Hand aufs Herz: Die österreichische Weihnachtsbäckerei ist magisch. Aber haben Sie nicht auch jedes Jahr den seufzenden Moment, wenn die heißgeliebten Vanillekipferl beim Formen oder im Ofen einfach nicht so wollen, wie sie sollen? Sie bröseln, sie brechen, sie werden einfach nicht so zart wie bei der lieben Oma.
Wir haben in der Redaktion lange gesucht, und jetzt ist es offiziell: Wir haben den perfekten Ersatz, der nicht nur simpler ist, sondern geschmacklich die Kipferl in den Schnee schickt. Es geht um die „Traumstücke“, ein Gebäck, das auf der Zunge zergeht.
Lesen Sie jetzt, warum Sie dieses Rezept sofort ausprobieren sollten und wie Sie mit nur wenigen Griffen ein Gebäck zaubern, das selbst eingefleischte Skeptiker überzeugt.
Der Insider-Trick: Warum Profis auf die Zartheit setzen
Ich habe selbst unzählige Male versucht, die perfekten Kipferl zu backen. Oft endete es in einem Haufen Brösel und Frustration. Die Experten, die großen Bäcker in Wien und Salzburg, wissen: Oft ist weniger mehr. Die Traumstücke sind so genial, weil sie nur wenige, präzise Zutaten nutzen.
Der entscheidende Unterschied liegt in der Konsistenz und der Verarbeitung. Wir sparen uns das mühsame Formen. Das macht den Teig weniger spröde und verhindert das Zerbrechen, ein Problem, das im alpinen Klima Österreichs durch trockene Heizungsluft oft verstärkt wird.
Ihre Einkaufsliste: Weniger ist diesmal die Regel
Für himmlische Traumstücke, die Sie stolz auf jede Keksplatte legen können, brauchen Sie (fast) nur das, was ohnehin schon in der Speisekammer steht:

- Butter (weich)
- Mehl (glatt)
- Eigelb (das Geheimnis der Zartheit)
- Zucker (fein)
- Vanille (echt oder Vanillezucker)
Dieses Rezept ist so verzeihend, es verzeiht Ihnen sogar, wenn Sie statt echter Vanilleschoten stressbedingt einfach zwei Päckchen Vanillezucker nehmen. Wer in Österreich lebt, weiß: Manchmal muss es schnell gehen, bevor der nächste Schneesturm kommt oder der Christkindlmarkt ruft.
Schritt für Schritt: So einfach gelingen die perfekten „Traumstücke“
Der Prozess ist das genaue Gegenteil der komplizierten Kipferl-Technik. Sie müssen nichts kühlen, nichts lange rasten lassen.
Vorbereitung (die 5-Minuten-Regel)
- Heizen Sie den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vor.
- Sieben Sie das Mehl in eine große Schüssel.
- Geben Sie weiche Butter, Zucker und die Eigelbe dazu. Das Eigelb ist unser Zaubermittel für die goldgelbe Farbe und das zarte Schmelzen beim Reinbeißen.
- Alles – am besten mit einem Handmixer mit Knetaufsatz – zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten.
- Vanillemark oder Vanillezucker untermischen.
Wichtiger Tipp für alle in Vorarlberg und Tirol: Bei hoher Luftfeuchtigkeit nur so viel Mehl dazugeben, bis der Teig nicht mehr klebt. Ein zu trockener Teig wird hart!
Der Trick beim Rollen (Adieu, Kipferl-Form!)
Teilen Sie den Teig in faustgroße Portionen. Rollen Sie jede Portion zu einer langen Rolle mit etwa 2 bis 3 cm Durchmesser. Nehmen Sie jetzt ein scharfes Messer und schneiden Sie 2 cm dicke Scheiben ab. Fertig.
Sehen Sie? Kein mühsames Wursteln und Formen. Nur saubere, einfache Scheiben, die ihren Namen bald verdienen werden.
Legen Sie die Scheiben auf ein Blech mit Backpapier. Achten Sie auf genügend Abstand, denn sie gehen ein wenig auf.
Die Backzeit: Goldgelb ist das Ziel
Backen Sie die Traumstücke für exakt 15 Minuten, bis sie leicht goldgelb sind. Sie sollen nicht braun werden, sondern nur eine zarte Farbe annehmen, um ihre Mürbheit zu behalten.

Nehmen Sie das Blech aus dem Ofen, lassen Sie die Plätzchen abkühlen und bestäuben Sie diese großzügig mit Puderzucker.
Der unschlagbare Lifehack: Warm schmeckt es am besten
Hier kommt der wohl beste Teil des Rezepts, den viele übersehen: Verpassen Sie es nicht, ein oder zwei Traumstücke noch lauwarm zu probieren! In diesem Zustand entfalten sich die Vanille- und Butteraromen am intensivsten. Es ist ein sofortiges, trostspendendes Erlebnis, das perfekt zum österreichischen Advent passt.
Extra-Aromen: So pimpen Sie Ihre Klassiker
Das Schöne an der Simplizität der Traumstücke ist, dass sie sich hervorragend verändern lassen, ohne ihre Struktur zu verlieren.
- Zitrus-Kick: Geben Sie einen Teelöffel fein geriebene Bio-Zitronen- oder Orangenschale in den Teig. Achten Sie streng darauf, nur die farbige Schale zu reiben, da das Weiße bitter schmeckt.
- Marzipan-Liebe: Wer es mandelig mag, gibt ein oder zwei Tropfen Mandelaroma hinzu. Das verleiht dem Gebäck eine tiefere, luxuriöse Note.
Mit diesen kleinen Modifikationen können Sie eine ganze Keksplatte füllen, die aussieht, als hätten Sie Tage in der Küche verbracht. Keine Sorge, wir verraten Ihr Geheimnis nicht!
Diese Traumstücke sind der Beweis: Großes Weihnachtsglück braucht keine komplizierten Techniken, sondern nur gute Butter, echte Vanille und eine Prise weniger Stress.
Nun zu Ihnen: Haben Sie dieses Jahr schon Ihre ersten Weihnachtsplätzchen gebacken? Verraten Sie uns doch, welche Klassiker auf Ihrem Teller nicht fehlen dürfen – vielleicht können wir ja bald den nächsten Thronsturz planen!

