondern ein Brutplatz für Keime. Feuchte Körner, Vogelkot und Bakterien verwandeln das Häuschen schnell in einen Herd für Krankheiten wie Salmonellose, die oft ganze Populationen auslöschen kann. Das ist der Punkt, den ich am häufigsten bei Ersthelfern sehe.

Die goldenen Hygieneregeln für jedes Futterhäuschen:

  • Entfernen Sie feuchtes oder schimmliges Futter sofort. Schimmelpilze sind extrem gefährlich.
  • Reinigen Sie die Futterstelle mindestens einmal pro Woche. Einfaches Abspülen mit heißem Wasser reicht oft aus, hartnäckige Reste mit einer Bürste entfernen. Verwenden Sie keine scharfen Chemikalien!
  • Vermeiden Sie es, das Futter direkt auf den Boden zu werfen, wo es mit Kot in Berührung kommen kann.

Der Übergangsfehler: Ganzjähriges Füttern schafft Abhängigkeit

Vögel im Winter zu unterstützen ist richtig. Doch wenn in Österreich die Schneedecke schmilzt und die ersten Frühjahrsblüher erscheinen, müssen die Vögel wieder lernen, selbstständig zu sein. Eine Fütterung, die bis in den Sommer hinein andauert, kann ihren natürlichen Instinkt zur Nahrungssuche beeinträchtigen.

So bereiten Sie die Vögel auf das Frühjahr vor:

Stellen Sie die Fütterung im zeitigen Frühjahr (etwa Ende März/Anfang April, abhängig von der Region) schrittweise ein. Fördern Sie stattdessen die Artenvielfalt in Ihrem Garten. Pflanzen Sie beerenragende Sträucher oder lassen Sie kleine „wilde“ Ecken stehen. Denn ihre Hauptnahrungsquelle im Sommer sind Insekten. Ein gesunder Garten zieht automatisch gesunde Vögel an.

Das Füttern von Wildvögeln ist ein wunderschönes und wichtiges Hobby. Aber es ist nur dann wirklich eine Hilfe, wenn es umsichtig und hygienisch durchgeführt wird. Mit diesen einfachen Anpassungen an Standort, Futter und Sauberkeit wird Ihr Garten für die Vögel zu einem echten, sicheren Zufluchtsort, an dem sie den oft unerbittlichen österreichischen Winter gut überstehen können.

Und welches ist Ihr persönlicher bester Tipp gegen das Einfrieren von Wasser im Vogelbad?

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