Warum Feuchtigkeit Ihre Vogelsamen zu Gift macht – und niemand es bemerkt

Warum Feuchtigkeit Ihre Vogelsamen zu Gift macht – und niemand es bemerkt

Der Winter ist die Zeit, in der wir uns besonders um unsere gefiederten Freunde kümmern wollen. Doch ein scheinbar gut gemeinter Akt kann sich schnell in Gefahr verwandeln. Wenn Sie jetzt Vogelfutter draußen aufstellen, ohne auf ein entscheidendes Detail zu achten, setzen Sie die Tiere dem Risiko aus, dass das Futter ungenießbar und sogar giftig wird.

Für viele ist eine gut gefüllte Futterstelle im Winter ein Herzenswunsch. Die kleinen Meisen und Rotkehlchen haben es in der kalten Jahreszeit ohnehin schwer, genug Nahrung zu finden. Doch genau hier lauert die Gefahr, die viele Gärtner übersehen:

Die häufigste Fehlerquelle im Wintergarten

Es ist verlockend, einfach einen Haufen Samen auf eine offene Schale oder gar direkt auf den Boden zu schütten. Das lockt zwar viele Arten an, aber es ignoriert einen ganz entscheidenden Faktor: die natürlichen Eigenschaften von Samen und Wasser.

Im Jänner ist die Luft oft feucht, Regen oder schmelzender Schnee sind keine Seltenheit. Diese Feuchtigkeit wirkt wie ein Brandbeschleuniger für die Samen:

  • Die Samen saugen sich voll wie ein Schwamm.
  • Sie verlieren ihre Nährwerte.
  • Sie schaffen eine ideale Brutstätte für Mikroorganismen.

Wenn Samen verderben: Der stille Feind der Vögel

Das größte Problem ist nicht das nasse Futter an sich, sondern was daraus wird. Wenn Samen zu lange feucht bleiben, beginnen sie:

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Fermentation: Das unsichtbare Gift

Die Samen fangen an zu fermentieren. Das ist ein Prozess, bei dem Bakterien die Nährstoffe abbauen. Die Vögel riechen das oft nicht und fressen trotzdem davon, was zu schweren Verdauungsstörungen führen kann.

Schimmel und Mykotoxine: Tödliche Sporen

Feuchte Samen sind ein Paradies für Schimmelpilze. Diese wachsen schnell, bilden Sporen, die wir nicht sehen oder riechen, aber die von den Vögeln eingeatmet werden können. Das kann zu tödlichen Atemwegserkrankungen führen.

Noch gefährlicher sind die Mykotoxine, die von diesen Schimmelpilzen produziert werden. Selbst in geringen Mengen schwächen sie das Immunsystem der Vögel und machen sie anfällig für Krankheiten und Kälte.

Einfrieren: Eine tödliche Falle

In Österreich sind die Temperaturen im Jänner oft um den Gefrierpunkt. Wenn die Samen durch Regen oder Schnee feucht geworden sind, gefrieren sie über Nacht zu harten Klumpen. Das ist besonders schlimm, weil:

  • Die Vögel sie kaum aufpicken können.
  • Sie mehr Energie verbrauchen, als sie durch die Nahrung gewinnen.
  • Diese Eisklumpen praktisch ungenießbar sind.

Für kleine Vögel, deren Schnäbel nicht stark genug sind, sind diese gefrorenen Klumpen eine wahre Qual und lebensgefährlich. Oft kleben die Samen so fest zusammen, dass sie für die gefiederten Gäste unerreichbar werden.

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Die Lösung: So schützen Sie die Vögel richtig

Glücklicherweise gibt es einfache Wege, um das zu verhindern und die Vögel auch bei feuchtem Wetter sicher zu ernähren. Der Schlüssel ist, die Nahrung vor Feuchtigkeit zu schützen.

Die richtige Futterstelle wählen

Investieren Sie in vertikale Futterspender mit einem großen, überhängenden Dach. Diese sogenannten Silos schützen das Futter am besten vor Regen und Schnee. Flache Futtertafeln ohne Schutz sind nur bei klarem Wetter eine Option und sollten danach schnell gereinigt werden.

Hygiene ist das A und O

Gerade bei feuchtem Wetter ist es entscheidend, die Futterstellen regelmäßig zu reinigen. Leeren Sie die Spender mindestens einmal pro Woche, spülen Sie sie mit heißem Wasser und etwas Spülmittel aus und lassen Sie sie vollständig trocknen, bevor Sie neues Futter einfüllen. So vermeiden Sie die Verbreitung von Krankheiten wie Salmonellen.

Alternativen anbieten: Fett statt Samen

Wenn schlechtes Wetter angekündigt ist, können Sie auf Fettfutter (z.B. Fettblöcke oder Meisenknödel ohne Plastiknetze) umsteigen. Fett ist wasserabweisend und verdirbt nicht so schnell. Es liefert wichtige Energie, ohne die Risiken von Feuchtigkeit und Schimmel.

Klein anfangen und oft nachfüllen

Es ist besser, öfter kleine Mengen Futter nachzufüllen, die schnell aufgefressen werden, als den Spender einmal ganz zu füllen. So hat das Futter weniger Zeit, Feuchtigkeit aufzunehmen und zu verderben.

Es ist mehr als nur das Befüllen eines Spenders. Es ist eine Verantwortung, die Vögel sicher durch den Winter zu bringen. Mit ein paar einfachen Anpassungen werden Ihre Futterstellen zu echten sicheren Häfen für unsere gefiederten Freunde. Welche Erfahrungen haben Sie mit Versonnenheit im Winter gemacht?

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