Wenn Sie eines Nachts ein unerwartetes Stachelknäuel in Ihrem Garten entdecken, ist das ein magischer Moment. Doch oft sind diese stillen Besucher in Not. Ein verletzter oder orientierungsloser Igel braucht schnelle Hilfe, und hier liegt die Gefahr: Viele gut gemeinte Ratschläge können dem empfindlichen Tier schaden. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie das Tier richtig einschätzen, ihm ohne Gefahr helfen und ihm einen sicheren Unterschlupf bieten.
Igel im Garten: Beobachten Sie, bevor Sie handeln
Igel sind nachtaktiv. Sehen Sie also einen Igel am Tag, sollten Sie genauer hinsehen. Ein aktiver Igel, der zielstrebig umherwandert, sucht vielleicht nur nach Futter oder einem Tagesschlafplatz. In diesem Fall ist es am besten, ihn nicht zu stören. Ein Zeichen für Probleme ist ein Igel, der apathisch liegt, benommen wirkt oder offensichtliche Verletzungen hat. Auch starker Parasitenbefall kann ein Hinweis auf Krankheit sein.
Wie Sie einen verletzten oder geschwächten Igel sicher anfassen
Falls Sie eingreifen müssen, ist Vorsicht geboten. Tragen Sie dicke Handschuhe, um sich vor den Stacheln zu schützen und gleichzeitig keine Keime auf den Igel zu übertragen. Legen Sie den Igel dann in einen Karton mit weichen Tüchern. Achten Sie darauf, dass der Karton warm und zugfrei steht. Geben Sie dem Tier niemals Milch! Das verträgt es gar nicht und seine Verdauungssysteme sind darauf nicht ausgelegt. Bieten Sie stattdessen frisches Wasser in einer flachen Schale an. Kleine Mengen Katzenfutter oder Mehlwürmer sind als Übergangsfutter besser geeignet, bis Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen können.
Ein sicherer Unterschlupf für den Igel
Zeigt der Igel keine Anzeichen von Schwäche, kann er einfach auf der Durchreise sein. Sie können ihm helfen, indem Sie einige Ecken in Ihrem Garten naturbelassen. Ein Reisighaufen, ein Laubhaufen oder ein spezielles Igelhaus bieten ihm Schutz vor Fressfeinden und einen perfekten Platz für den Winterschlaf. Achten Sie im gesamten Garten darauf, Fallen zu vermeiden.
Gefahren im Garten minimieren
- Heben Sie Gartennetze leicht an, damit sich die Tiere nicht darin verfangen.
- Bedecken Sie Pools und Teiche gut, um Ertrinken zu verhindern.
- Nutzen Sie lieber manuelle Gartengeräte wie Harken statt Rasenmäher oder Kantenschneider, da diese die sich versteckenden Tiere schwer verletzen können.
Futter für Igel: Was wirklich hilft
Wenn Sie einem gesunden Igel etwas Gutes tun möchten, können Sie ihn füttern. Igel sind Insektenfresser und lieben Schnecken, Würmer und Käfer. Als Ergänzung werden auch gutes Katzenfutter (ohne Soße und Salz) oder pastöses Hundefutter akzeptiert. Stellen Sie immer eine Schale mit frischem Wasser bereit, besonders bei warmen Temperaturen.
Notfall: Verletzung oder schwere Krankheit beim Igel
Haben Sie einen Igel gefunden, der offensichtlich verletzt ist oder krank wirkt, ist die beste Vorgehensweise, sich an Fachleute zu wenden. Das Halten von Wildtieren ist in vielen Regionen gesetzlich geregelt und oft nicht erlaubt, da es sich um geschützte Arten handelt. Kontaktieren Sie eine Auffangstation für Wildtiere oder einen spezialisierten Tierarzt. Nur so kann dem Igel optimal geholfen und seine Genesung und spätere Auswilderung sichergestellt werden.
Der Igel ist ein wertvoller Helfer in Ihrem Garten, der hilft, Schädlinge wie Schnecken und Käfer dezimiert. Mit einfachen Verhaltensweisen tragen Sie maßgeblich zu seinem Überleben und zum Erhalt der heimischen Artenvielfalt bei. Ob Unterschlupf, Gefahrenvermeidung oder die Kontaktaufnahme mit Experten – jeder kleine Schritt zählt. Was sind Ihre Erfahrungen mit Igeln im Garten?

