Die ersten Stunden mag es noch gehen, doch nach drei Tagen kann der Alltag zur echten Herausforderung werden, wenn plötzlich kein Wasser mehr kommt. Damit deine Wohnung nicht zur Keimzelle wird, ist schnelles und überlegtes Handeln gefragt. Viele verlassen sich auf einen Vorrat an technische Wasser, doch das ist trügerisch.
Das Problem ist die Kanalisation: Sie funktioniert nur mit einem stetigen Wasserfluss. Wenn alle anfangen, Wasser zu sparen, setzen sich feste Abfälle in den Rohren ab. Der Steigstrang kann schnell verstopfen, und die Abwässer kehren in die Wohnungen tieferer Stockwerke zurück. Wenn kein Wasser mehr da ist, drücke auf keinen Fall die Spülung.
Schutz bei Wasserausfall: Die Wasserschürze
Lebst du im ersten oder zweiten Stock, musst du dich schützen. Dichte den Zugang für Gerüche und Abwässer ab. Eine einfache Lösung ist eine Wasserschürze: Nimm einen dichten Müllbeutel (60–100 Liter), fülle ihn mit Wasser, verknote ihn und stopfe ihn fest in die Toilettenöffnung. Beschwere ihn zusätzlich. Alternativ kannst du einen Gummiball tiefer in den Siphon schieben und ihn mit einer Pumpe aufblasen, bis eine dichte Abdichtung entsteht.
Diese Sicherung solltest du erst entfernen, wenn du sicher bist, dass die Störung behoben ist.

Die Not-Trockentoilette: Einfache Lösungen
Nun zur Organisation der Toilette. Hast du eine Campingtoilette, ist das praktisch, aber beachte das begrenzte Fassungsvermögen. Eine Familie kann sie in wenigen Tagen füllen. Nutze nur spezielle Spülflüssigkeiten und entsorge sie an erlaubten Stellen. Gib keine Sägespäne oder Streu hinein, wenn der Hersteller dies nicht vorsieht.
Wenn kein spezielles Equipment vorhanden ist, kannst du eine „Trockentoilette“ auf Basis der normalen Toilette oder eines Eimers einrichten. Schalte das Wasser ab, trockne die Schale und stecke zwei dichte Bau-Müllbeutel übereinander hinein. Befestige die Ränder mit Klebeband oder drücke sie mit dem Toilettensitz fest, damit nichts verrutscht.
Der Trick mit der Streu
Auf den Boden gibst du eine Schicht Streu von 2-3 cm. Das Hauptprinzip ist die Trennung: Nutze separate Behälter für flüssige und feste Abfälle. Erst die Vermischung erzeugt unangenehme Gerüche. Feste Abfälle riechen in trockener Form deutlich weniger.
In den Behälter für Flüssigkeiten wirf kein Papier. Diese kann vorsichtig im Freien entsorgt oder – wenn die Kanalisation noch funktioniert – in die Spülung gegeben werden.

- Geeignete Streumaterialien: Holzpellets, Katzenstreu, Sägespäne, Torf oder zerstoßenes Papier.
- Wichtig: Nach jeder Benutzung ist der Inhalt sofort und großzügig zu bedecken, um Gerüche und Insekten fernzuhalten.
Nutze keine Erde von draußen – sie kann Larven enthalten.
Was du vermeiden solltest
Ein häufiger Irrtum: Natron neutralisiert Gerüche. Doch Vorsicht, es kann die Gerüche sogar verstärken, indem es Ammoniak freisetzt. Besser geeignet ist Zitronensäure, die saure Milieus schafft. Mische niemals Chlorreiniger mit den Abfällen, da dies giftige Dämpfe in geschlossenen Räumen erzeugen kann.
Für Hygiene nutze antiseptische Gele und Feuchttücher, sammle sie aber getrennt. Sie zersetzen sich nicht und füllen den Beutel schnell. Sobald ein Beutel halbvoll ist, tausche ihn aus und bringe ihn zur Mülltonne. Lasse niemals Beutel vor dem Hausflur stehen oder wirf sie auf den Hof.
Der Ausfall der Wasserversorgung ist eine ernste Situation, aber mit diesen einfachen Tricks kannst du die Hygiene aufrechterhalten. Hast du schon einmal eine ähnliche Situation erlebt? Teile deine Erfahrungen in den Kommentaren!

