Die „Schublade der Schande“ – wir alle haben sie. Sie existiert oft in der Küche oder im Flur und ist der letzte Ort, an dem Ordnung herrscht. Dort landen leere Batterien, mysteriöse Einzelteile und uralte, unbrauchbare Schlüssel. Wussten Sie, dass dieses Chaos nicht nur optisch stört, sondern auch Ihre Produktivität und sogar Ihre Stimmung beeinflusst?
Als jemand, der sich beruflich mit Organisation beschäftigt, habe ich festgestellt: Das Horten von „Vielleicht-brauche-ich-das-noch“-Kram kostet Energie. Jetzt ist Schluss damit. Ich zeige Ihnen, welche fünf unscheinbaren Gegenstände Sie in Österreichs Haushalten am häufigsten finden – und warum diese sofort entsorgt werden müssen. Lesen Sie weiter, um herauszufinden, wie Sie mit einem einzigen Durchgang das Schlimmste beseitigen.
Der gnadenlose Start: Warum Sie ALLES auf den Tisch legen sollten
Der erste Schritt zur Heilung ist immer der schmerzhafteste: Leeren Sie die Schublade komplett. Ziehen Sie den gesamten Inhalt heraus und breiten Sie ihn aus. Das Ausmaß des Chaos’ ist oft schockierend. Aber gerade dieser „Schockmoment“ motiviert ungemein.
Ich nenne diesen Stapel oft das „Manifest des Aufschubs“. Erst jetzt sehen Sie, wie viele tote Gegenstände Sie mit sich herumschleppen. Während dieses Prozesses fallen Ihnen sofort Dinge in die Hand, die Sie vor Jahren vergessen haben. Das sind die Kandidaten für die Sofort-Entsorgung.
Fünf „tote“ Gegenstände, die sofort rausmüssen
Viele Österreicher neigen dazu, Dinge aufzubewahren „nur für den Fall“. Aber mal ehrlich: Wie oft haben Sie in den letzten sechs Monaten diesen Werbekugelschreiber wirklich benutzt? Hier ist die Liste der No-Gos:

- Uralte Kassenzettel (älter als ein Jahr): Bewahren Sie nur die auf, die für Garantieansprüche relevant sind. Der Haufen alter Rechnungen aus dem Billa oder Hofer gehört in den Papiermüll. Niemand braucht den Beweis, wann er 2020 Eier gekauft hat.
- Das Kabelknäuel ohne Partner: Wir alle haben es: Ladekabel für Handys, die wir seit drei Generationen nicht mehr besitzen (Goodbye, altes Nokia-Ladekabel!). Wenn Sie das zugehörige Gerät nicht finden, ist das Kabel Elektroschrott – und kein Dekoelement.
- Trockene oder leere Schreibwaren: Filzstifte ohne Kappe, Kugelschreiber, die nach drei Strichen den Geist aufgeben. Testen Sie jedes Schreibgerät knallhart. Wenn es nicht funktioniert: Abfall. Sie werden niemals „die Tinte wiederbeleben“.
- Mysteröse Kunststoff- und Metallteile: Ein kleiner Schlüssel, der nirgendwo passt. Eine Schraube, die scheinbar von einem Möbelstück stammt, das Sie längst verkauft haben. Wenn Sie nicht wissen, wofür etwas ist, entsorgen Sie es. Das Chaos erzeugt oft den Eindruck, dass man diese Teile „irgendwann“ braucht – Sie brauchen sie nicht.
- Halbvolle Batterien: Nur volle, eindeutig gekennzeichnete Batterien gehören in die Notfallkiste. Die halb leeren, die Sie „vielleicht“ noch verwenden könnten, sind psychologischer Ballast. Entsorgen Sie sie (bitte beim Recyclinghof oder in Sammelboxen im Supermarkt!).
Der Lifehack: Die „Insel der Ungewissheit“ einrichten
Beim Ausmisten der Schublade kommt es oft zu Zögern, besonders bei Dingen, die emotional aufgeladen sind oder bei denen Sie befürchten, etwas Wichtiges wegzuwerfen. Das ist menschlich.
In meiner Praxis empfehle ich die „Insel der Ungewissheit“ (max. 5 Gegenstände). Das ist eine kleine, transparente Box, die Sie neben die Schublade legen. Dinge, bei denen Sie unsicher sind („Soll ich das wegwerfen?“) kommen hier hinein. Wenn Sie in drei Monaten keinen einzigen Gegenstand aus dieser Box benötigt haben, wandert der gesamte Inhalt kompromisslos in den Müll oder zur Spende.
Ordnung, die bleibt: Wie kleine Fächer das Chaos besiegen
Nachdem die Toten beseitigt sind, kommt der entscheidende Teil: die Organisation. Das Geheimnis sind nicht nur die Schubladen-Organizer (die es oft schon günstig bei Aktionen im Tedi oder in der Haushaltsabteilung des BIPA gibt), sondern die Aufteilung nach Funktion.
Denken Sie daran: Ihre Schublade ist wie ein gut organisiertes Büro. Jedes Teil braucht einen festen „Parkplatz“. Wenn Sie nur alles lose hineinwerfen, entsteht sofort wieder Chaos.

- Kategorisierung ist Gold wert: Stifte mit Stiften, Klebemittel (Tesafilm, Kleber) in eine separate Box, und alle notwendigen Schlüssel in ein kleines Fach.
- Besteckkästen umlagern: Ich habe bemerkt, dass die kleinen Fächer von Besteckkästen (die oft in Österreichs Küchen standardmäßig vorhanden sind) perfekt für Büroklammern, Gummibänder und USB-Sticks funktionieren. Das ist eine kostengünstige und sofort verfügbare Lösung.
- Flexible Unterteiler verwenden: Achten Sie auf verstellbare Organizer. Ihr Bedarf ändert sich. Wenn Sie flexibel bleiben, ersparen Sie sich das erneute Ausmisten in sechs Monaten.
Der psychologische Vorteil dieser Struktur ist enorm: Da nun alles einen festen Platz hat, fällt es viel schwerer, etwas „schnell mal reinzuschmeißen“. Ordnung wird zur Routine, nicht zur Last.
Der Maintenance-Plan: Schluss mit dem Rückfall
Damit die Schublade nicht in wenigen Wochen wieder zur anarchischen Zone wird, gibt es zwei einfache Regeln:
Die Ein-für-eins-Regel: Kommt ein neuer Werbekugelschreiber hinzu, muss ein alter, nicht funktionierender raus. Kommt ein neues Set Batterien, muss ein altes, leeres Set entsorgt werden. Das hält die Gesamtmenge konstant im Griff.
Die 5-Minuten-Durchsicht: Gehen Sie einmal im Monat – während Sie auf den Kaffee warten oder die Wäsche fertig wird – die Schublade in 5 Minuten durch. Nur ein schneller Blick, um offensichtlich unnötigen Müll (Kaugummipapier, leere Verpackungen) zu entfernen. Ich verspreche Ihnen, das spart Ihnen über das Jahr hinweg Stunden an Entrümpelungszeit.
Chaos zu beseitigen bedeutet, Platz für Neues zu schaffen – und vor allem für mentale Ruhe. Wie organisieren Sie Ihre „Schublade der Schande“? Hinterlassen Sie einen Kommentar und teilen Sie Ihre besten Tipps!

