Darum stellen erfahrene Gärtner eine Schale Reiswasser neben das Spathiphyllum

Darum stellen erfahrene Gärtner eine Schale Reiswasser neben das Spathiphyllum

Haben Sie bemerkt, dass die Blätter Ihrer Zimmerpflanze blass werden und keine einzige Blüte in Sicht ist? Machen Sie sich keine Vorwürfe wegen falscher Pflege. Die „Friedenslilie“ (Spathiphyllum) ist eine launische Schönheit, die manchmal etwas „Zauberei“ braucht. Um üppige, ausladende Blüten und zarte, aber saftige Blumen zu sehen, müssen Sie die Pflanze keineswegs mit teuren Spezialdüngern füttern. Die Lösung ist viel einfacher und fast kostenlos. Und das Beste: Das Geheimnis liegt in Ihrer eigenen Küche.

Ich habe diesen Tipp von einer erfahrenen Gärtnerin aus Niederösterreich bekommen. Sie erzählte mir, dass viele Pflanzenliebhaber oft den offensichtlichsten Booster übersehen, den wir alle zu Hause haben: **einfaches Reiswasser**. Die Ergebnisse haben mich absolut überrascht. Innerhalb eines Monats verwandelte sich meine schüchterne Friedenslilie in ein prächtiges Exemplar.

Das Spathiphyllum blüht nicht: Der häufigste Fehler, der übersehen wird

Viele konzentrieren sich auf eine perfekte Beleuchtung oder die Temperatur, vergessen aber, dass die Pflanze in unseren Wohnungen selten die Nährstoffe bekommt, die sie braucht. Beim Spathiphyllum, oft als „weibliches Glück“ bezeichnet, führt Nährstoffmangel schnell zu fahlen Blättern und hartnäckiger Blütenverweigerung. Handelsübliche Dünger können teuer sein und sind nicht immer zur Hand.

Hier kommt der Trick mit dem Reiswasser ins Spiel. Es ist keine neue Modeerscheinung, sondern ein traditionelles Wissen, das in vielen Teilen der Welt angewandt wird. Warum funktioniert es so gut?

  • Stärke-Boost: Das aus dem Reis gelöste Stärkewasser liefert essenzielle Kohlenhydrate, die die Wurzeln der Pflanze stärken.
  • Aminosäuren: Es enthält eine Fülle von Aminosäuren und B-Vitaminen, die die Photosynthese anregen und die Blätter tiefgrün färben.
  • Mikronährstoffe: Obwohl es kein kompletter Dünger ist, liefert das Wasser wichtige Spurenelemente, die die Pflanze widerstandsfähiger machen.

Die einfache Zubereitung: So wird aus 1 Tasse Reis Kraftfutter

Der Prozess ist denkbar einfach und erfordert nur eine Tasse rohen (ungesalzenen!) Reis und einen Liter kaltes, sauberes Wasser. Wichtig: Verwenden Sie keinen Reis, den Sie bereits gekocht haben, da alle Nährstoffe weggespült wurden.

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Schritt-für-Schritt zur perfekten Nährlösung

Das Ziel ist, dem Reis Zeit zu geben, die wertvollen Substanzen freizusetzen, bevor das Wasser trüb wird. So gehen Sie in einer typischen österreichischen Küche vor:

1. **Vorbereitung:** Nehmen Sie eine normale Tasse (ca. 200 g) Reis und spülen Sie ihn kurz ab, um Staub zu entfernen. Geben Sie den Reis in ein Gefäß und fügen Sie 1 Liter kaltes Leitungswasser hinzu.

2. **Einweichzeit:** Lassen Sie die Mischung für mindestens 8 bis 10 Stunden stehen. In dieser Zeit sollten Sie die Flüssigkeit zwei- bis dreimal vorsichtig umrühren. Dies beschleunigt die Freisetzung von Stärke und Aminosäuren.

3. **Absieben:** Seihen Sie das nun milchig-trübe Wasser durch ein feines Sieb ab. Wenn Sie den Reis vorher gut gereinigt haben, können Sie ihn danach natürlich ganz normal zum Abendessen verwenden. Das trübe Wasser ist unser „flüssiges Gold“ für das Spathiphyllum.

Wichtig: Verwenden Sie niemals Wasser von gesalzenem oder gewürztem Reis. Auch der kleinste Zusatz von Salz kann die Wurzeln Ihrer Pflanze schädigen.

Die Anwendung: Wann und wie Sie gießen müssen

Die Anwendung dieses natürlichen Düngers muss mit Bedacht erfolgen. Wie bei allem in der Pflanzenpflege gilt auch hier: Weniger ist oft mehr. Gerade in unseren Breitengraden, wo die Sonneneinstrahlung im Winter geringer ist, braucht das Spathiphyllum nicht ständig einen Überfluss.

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Gießen Sie das Reiswasser **immer direkt an die Wurzeln** und nur, wenn die Erde bereits leicht feucht ist. Ein mäßiges Gießen einmal alle zwei Wochen reicht völlig aus. Dieser Rhythmus wird verhindern, dass die Wurzeln überwässert werden, was ein häufiges Problem beim Spathiphyllum ist.

Möchten Sie den Blättern zusätzlichen Glanz verleihen? Sie können die gleiche Lösung in eine Sprühflasche geben und die Blätter leicht besprühen. **Passen Sie jedoch auf, dass die feinen Tröpfchen nicht auf die weißen Blüten geraten.** Sie könnten sonst vorzeitig braun werden oder Flecken bekommen.

Das Ergebnis nach nur einem Monat (und was in Wien anders ist)

Schon nach etwa vier Wochen werden Sie einen deutlichen Unterschied bemerken. Die Blätter werden nicht nur praller, sondern nehmen eine satte, smaragdgrüne Farbe an. Die gesamte Pflanze wirkt „aufgefrischt“ und bereit für neue Kraftakte. Bei mir war es so, dass die ersten neuen Blütenstängel erschienen, wo ich sie schon längst abgeschrieben hatte.

Dieser einfache „Hacken“ ist besonders praktisch für den österreichischen Alltag. Man muss nicht extra zur Gärtnerei fahren, die womöglich lange Wege erfordert, oder auf die nächste Lieferung von Spezialdünger warten. Eine Packung „Reis“ (egal ob Langkorn oder Risotto-Reis) findet sich in jedem Supermarkt von Billa bis Spar, und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist unschlagbar.

Ein Glas Reis ist in fast jedem Haushalt vorhanden, während der Spezialdünger oft unverhofft ausgeht.

Probieren Sie den Reiswasser-Trick aus und beobachten Sie, wie Ihre Friedenslilie förmlich explodiert. Wie pflegen Sie Ihre Zierpflanzen am liebsten? Verraten Sie mir Ihren besten Hausmittel-Tipp in den Kommentaren!

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