Du träumst von einem blühenden Gartenparadies, das von summenden Insekten und zwitschernden Vögeln belebt wird? Doch Vorsicht: Manche beliebten Pflanzen, die du vielleicht schon besitzt oder gerade erst kaufen möchtest, können dein grünes Reich und die heimische Natur nachhaltig schädigen. Ein weit verbreiteter Strauch steht dabei besonders im Rampenlicht: Kirschlorbeer. Wenn du deinen Garten wirklich lieben möchtest, solltest du jetzt aufpassen!
Der unscheinbare Feind im Grün
Kirschlorbeer überflutet deine Nachbarschaft
Ich selbst habe meinen Garten vor gut zwei Jahren übernommen und stehe nun vor der spannenden Aufgabe, ihn mit neuen Beeten, Sträuchern und Bäumen zu verschönern. Mein Ziel ist nicht nur eine ästhetische Aufwertung, sondern vor allem die Schaffung eines wertvollen Lebensraums für Insekten, Vögel, Igel und Co. Wer schon einmal einen Garten umgestaltet hat, kennt die endlosen Fragen, die einem dabei durch den Kopf schießen. Doch bei meiner Recherche bin ich auf eine beunruhigende Tatsache gestoßen: Viele der beliebtesten Gartenpflanzen sind in Wirklichkeit heimliche Saboteure!
Schaue ich mich in meiner Nachbarschaft um, fällt mir sofort ein Kandidat für den Sichtschutz auf: Kirschlorbeer. Er ist neben anderen Lorbeerarten der absolute Pflanzen-Bestseller und dominiert die Gärten in Österreich. Kein Wunder, er wächst schnell, ist dicht und immergrün. Doch der beliebte Strauch steht zunehmend in der Kritik. Warum? Weil er sich gnadenlos ausbreitet und heimische Arten verdrängt.

Die heimliche Gefahr in deinem Grünen
Warum Kirschlorbeer die Biodiversität bedroht
Kirschlorbeer gehört zu den invasiven Neophyten, also zu Pflanzen, die hier nicht heimisch sind und vom Menschen angesiedelt wurden. Diese „Eindringlinge“ verdrängen heimische Pflanzen, da sie sich ungebremst ausbreiten. Wer Kirschlorbeer im Garten hat, weiß, wie schnell er sich vermehrt. Aus den unzähligen Früchten entwickeln sich im Frühling kleine Keimlinge, die überall Wurzeln schlagen. Dein Rasen, deine Beete, ja sogar der nahe gelegene Wald sind vor der Kirschlorbeer-Armee nicht sicher.
Eine Studie der Universität Bonn hat gezeigt: Der Kirschlorbeer hat ein enormes invasives Potenzial. Er verändert langfristig die Struktur und Artenvielfalt im Wald. Studien zufolge könnte sich das Problem durch den Klimawandel sogar noch verschlimmern. In der Schweiz darf Kirschlorbeer seit dem 1. September 2024 gar nicht mehr verkauft und gepflanzt werden. Zwar gilt dieses Verbot in Österreich noch nicht, aber du solltest den Kirschlorbeer – wie auch zwei andere beliebte Pflanzen – lieber nicht in deinen Garten setzen, wenn dir die heimische Natur am Herzen liegt. Hier sind die Gründe:
- Giftig für Mensch und Tier: Die Blätter und Früchte des Kirschlorbeers sind giftig. Sie können weder Insekten noch Vögeln als Nahrungsquelle dienen, was zur Folge hat, dass sich weniger nützliche Gartenbewohner ansiedeln.
Schmetterlingsflieder: Ein trügerischer Anblick
Zu den Pflanzen, die du besser meiden solltest, gehört auch der Schmetterlingsflieder. Obwohl er Schmetterlinge magisch anzieht, ist er nicht so insektenfreundlich, wie man meinen mag. Zwar dient er den Fluginsekten als Nährquelle, doch Schmetterlinge legen ihre Eier nicht auf dieser Pflanze ab. Das schadet der Artenvielfalt.
Schmetterlingsflieder ist ebenfalls eine invasive Art und verdrängt heimische Pflanzen durch sein rasantes Wachstum. Auch in der Schweiz ist er von den Verkaufsverboten betroffen. Mein Tipp, falls du ihn doch im Garten hast: Pflanze unter dem Schmetterlingsflieder Brennnessel-Arten, Wiesenschaumkraut und Knoblauchrauke. Hier können Schmetterlinge ihre Eier ablegen und du schaffst es, deinen Garten insektenfreundlicher zu gestalten, ohne auf den hübschen Flieder zu verzichten.
Vielblättrige Lupinen: Die Bodenkiller
Ebenfalls zu den unerwünschten Eindringlingen gehören die farbenfrohen Lupinen. Hobbygärtner*innen lieben sie wegen ihrer Robustheit und der knallbunten Blüten, die selbst auf kargstem Boden prächtig gedeihen. Doch genau hier liegt das Problem. Lupinen können Stickstoff aus der Luft an ihren Wurzeln binden, was den Boden fruchtbarer macht und ihre rasante Verbreitung begünstigt.

Das Problem: Sie verdrängen heimische Pflanzen, die auf karge Böden angewiesen sind, wie zum Beispiel Arnika oder Knabenkraut. Eine einzige Lupinenpflanze produziert bis zu 2.000 Samenkörner, die bis zu sechs Meter weit geschleudert werden können. Wenn du Lupinen pflanzt, können sie sich bald in den Nachbargärten oder in der freien Natur ausbreiten.
Was tun, wenn du diese Pflanzen schon hast?
Die drei vorgestellten Pflanzen finden sich in vielen Gärten. Auch ich habe meinen Garten mit einer riesigen Kirschlorbeerhecke übernommen. Bedeutet das jetzt, alles zu entfernen? Auf keinen Fall!
Die Informationen in diesem Artikel sollen dich nicht dazu bringen, das Bestehende zu verbannen. Es geht vielmehr darum, in Zukunft sensibler bei der Pflanzenwahl zu sein und Maßnahmen zu ergreifen, um deinen Garten insektenfreundlicher zu gestalten. Wenn du deinen Garten tierfreundlicher und naturnäher gestalten willst, hilft schon ein einfacher Tipp: Überlasse einen kleinen Teil deines Gartens der Natur und pflanze heimische Stauden, die Insekten und Vögel anlocken. Die wilden Sorten sind nicht nur robust und pflegeleicht, sie sind auch wunderschön und verwandeln deinen Garten in ein blühendes Bienenparadies.
Hast du auch Erfahrungen mit diesen oder anderen invasiven Pflanzen gemacht? Teile deine Tipps und Geschichten in den Kommentaren!

