Warum erfahrene Gärtner im Februar Stecklinge von Oleander machen

Warum erfahrene Gärtner im Februar Stecklinge von Oleander machen

Stellen Sie sich vor, Ihr Garten erstrahlt bald in voller Blüte, und das, ohne einen einzigen Euro in der Gärtnerei auszugeben. Während der Winter noch die Natur im Griff hat, schlummert in der Kraft unserer liebsten mediterranen Pflanzen ein unglaubliches Potenzial. Viele Gärtner warten sehnsüchtig auf den Frühling, um ihre Pflanzen zu vermehren. Doch Kenner wissen: Das Ende des Winters ist die perfekte Zeit, um mit einem einfachen Handgriff Dutzende neuer Oleanderpflanzen zu ziehen. Eine entscheidende Bedingung gibt es aber – und die hat mit der richtigen Temperatur zu tun.

Die Macht des Februars: Warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist

Viele fragen sich: Warum sich mit Stecklingen beschäftigen, wenn es noch bitterkalt ist? Die Natur hat ihre eigene Zeitrechnung. Ende des Winters beginnt der Saft in den Stielen zu steigen. Die Pflanze sammelt ihre ganze Energie, die sie braucht, um neue Wurzeln zu bilden. Diesen Moment gilt es abzupassen.

Wenn Sie jetzt aktiv werden, gewinnen Sie wertvolle Zeit für das kommende Gartenjahr. Ihre gesteckten Triebe werden schneller Wurzeln bilden und sind bereit, im Frühling richtig loszulegen. Das ist der Trick, der einen Hobbygärtner vom Profi unterscheidet, der einen üppigen Garten plant.

Der perfekte Steckling: Die Auswahl macht den Unterschied

Der Erfolg Ihrer Stecklinge hängt zu achtzig Prozent von der Wahl des richtigen Astes ab. Greifen Sie nicht zum erstbesten Trieb! Sie suchen einen sogenannten „halbreifen“ Zweig. Das bedeutet: Er ist weder komplett jung und biegsam, noch alt und verholzt. Er sollte leicht bräunlich werden, als Zeichen dafür, dass er stabil genug ist, um ohne Wurzeln zu überleben, aber jung genug, um schnell neue zu bilden.

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Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten:

  • Der Zweig muss gesund sein, ohne Anzeichen von Krankheiten oder Schädlingen (wie Wollläuse oder Blattläuse).
  • Er sollte etwa bleistiftdick sein.
  • Die Spitze sollte kräftig aussehen. Wenn sich dort bereits Blütenknospen bilden, entfernen Sie diese unbedingt.

Wenn Sie den idealen Zweig gefunden haben, schneiden Sie ein etwa 15 bis 20 Zentimeter langes Stück ab. Benutzen Sie immer eine desinfizierte Gartenschere, um keine Krankheiten zu übertragen. Der Schnitt sollte schräg erfolgen und knapp unterhalb eines Blattknotens (die Stelle, an der früher ein Blatt saß). Hier werden später die Wurzeln wachsen.

Giessen statt Gärtnern: Stecklinge im Wasser ziehen

Vergessen Sie komplizierte Bewurzelungspulver oder beheizte Gewächshäuser. Beim Oleander ist das Bewurzeln im Wasser am einfachsten und zeigt Ihnen jeden Tag, wie Ihre neuen Pflanzen wachsen. Sie können die Wurzelentwicklung direkt beobachten und vermeiden, dass die Triebe im feuchten Substrat faulen.

So einfach geht’s:

  • Entfernen Sie alle unteren Blätter, sodass nur noch zwei oder drei Blätter an der Spitze übrigbleiben. Das reduziert die Verdunstung und lenkt die ganze Energie auf die Wurzelbildung.
  • Stellen Sie den unteren Teil des Stecklings in ein Glas mit Wasser. Am besten Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser (damit der Chlor entweichen kann).
  • Geben Sie ein kleines Stück Holzkohle ins Wasser. Das ist ein kleiner Trick, der das Wasser sauber hält und verhindert, dass die Stecklinge faulen.

Wichtig: Stellen Sie das Glas an einen hellen Ort, aber vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung. Die Wärme ist entscheidend, damit die Wurzeln spriessen.

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Schutz vor Kälte: Der entscheidende Faktor für den Erfolg

Hier liegt die grösste Fehlerquelle: Wenn Sie Ihre Stecklinge im Februar schneiden, vertragen sie keinen Frost. Oleander liebt die Wärme. Wenn Sie diese Triebe jetzt draussen im Kalten lassen würden, hätten Sie keine Chance. Diese Methode funktioniert wunderbar, aber sie braucht Schutz – gerade in unseren Breitengraden!

Ihre Glas mit den Oleander-Stecklingen gehört nach drinnen! Ein beheiztes Wintergarten oder ein heller Fensterplatz in einem Raum mit etwa 20°C sind ideal. Nur so kommen die Wurzeln in Gang. Wenn Sie im Süden Österreichs leben, reicht vielleicht ein Kalthaus, aber behalten Sie immer die Wettervorhersage im Auge. Frost ist der absolute Feind Ihres jungen Oleanders.

Der grosse Moment: Ab April/Mai geht’s ins neue Zuhause

Jetzt ist Geduld gefragt. Nach ein paar Wochen – meist zwischen drei und fünf – werden Sie kleine weisse Punkte am unteren Ende des Stecklings sehen, gefolgt von feinen Wurzeln. Aber drängen Sie nicht zur Eile! Warten Sie, bis die Wurzeln mindestens 3 bis 4 Zentimeter lang sind, besser noch länger.

Das Einpflanzen in Etappen:

  • Setzen Sie den bewurzelten Steckling vorsichtig in einen kleinen Topf mit einer leichten Mischung aus Blumenerde und etwas Sand für eine gute Drainage.
  • Halten Sie die Erde in den ersten Wochen feucht, aber nicht nass.
  • Gewöhnen Sie Ihre jungen Pflanzen langsam an die Aussentemperaturen. Bringen Sie sie an milden Tagen nach draussen, aber geschützt vor Wind. Erst nachdem keine Frostgefahr mehr besteht (nach den Eisheiligen Mitte Mai), können Sie sie dauerhaft ins Beet oder in grosse Kübel pflanzen.

Mit diesem einfachen Trick haben Sie bald eine ganze Schar neuer Oleanderpflanzen, ohne viel Geld auszugeben. Es ist eine sinnvolle und schöne Art, Ihren Garten zu verschönern oder liebevolle Geschenke für Freunde zu gestalten. Suchen Sie doch gleich jetzt den perfekten Zweig für Ihre eigene Oleander-Produktion!

Haben Sie diese Methode schon ausprobiert? Teilen Sie Ihre Erfahrungen in den Kommentaren!

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