Es ist diese Zeit des Jahres: Die Temperaturen sinken, und der Heißhunger auf etwas wirklich Sättigendes beginnt. Viele greifen zu schweren, traditionellen Gerichten. Aber ich habe in meiner Küche bemerkt, dass uns gerade im Wiener Winter die Energie fehlt, die uns nur leichte, aber würzige Mahlzeiten geben können.
Rosenkohl? Ich weiß, viele Österreicher runzeln die Stirn. Er landet oft matschig am Teller. Aber genau dieser ungeliebte Kohl ist im Winter ein wahres Vitaminkraftwerk (Eisen, Kalium, Vitamin C – perfekt für die Erkältungszeit!). Wenn man ihn richtig zubereitet, verschwindet die Bitterkeit, und es entsteht ein cremiger, wärmender Eintopf. Lesen Sie, wie ein einfacher Schuss Kokosmilch und eine Prise Kurkuma das Spiel verändern.
Der Trick mit der Bitterkeit: Warum mein Rosenkohl-Curry immer funktioniert
Der Hauptgrund, warum Rosenkohl bei vielen unbeliebt ist? Die falsche Zubereitung. Wenn er zerkocht wird, wird er bitter und sulzig. Für dieses Curry gibt es einen einfachen Trick, der ihm asiatischen Charme verleiht und die Textur perfekt hält.
Die „Verrückt-Würzige“ Basis: Zwiebel-Ingwer-Röstaromen
Bevor Sie nur Gemüsebrühe hinzufügen, braucht Ihr Eintopf eine solide Basis. In meiner Praxis röste ich Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer immer zuerst, bis die Küche duftet. Das intensiviert den Geschmack, bevor überhaupt die Currypaste ins Spiel kommt.

Achtung: Die Röstaromen sind der Schlüssel. Wenn Sie diesen Schritt überspringen, schmeckt das Curry flach.
- Das Kohl-Abitur: Den Rosenkohl immer halbieren und die äußeren Blätter entfernen. So gart er schneller und nimmt die Soße besser auf.
- Die Kichererbsen-Frische: Nutzen Sie Kichererbsen aus der Dose. Wichtig: Immer gründlich abwaschen und abtropfen lassen. Das verhindert unnötiges Gas und entfernt den „Dosen“-Geschmack.
- Die Flüssigkeits-Regel: Wir verwenden gleich viel Gemüsebrühe und cremige Kokosmilch (am besten die vollfette Version). Die Kokosmilch ummantelt den Kohl sanft und neutralisiert letzte Bittertöne.
Das 10-Minuten-Geheimnis für intensiven Geschmack
Viele kochen das Curry zu lange und riskieren dadurch, dass das Gemüse verkocht. Ich habe herausgefunden, dass 15 Minuten Kochzeit ideal sind, aber es gibt einen wichtigen Schritt, den die meisten beim Würzen vergessen – vor allem beim Kauf der Zutaten im heimischen Billa oder Spar.
Die Gewürze, die Sie nicht vergessen dürfen
Ein typisches Curry braucht mehr als nur Currypulver. Für dieses vegane Rosenkohl-Curry sind die unscheinbaren Helden Kreuzkümmel (Cumin) und Kurkuma. Kurkuma liefert nicht nur die goldene Farbe, sondern gilt auch als innerer Wärmespender – perfekt, wenn draußen der Schnee liegt.
So würzen Sie garantiert richtig:
In den Topf geben:

- 1 TL Currypaste (nach Schärfe anpassen!)
- 1-2 TL Currypulver
- 1 TL Paprikapulver
- 1 Prise Kreuzkümmel
- 1 Prise Kurkuma
Mein wichtigster Tipp: Besonders bei der Currypaste gilt: Tasten Sie sich heran! Lieber mit einem halben Teelöffel starten und nach 10 Minuten Kochzeit probieren. Nachwürzen geht immer, aber eine überscharfe Suppe ist nur schwer zu retten – außer vielleicht mit einem großen Schuss extra Kokosmilch.
Rezept: Veganes Rosenkohl-Curry (Wärme in der Schüssel)
Die Zubereitung ist simpel und dauert maximal 30 Minuten bis zum Servieren, ideal nach einem langen Arbeitstag, wenn Sie schon am Abend in Wien-Mitte kaum warten können.
Zutaten
- 250 g Rosenkohl
- 150 g Kichererbsen (abgespült)
- 2 Möhren, gewürfelt
- 1 rote Paprika, gewürfelt
- 2 rote Zwiebeln, fein geschnitten
- 1 Knoblauchzehe, gehackt
- 1 kleines Stück Ingwer (etwa Daumengroß), gehackt
- Öl, Salz, Pfeffer
- 100 ml Gemüsebrühe
- 300 ml Kokosmilch
- Gewürze (siehe oben)
- Frischer Koriander (oder Petersilie, falls Koriander für Sie wie Seife schmeckt!)
Zubereitung
- Rosenkohl vorbereiten (halbieren), Möhren und Paprika würfeln. Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer schälen und schneiden.
- In einem großen Topf oder Wok Öl erhitzen. Zuerst Zwiebeln hell anschwitzen. Dann Knoblauch und Ingwer zufügen und kurz rösten, bis es duftet.
- Nun die halbierten Rosenkohlköpfe und die abgespülten Kichererbsen hinzufügen und leicht anbraten. Salzen Sie leicht.
- Brühe und Kokosmilch angießen. Currypaste und alle restlichen Gewürze einrühren.
- 15 Minuten köcheln lassen. Der Kohl sollte weich, aber noch bissfest sein.
- Mit Salz und Pfeffer abschmecken, mit frischem Koriander bestreuen und heiß servieren. (Ideal dazu: Basmatireis oder einfach ein Stück Bauernbrot).
Dieses Curry ist ein Beweis dafür, dass der „deutsche Liebling“ Rosenkohl mit etwas asiatischem Einfluss absolut köstlich sein kann. Die leichte Schärfe wärmt Sie garantiert von innen, selbst wenn der Föhn tobt.
Haben Sie selbst ein Gericht, das Sie ursprünglich nicht mochten, das aber durch eine geheime Zutat zum Lieblingsessen wurde? Teilen Sie Ihre Geschichte in den Kommentaren!

