Es ist Februar und die Tage werden endlich länger. Viele haben das Gefühl, der schlimmste Winter ist vorbei, aber genau jetzt lauert eine unsichtbare Gefahr für die Vögel in Ihrem Garten. Die wechselnden Temperaturen können heimtückisch sein und die wenigen Nahrungsquellen, die noch verfügbar sind, unzugänglich machen. Was Sie jetzt tun, kann über Leben oder Tod für Ihre gefiederten Freunde entscheiden.
Der heimtückische Februar: Warum jetzt die größte Gefahr droht
Man denkt, der tiefste Winter im Jänner ist am schlimmsten für Vögel. Doch der Februar ist oft gefährlicher. Die Vögel sind nach Monaten des Kampfes gegen die Kälte erschöpft. Ihre Fettreserven sind aufgebraucht, um ihre Körpertemperatur konstant zu halten.
Dazu kommen die langen Nächte. Ein kleiner Vogel kann während dieser Dunkelheit bis zu 10 % seines Gewichts verlieren, nur um zu überleben. Wenn die nächste Nacht noch kälter wird oder die Nahrung tagsüber knapp ist, gerät der Vogel in eine kritische Zone. Es ist ein täglicher Wettlauf gegen die Zeit.
Warum der „Nahrungsengpass“ im Februar tödlich sein kann
Im Gegensatz zum frühen Winter, wo die Natur noch ein paar letzte Schätze bereithält, ist der Februar die Stunde der Wahrheit. Natürliche Nahrungsquellen wie Beeren oder Samen sind fast aufgebraucht. Was noch da ist, macht der Frost oft unzugänglich.
Ein gefrorener Boden hindert Insektenfresser wie Amseln daran, Würmer oder Larven zu finden. Ein eisüberzogener Baum liefert keine Insekten mehr aus seiner Rinde. Diese Kombination aus Knappheit und Unzugänglichkeit wird zum tödlichen Flaschenhals.

Rettungsaktion im Garten: Energie-Booster für die Vogelschar
Um diese Erschöpfung zu bekämpfen, müssen Sie mehr bieten als nur ein paar Körner. Im Februar brauchen die Vögel echte Energielieferanten. Das Ziel ist, maximale Kalorien mit minimalem Verdauungsaufwand zu liefern.
Pflanzliche Fettkugeln (ohne Palmöl) und Talg sind hierfür perfekt. Sie liefern die nötigen Lipide gegen die Kälte. Aber Achtung: Entfernen Sie Plastiknetze, in denen sich Vögel verfangen können. Bevorzugen Sie sichere Halterungen.
Die Must-Haves für die Futterstelle im Februar:
- Schwarze Sonnenblumenkerne: Sie enthalten mehr Fett als gestreifte.
- Ungesalzene und ungeröstete Erdnüsse: Zermahlen Sie sie für kleinere Vögel.
- Getrocknete Fruchtstücke: Äpfel oder Birnen sind eine willkommene Ergänzung.
Wichtig: Platzieren Sie das Futter erhöht, um Katzen keine leichte Beute zu bieten. Diese sind hungriger, sobald es kälter wird.
Wasser: Mehr als nur Durstlöscher – ein Lebensretter
Immer wieder vergessen wir, wie wichtig Wasser im Winter ist. Vögel brauchen es nicht nur zum Trinken, um ihr trockenes Futter zu verdauen, sondern auch für ihr Gefieder. Ein schmutziges oder ungepflegtes Federkleid isoliert schlecht und macht den Vogel anfällig für Kälte.
Das Problem im Februar: Die Wasserstellen gefrieren schnell. Bieten Sie täglich flüssiges Wasser an. Lauwarmes Wasser am Morgen verzögert das Gefrieren.

Ein cleverer Trick: Legen Sie eine kleine Ping-Pong-Kugel oder einen anderen leichten Gegenstand ins Wasser. Die Bewegung durch den Wind verhindert, dass die Oberfläche so schnell zufriert.
Niemals Salz, Alkohol oder Frostschutzmittel ins Wasser geben – das ist giftig für die Tiere.
Durchhalten bis zum Frühling: Ihre Rolle als Tierfreund
Regelmäßigkeit ist entscheidend. Wenn Sie anfangen, Vögel zu füttern, gewöhnen sie sich daran und verlassen sich auf Ihre Futterstelle. Eine leere Futterstelle nach einer anstrengenden Anreise kann fatal sein.
Sie müssen demnach durchfüttern, bis die Temperaturen stabil steigen und Insekten wieder sicht werden. Achten Sie auch auf Hygiene. Viele Vögel an einem Ort können Krankheiten verbreiten.
Reinigen Sie Futterspender und Tränken regelmäßig mit warmem Wasser und Seife, danach gut abspülen. Nur so können Sie sicherstellen, dass Ihre Hilfe nicht zum Krankheitsherd wird. Indem Sie in diesen letzten Winterwochen durchhalten, helfen Sie der heimischen Tierwelt, diese schwierige Zeit zu überstehen. Mit vollen Futterstellen und eisfreien Tränken geben Sie ihnen eine echte Überlebenschance.
Welche Tricks haben Sie, um Ihren Garten-Vögeln im Winter zu helfen?

