Kennen Sie das: Sonntag Nachmittag, der Kaffee ist fertig, aber die Lust, stundenlang in der Küche zu stehen und einen komplizierten Kuchen zu backen, ist gleich null? Hier bei uns in Österreich lieben wir ja die Gemütlichkeit – doch oft muss es schnell gehen, ohne dass der Genuss leidet. Die Lösung, die gerade auf allen Social-Media-Kanälen kursiert, ist der Prasselkuchen mit Blätterteig.
Dieser Kuchen trägt nicht umsonst den Spitznamen „faulster Kuchen der Welt“. Er löst Ihr spontanes Süßigkeiten-Problem in Rekordzeit. Und das Beste daran: Er schmeckt, als hätten Sie ihn stundenlang zubereitet. Bleiben Sie dran, um das Geheimnis des idealen Streusels und den Trick für schnelles Einfrieren zu erfahren.
Das Geheimnis: Nur drei Schichten zum Glück
Der klassische Prasselkuchen wird oft noch mit Hefeteig zubereitet – eine Prozedur, die Zeit und Wartezeit erfordert. Aber ich habe in meiner Küche festgestellt: Die moderne, rapide Version mit Rollen-Blätterteig aus dem Kühlregal ist mindestens genauso gut und revolutioniert das spontane Backen.
Stellen Sie sich vor, Sie müssten nur drei Dinge übereinanderschichten, bevor der Kuchen in den Ofen wandert:
- Die Basis (Zeitersparnis): Eine Rolle Blätterteig, die Sie direkt aufs Blech legen. Kein Kneten, kein Warten.
- Der Farbklecks (Geschmacksträger): Aprikosenmarmelade. Klassisch, aber Sie können hier kreativ sein (dazu später mehr!).
- Der Knusperfaktor (Das Wichtigste): Die Streusel. Sie sind das Herzstück.
Viele übersehen, dass die Qualität der Streusel den gesamten Kuchen entscheidet. Sie müssen mürbe und knusprig sein, nicht matschig.
Die perfekte Streusel-Formel für Profis
Ein wichtiger Tipp, den ich Ihnen mitgeben möchte: Achten Sie darauf, dass die Butter wirklich kalt ist. Das ist der Schlüssel zum Gelingen. Wenn die Butter zu weich ist, bekommen Sie einen Teig und keine Streusel!

So mischen Sie die perfekten Streusel (Verhältnis 2:1:1):
- 300 g Mehl
- 150 g Zucker (+ Vanillezucker)
- 150 g eiskalte Butter (in Würfel geschnitten)
Profi-Tipp: Wenn Sie keine Lust auf Handarbeit haben, packen Sie alle Streusel-Zutaten in eine Küchenmaschine mit Knethaken. Nur kurz pulsieren, bis schöne, unregelmäßige Krümel entstehen. Das soll schnell gehen, nicht perfekt sein!
Der genaue Ablauf: Vom Kühlregal zum Kaffeetisch in 25 Minuten
Dieses Rezept ist so einfach, dass es fast schon eine Beleidigung für traditionelle Bäcker ist. Aber es funktioniert in der Hektik des Alltags. Und es sorgt für zufriedene Gesichter!
1. Vorbereitung (5 Minuten):
Heizen Sie den Ofen auf 180 °C (Ober-/Unterhitze) vor – die Zeit können Sie nutzen. Rollen Sie den Blätterteig auf dem Blech aus. Verteilen Sie 3-4 EL der Aprikosenmarmelade gleichmäßig. Achten Sie darauf, nicht zu viel zu nehmen, sonst weicht der Boden durch.
2. Streusel und Backen (15–20 Minuten):

Erstellen Sie die Streusel nach der oben genannten Formel und verteilen Sie sie großzügig über die Marmelade. Schieben Sie das Blech in den vorgeheizten Ofen auf die mittlere Schiene.
Achtung: Die Backzeit ist kurz! Sobald die Krümel goldbraun sind (meist nach 15–20 Minuten), muss der Kuchen raus. Bleibt er zu lange drin, wird der Blätterteig zäh.
3. Das österreichische Finish (Zuckerguss):
Während der Kuchen etwas abkühlt, rühren Sie den Guss an: 100 g Puderzucker mit 2–3 EL Flüssigkeit (Wasser oder Zitrone für den Frische-Kick). Der Guss soll nicht dünnflüssig sein, sondern träge vom Löffel laufen. Verteilen Sie ihn großzügig, schneiden Sie das Blech in die typischen Schnitten und fertig ist Ihr Blitz-Kuchen.
Wie Sie den Prasselkuchen auf Wiener Art abändern können
Aprikose (Marille) ist zwar der Klassiker, aber wenn Sie gerade nur Himbeermarmelade aus der Wachau im Keller haben, ist das kein Problem. Die Füllung ist komplett austauschbar. Für Schoko-Junkies habe ich einen Insider-Tipp:
- Statt Marmelade einen Nuss-Nougat-Brotaufstrich verwenden.
- Wer es sehr knusprig mag, bestreut den Kuchen nur mit gehackten Nüssen und Kokosflocken (ohne Streusel). Das spart nochmals 2 Minuten Vorbereitungszeit!
Es gibt übrigens einen genialen Lifehack, den ich selbst erst kürzlich entdeckt habe: Möchten Sie immer Kuchen auf Vorrat haben? Frieren Sie den Kuchen ohne Zuckerguss ein! Einfach in Stücke schneiden, luftdicht verpacken und bei Bedarf kurz im Rohr aufbacken. Der frische Guss kommt erst danach drauf. So haben Sie selbst unter der Woche in 5 Minuten frischen „Kuchen vom Blech“.
Dieses Rezept beweist, dass Backen nicht kompliziert sein muss. Manchmal braucht man nur das richtige, schnelle Werkzeug – in diesem Fall eine Rolle Blätterteig und die perfekte Streuselmischung. Probieren Sie es am nächsten Sonntag aus!
Welche Marmelade würden Sie für Ihren persönlichen Prasselkuchen als Erstes verwenden?

