Es ist das ewige Dilemma, vor dem fast jeder Geflügelhalter in der kalten Jahreszeit steht: Die Temperaturen fallen, und die Eierproduktion bricht ein. Oftmals stellen Hennen die Legeleistung bei starkem Frost komplett ein. Wenn Sie das kennen, sind Sie nicht allein. Die frustrierende Nachricht ist, dass diese Winterpause oft nicht am Wetter liegt, sondern an drei einfachen, aber häufig gemachten Fehlern im Futterplan. Erfahrene Züchter aus Österreich haben mir nun ihren „geheimen“ Winterplan verraten, der das Nest auch bei -25 °C füllt. Lesen Sie weiter, um herauszufinden, welchen entscheidenden Fehler die meisten im zweiten Schritt machen.
Warum Ihre Hennen im Winter streiken — Der Vitamin-Mythos
Im Sommer picken Hennen frisches Grünzeug, bekommen Sonnenlicht und sind den ganzen Tag aktiv. Das versorgt sie natürlich mit allem Nötigen. Wenn der Schnee die Freifläche bedeckt, fehlt plötzlich die natürliche „Vitamingarage“.
Viele Halter füttern zwar mehr Getreide, aber das ist zu wenig. Der Legeleistung fehlt es an spezifischen Mikro- und Makronährstoffen. Das Signal, das die Henne an ihren Körper sendet, lautet: „Zu kalt, zu wenig Nährstoffe – keine Brutzeit!“
Die Bausteine für die Winter-Eierschale (Der Erste-Hilfe-Plan)
Der erste Schritt ist, das Sommerdefizit auszugleichen. Es geht nicht um teure Präparate, sondern um bewährte, spezifische Zusätze, die leicht im Lagerhaus oder in jedem gut sortierten österreichischen Futterhandel erhältlich sind:
- Futterkalk (oder Muschelgrit): Essentiell für starke Eierschalen. Ohne genügend Kalk wird die Henne ihre eigenen Knochenreserven anzapfen – was langfristig fatal ist.
- Futterhefe: Ein hervorragender Lieferant für B-Vitamine, die wichtig für den Stoffwechsel und das Wohlbefinden (und damit die Legefreude) sind.
- Fischmehl oder hochwertiger Eiweiß-Zusatz: Dies liefert essentielle Proteine, die der Henne die nötige Energie geben, um täglich ein Ei zu produzieren. Proteine sind im Winter der Motor!

Der Kardinalfehler bei Wurzelgemüse: Warum Zerkleinern nicht genug ist
Wurzelgemüse (Karotten, Rote Bete, Kartoffeln) ist im Winter eine wertvolle Nährstoffquelle. Fast jeder Bauer füttert es. Aber hier kommt der große Fehler, den ich bei vielen gesehen habe:
Sie schneiden das Gemüse lediglich in kleine Stücke oder raspeln es roh.
Hühner haben einen sehr schnellen und nicht unbedingt leistungsstarken Verdauungstrakt für rohe, harte Zellen. Rohes, festes Gemüse wird oft nur schlecht verwertet – die Hennen nehmen nicht einmal 50 % der Nährstoffe auf, und Sie verschwenden teures Futter.
Ein simpler Schritt macht den Unterschied (Der „Brei-Trick“)
Damit die Hennen wirklich von den wertvollen Inhaltsstoffen profitieren, müssen Sie das Gemüse vorverdauen lassen – das übernehmen Sie, nicht die Henne. Es ist ganz einfach:
Die Lösung: Kochen Sie alle Wurzelknollen (auch die kleinen Reste) gründlich weich. Danach müssen Sie das Gemüse zu einem homogenen, feinen Brei zermahlen oder zerdrücken. Dadurch brechen die Zellwände vollständig auf und die Nährstoffe sind sofort verfügbar.
In meiner Praxis hat diese Methode die Akzeptanz bei den Hühnern um ein Vielfaches erhöht. Es ist, als würde man ihnen einen nahrhaften Smoothie servieren, der sofort in Energie umgesetzt wird.

Der entscheidende Schritt drei: Wie Sie die Vitaminverteilung garantieren
Wir haben nun die wichtigen Vitamine und das leicht verdauliche Gemüse. Nun kommt der dritte Schritt, der oft übersehen wird und dafür sorgt, dass jede Henne die gleiche Nährstoffmenge bekommt. Das ist besonders wichtig in größeren Gruppen, wo dominante Hühner oft das beste Futter abgreifen.
Die Homogenisierung: Kein Konzentrat, sondern Gleichgewicht
Wenn Sie die Pulver (Fischmehl, Kalk, Hefe) einfach über das Getreide streuen, sinken die feinen Partikel nach unten oder werden nur von den stärksten Hennen gefressen. Ihr Ziel ist eine perfekt ausgewogene Mahlzeit.
So funktioniert es:
- Nehmen Sie den zubereiteten Gemüsebrei.
- Fügen Sie eine kleine Menge Wasser hinzu, um die Masse etwas lockerer zu machen.
- Mischen Sie nun alle Pulver (Kalk, Hefe, Eiweiß) in diesen feuchten Brei ein.
- Rühren Sie die Masse so lange, bis sie vollkommen homogen ist – es dürfen keine Pulvernester mehr vorhanden sein.
Durch diese Methode wird jeder Bissen zu einem vollwertigen „Winter-Booster“. So stellen Sie sicher, dass keine Henne Mangel leidet, was der Schlüssel zur Stabilisierung der Legeleistung ist.
Wenn Sie diese drei Schritte sorgfältig befolgen – Vitamine zuführen, Gemüse gründlich kochen und alles homogen vermischen – werden Sie überrascht sein, wie schnell die Produktion ansteigt. Vergessen Sie teure Wärmelampen im Stall; das richtige Futter ist die effektivste Heizung. Denken Sie daran, dass eine gesunde Henne, die ausreichend mit Proteinen und Kalzium versorgt ist, auch bei starkem österreichischem Frost leistungsfähig bleibt.
Haben Sie schon einmal versucht, das Futter auf diese Weise zuzubereiten? Welche Ergebnisse haben Sie damit erzielt? Erzählen Sie uns von Ihrem besten Winter-Futter-Hack in den Kommentaren!

