Darum stellen Profis einen Schwamm unter den Blumentopf – und warum Sie es auch tun sollten

Darum stellen Profis einen Schwamm unter den Blumentopf – und warum Sie es auch tun sollten

Hand aufs Herz: Wer hat nicht schon einmal daran gedacht, die kleine Reparatur am Dach schnell selbst zu erledigen? Das erspart das Anrufen bei Handwerkern und fühlt sich nach einer schnellen Lösung an. Doch ich habe in meiner Praxis gesehen, wie schnell aus „schnell erledigt“ eine monatelange Katastrophe wird. Besonders wenn man älter wird oder wenig Zeit hat, ist der Gang aufs Dach nicht nur unpraktisch, sondern eine ernste Gefahr. Es geht hier nicht nur um ein paar Dachziegel; es geht um Ihre Sicherheit, den Wert Ihres Hauses und letztendlich darum, trocken zu bleiben.

Warum es sich fast immer auszahlt, diese heiklen Arbeiten den Experten zu überlassen, und welche versteckten Mängel Sie dabei übersehen, erfahren Sie hier.

Der Insider-Blick: Was ein Experte sieht, das Ihr Auge übersieht

Viele Hausbesitzer in Österreich unterschätzen, dass Dacharbeit weit mehr ist als nur das Ersetzen einer losen Kachel. Wenn man selbst auf das Dach steigt – oft mit einer wackeligen Leiter aus dem Baumarkt – fokussiert man nur auf das offensichtliche Problem. Doch die echten Probleme verstecken sich meist darunter.

Warum die Leiter Ihr größter Feind ist – und nicht der Sturm

Die größte Gefahr im eigenen Heim ist oft die Unvorsichtigkeit. Wenn ich sehe, wie Laien versuchen, auf steilen Dächern herumzulaufen, wird mir mulmig. Mit dem Alter lässt das Gleichgewicht nach, und Schwindel kommt schneller, als man denkt. Ein professioneller Dachdecker hat nicht nur die richtige Ausrüstung (wie Auffanggurte und Seilsysteme), die in Österreich strengen Standards unterliegt, sondern auch das Training, um sich sicher zu bewegen.

Was viele vergessen:

  • Die Gefahr des Abgleitens erhöht sich drastisch bei feuchten Ziegeln.
  • Ein plötzlicher Windstoß kann auf dem Dach völlig andere Auswirkungen haben als am Boden.
  • Die meisten Unfallversicherungen greifen bei Arbeiten in der Höhe, die ohne professionelle Sicherung durchgeführt werden, nicht oder nur stark eingeschränkt.

Ein Profi plant für das Unerwartete. Er weiß, wo er hintreten muss, damit keine weiteren Ziegel unter seinem Gewicht brechen. Damit entfällt für Sie der Stress, sich in Lebensgefahr zu begeben.

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Die versteckten Mängel im Dachstuhl

Eine weitere Sache, die ich immer wieder bemerke: Laien sehen nur die obere Schicht. Der Experte blickt tief in den Dachstuhl und erkennt Anzeichen von Schwachstellen, lange bevor sie zu einem massiven Schaden werden. Er sucht nach Dingen, die Sie selbst kaum finden würden:

Ein Beispiel: In Graz, wo ich oft arbeite, haben wir viele Altbauten mit komplexen Dachkonstruktionen. Ein unerfahrener Blick übersieht oft kleine Risse im Holz oder beginnende Fäulnis, die durch eine winzige, von außen nicht sichtbare Undichtigkeit entstanden ist. Der Profi erkennt anhand von Verfärbungen oder abgenagten Stellen sofort, dass Feuchtigkeit eindringt oder sich Ungeziefer (wie Marder oder Siebenschläfer, die in ländlichen Regionen Österreichs ein echtes Problem sind) eingenistet hat.

Wenn diese Probleme lange ignoriert werden, kann die gesamte Dachkonstruktion gefährdet sein – und dann wird aus einer kleinen Reparatur ein Tausende von Euro teurer Austausch.

Spezifisches Know-how: Jedes Material braucht eine eigene Behandlung

Ihr Dach schützt Sie vor dem typisch ungemütlichen österreichischen Wetter – sei es der starke Föhnwind in Tirol oder der lang anhaltende Regen im Waldviertel. Damit diese Schutzfunktion erhalten bleibt, muss jedes Material korrekt behandelt werden. Das ist der Punkt, an dem die meisten Hobby-Handwerker scheitern.

Nehmen wir zum Beispiel Metalleindeckungen (Zink oder Kupfer), die auf vielen modernen Häusern oder bei Details wie Dachrinnen verwendet werden. Diese erfordern spezielle Löttechniken, die nur ein Spengler beherrscht. Wenn Sie hier unsachgemäß arbeiten, ist die Naht nicht dicht, und das Wasser läuft direkt in die Bausubstanz.

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Oder denken Sie an Dachrinnen. Viele machen den Fehler, sie nur schnell mit dem Hochdruckreiniger oder dem Gartenschlauch zu säubern. Aber der Profi achtet darauf, dass das Gefälle der Rinne beibehalten wird. Ist die Neigung falsch, staut sich das Wasser, die Rinne läuft über, und Ihre Fassade wird unnötig nass, was wiederum Algen- und Moosbildung fördert.

Der Lifehack, den nur Profis kennen

Wenn ein Dachdecker bei Ihnen ist, bitten Sie ihn, die First- und Gratabdeckungen genau zu prüfen. Diese Kanten sind oft die Hauptangriffspunkte für Vögel und Nagetiere, die darunter nisten wollen. Ein simpler, aber effektiver Tipp, der oft übersehen wird: Ein guter Handwerker verwendet spezielle Belüftungselemente oder kleine Gitter unter den Kappen, um das Eindringen von Tieren zu verhindern, während die notwendige Luftzirkulation im Dachstuhl erhalten bleibt. Dies erspart Ihnen nicht nur Tierschäden, sondern auch Wärmeverluste im kalten Winter.

Prävention ist die beste Sanierung (und Bilanz)

Sich um das Dach zu kümmern, ist keine Ausgabe, sondern eine Investition in den Werterhalt Ihres Eigentums. Ein regelmäßiger Check durch einen Fachmann (etwa alle 5 Jahre, besonders vor oder nach einem starken Winter) ist die beste Versicherung gegen hohe Reparaturkosten.

Wenn zum Beispiel Moos oder Algen Ihre Ziegel bedecken, wenden Sie bitte keine aggressiven Hausmittel an. Ein Experte verwendet spezielle, für Tondachziegel geeignete Beschichtungen, die die Schutzschicht nicht angreifen und das Material über Jahre hinweg konservieren. Das Dach sieht nicht nur schöner aus, sondern die Lebensdauer der Ziegel wird massiv verlängert.

Letztendlich gewinnen Sie durch die Delegation dieser Aufgabe eines: Freie Zeit und mentale Ruhe. Anstatt bei einem Sturm nachts aufzustehen und panisch nach Eimern zu suchen, können Sie sich entspannt zurücklehnen, da Sie wissen, dass ein Profi die vorbeugende Wartung bereits erledigt hat. Falls doch ein Notfall eintritt (was in Österreich nach einem Sturmtief wie „Herwart“ oft passiert), rückt der Handwerker schnell aus, um eine Abdeckung anzubringen oder den Schaden zu beheben.

Haben Sie in der Vergangenheit schon einmal versucht, eine größere Dachreparatur selbst durchzuführen? Welche Probleme sind dabei aufgetreten?

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