Es ist ein Anblick, den ich in fast jedem österreichischen Haushalt sehe, wenn ich für die Reinigung dort bin: Das nasse Badetuch, das über zwei Haken gehängt wird. Es scheint praktisch, besonders bei großen, schweren Handtüchern. Aber ich kann Ihnen versichern: Dieser kleine „Lifehack“ ruiniert Ihre Textilien und ist eine Brutstätte für Bakterien.
Ich habe in meiner Praxis über 10 Jahre Erfahrung gesammelt, und diese unscheinbare Angewohnheit ist der Hauptgrund, warum Handtücher schnell muffig riechen und sich rau anfühlen. Hören Sie auf, diesen Fehler zu machen — und Ihr Handtuch hält doppelt so lange.
Der Haken-Fehler: Warum Ihr Handtuch an zwei Haken nie richtig trocknet
Viele übersehen die subtile Physik dahinter. Wenn ein Handtuch auf zwei eng beieinander liegenden Haken hängt, passiert Folgendes:
- Der mittlere Teil der Faser hängt durch (der „Bauch“).
- Die Ränder und der obere Teil ziehen sich hoch.
- Das Wasser kann nicht gleichmäßig ablaufen.
Die Folge: Die Mitte des Handtuchs bleibt permanent feucht. Im feuchten Klima eines Badezimmers in Wien oder Graz, wo oft nicht gut gelüftet wird, ist das ideal für mikrofeine Übeltäter.
Dies ist der Punkt, an dem sich Pilze und Bakterien besonders wohlfühlen. Das Ergebnis ist dieser typische, unangenehme „nasse Handtuch“-Geruch, den man selbst nach dem Waschen manchmal nicht mehr loswird.
Drei Schäden, die der „Doppelhaken“ anrichtet
Es geht nicht nur um den Geruch. Das falsche Trocknen wirkt sich direkt auf die Lebensdauer und Haptik Ihrer Textilien aus:

- Materialdehnung und Verschleiß: Die Belastung konzentriert sich auf die Aufhängeschlaufen oder nur zwei Punkte im Stoff. Die Fasern leiern aus, das Handtuch verliert schneller seine Form.
- Hart und Kratzig: An den ständig feuchten Stellen verhärten die Baumwollfasern. Was einmal flauschig war, wird spröde und kratzig, egal welchen teuren Weichspüler Sie verwenden.
- Hygieneproblem: Im Bad können sich so Keime von Hand- oder Badetüchern schneller vermehren, was besonders bei Küchen- oder Gästehandtüchern ein Problem darstellen kann.
Viele meiner Kunden haben Unmengen an Geld für Markentücher ausgegeben, nur um sie nach kurzer Zeit wegen des Geruchs entsorgen zu müssen. Dabei liegt das Problem nicht am Material, sondern an der Methode.
Die Profi-Lösung: So trocknen Handtücher schnell, gleichmäßig und bleiben weich
Die Antwort ist verblüffend einfach: Man braucht Fläche oder einen klaren Ablauf. Der Schlüssel liegt darin, dem Wasser den besten Weg nach unten zu bieten.
Ich empfehle immer diese Methoden, die professionelle Hoteliers und Reinigungskräfte anwenden:
Methode 1: Der Einzelhaken-Trick (für kleine Handtücher)
Hängen Sie das Handtuch immer nur an einem Haken in der Mitte auf. Ja, es braucht möglicherweise mehr Platz in der Vertikalen, aber:
- Die Feuchtigkeit konzentriert sich unten (wo sie am schnellsten verdunstet oder abtropft).
- Die Fasern sind nirgends zusammengedrückt.
- Die Luft kann besser zirkulieren.
Für Handtücher, die in einem normalen Wiener Bad getrocknet werden müssen, wo es wenig Platz gibt, ist diese Methode optimal, wenn keine Stange zur Verfügung steht.
Methode 2: Die horizontale Ausbreitung (für Badetücher)
Große Badetücher brauchen die maximale Oberfläche. Die beste Lösung sind Querstreben oder Handtuchheizkörper, die in vielen österreichischen Neubauten Standard sind. Hier gilt:

- Das Handtuch vollständig ausbreiten.
- Wenn es sehr groß ist, falten Sie es einmal ordentlich in der Mitte und legen Sie es über die Stange. Achten Sie darauf, dass sich die Kanten nicht überlappen, um Luftzirkulation zu gewährleisten.
Dadurch, dass die Feuchtigkeit verdunsten kann, anstatt sich in der Mitte zu stauen, bleibt Ihr Handtuch viel länger hygienisch und riecht frisch.
Mein Extra-Tipp aus der Praxis: Die Notfall-Lüftung
Gerade im Winter, wenn in Salzburg oder Tirol hohe Luftfeuchtigkeit herrscht und man nicht ständig das Fenster offen lassen möchte, ist das Trocknen im Bad schwierig.
Wenn Sie bemerken, dass ein Handtuch auch nach 24 Stunden nicht ganz trocken ist, handeln Sie sofort:
- Nehmen Sie das Handtuch ab.
- Fächeln Sie es stark aus (schütteln Sie die in den Fasern gestaute Feuchtigkeit heraus).
- Platzieren Sie es kurzzeitig in einem Raum mit besserer Luftzirkulation (z.B. im Flur oder in einem trockenen Zimmer).
Dies verhindert die Vermehrung der Bakterien, bevor sie beginnen, den typischen Geruch zu entwickeln. Ein kleiner Aufwand, der sich lohnt.
Es mag wie eine Kleinigkeit erscheinen, aber solche kleinen Änderungen in den täglichen Routinen sparen Geld für neue Textilien und erhöhen den Komfort im Alltag erheblich. Vom einfachen Doppel-Haken zum Einzel-Haken – manchmal ist weniger wirklich mehr.
Welche kleinen Gewohnheiten haben Sie in Ihrem Haushalt abgeschafft, die sich überraschend positiv ausgewirkt haben?

