Der Nachbar, der Christbäume verkauft, hat es endlich verraten: Warum ab 1. Jänner hunderte unverkaufter Bäume nicht weggeworfen werden

Der Nachbar, der Christbäume verkauft, hat es endlich verraten: Warum ab 1. Jänner hunderte unverkaufter Bäume nicht weggeworfen werden

Es ist ein Anblick, der jedes Jahr aufs Neue für ein mulmiges Gefühl sorgt: der Christbaummarkt am 31. Dezember. Hunderte wunderschöner Tannen stehen unberührt im Schnee, und man fragt sich unweigerlich: Was passiert mit diesen nicht verkauften Bäumen? Werden sie einfach auf den Müll geworfen und zur Umweltlast?

Ich habe lange Zeit so gedacht. Doch mein Nachbar, der seit Jahren auf dem Markt Bäume verkauft, hat mir kürzlich das Geheimnis verraten. Die Realität ist überraschender und erfreulicher, als man glaubt. Es gibt eine gut organisierte „zweite Karriere“ für jeden Baum, und es ist wichtig, das zu wissen – nicht nur für unser eigenes Gewissen, sondern auch für die Umwelt.

Das Geheimnis der „zweiten Chance“: Was Profi-Händler mit ihren Restbeständen machen

Man geht oft davon aus, dass alles, was nicht bis Mitternacht am 31. Dezember verkauft wird, einfach entsorgt wird. Das ist in Österreich, wo Nachhaltigkeit immer wichtiger wird, aber selten der Fall. Das Wegwerfen von Hunderten von Bäumen wäre nicht nur aus ökologischer Sicht ein Desaster, sondern auch aus wirtschaftlicher.

Die meisten unverkauften Bäume landen nicht auf dem Müll. Sie werden strategisch weiterverarbeitet oder weiterverkauft. Mein Nachbar erklärte: „Kein Händler möchte Hunderte Euro einfach in den Container werfen.“

Zwei Hauptwege für unverkäufliche Christbäume

Die unversehrten, aber nicht verkauften Bäume folgen in der Regel einem von zwei Wegen:

  • Die Nachvermarktung im kleineren Rahmen: Einige Händler schließen Verträge mit lokalen Schulen, Kindergärten oder Büros ab. Diese Einrichtungen benötigen auch Anfang Jänner oft noch Tannen für Dekorationen bei Veranstaltungen oder einfach, um die Feiertagsstimmung etwas zu verlängern. Diese Bäume werden dann zu einem stark reduzierten Preis abgegeben.
  • Der „Spätverkauf“ an Privatkunden: Direkt nach dem Jahreswechsel, oft am 2. oder 3. Jänner, bieten viele Händler in Wien, Graz oder Linz die restlichen Bäume zu extremen Rabatten an. Das ist perfekt für alle, die spät dran sind oder nur eine kurze, temporäre Dekoration brauchen.

Interessanterweise werden diese Bäume nicht einfach nur weggeworfen, sondern bekommen eine neue, nützliche Funktion.

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Ökologie und Nutzen: Wenn die Tanne zum Mulch wird

Der wirklich entscheidende Punkt, der mich überrascht hat, betrifft die Bäume, die definitiv nicht mehr als Dekoration dienen können oder die übrig bleiben. Auch sie werden nicht nutzlos entsorgt.

In vielen Regionen Österreichs kooperieren die Märkte eng mit den Kommunaldiensten. Es gibt spezielle Sammelstellen, wo die Bäume abgeholt oder hingebracht werden, um sie zu verwerten.

So wird jeder Baum ein Rohstoff:

Die Verwertung ist meistens in zwei Bereiche unterteilt, die sehr viel praktischen Nutzen bringen:

  • Garten- und Landschaftsbau (Mulch): Die Nadeln und kleineren Äste werden geschreddert und zu Mulch verarbeitet. Tannenmulch ist hervorragend geeignet, um Beete abzudecken, Unkrautwuchs zu verhindern und den Boden feucht zu halten – ein wertvoller Rohstoff für jeden Hobbygärtner.
  • Energie und Wärme (Hackschnitzel): Die Stämme werden zu Holzhackschnitzeln verarbeitet, die dann in Biomasse- oder Fernwärmeanlagen verheizt werden. Das bedeutet: Die Bäume liefern nach den Feiertagen grüne Energie.

Mein Nachbar versicherte mir: „Wir entsorgen so gut wie nichts mehr. Es ist viel zu teuer und ökologisch unsinnig. Alles, was wir verkaufen, verlässt den Platz mit einem Plan.“

Der Insider-Tipp: Wie Sie Ihren eigenen Baum richtig entsorgen

Dieses Wissen ändert nicht nur die Perspektive auf den Markt, sondern auch darauf, wie wir selbst mit unserem gekauften Baum umgehen sollten. Das größte Problem sind nämlich nicht die Händler, sondern jene Bürger, die ihren Baum einfach vor die Tür stellen.

Ein Baum, der unzerkleinert im Restmüllcontainer landet oder einfach illegal im Wald landet, verrottet schlecht und gibt unnötig CO2 ab. Er kann nicht oder nur schwer wiederverwertet werden.

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Die goldene Regel für das „dritte Leben“ Ihres Baumes:

Wenn Sie Ihren Baum in Österreich entsorgen, nutzen Sie immer die offiziellen, kommunalen Sammelstellen. Diese finden Sie meist gut ausgeschildert.

So unterstützen Sie aktiv die Wiederverwertung:

  • Entfernen Sie jeglichen Weihnachtsschmuck, besonders Lametta, das Quecksilber enthalten kann, und Kunstschnee.
  • Legen Sie den Baum unzerteilt an die Sammelstelle.
  • Vermeiden Sie es, den Baum in Säcke zu stecken oder zu zerkleinern, es sei denn, die kommunalen Vorschriften sehen dies vor. Meistens ist die Abholung im Ganzen für das Schreddern am effizientesten.

So stellen Sie sicher, dass Ihr Baum dorthin gelangt, wo er für Mulch oder Hackschnitzel weiterverarbeitet werden kann und nicht nutzlos auf der Deponie landet.

Fazit: Gute Nachrichten für das grüne Gewissen

Das düstere Bild des massenhaften Wegwerfens von Christbäumen am 1. Jänner gehört der Vergangenheit an. Dank besserer Logistik, ökologischem Bewusstsein und der Nachfrage nach Biomasse bekommt fast jeder Baum in Österreich ein zweites Leben – sei es als späte Dekoration oder als nützlicher Rohstoff für Garten und Energie.

Wenn Sie also nach den Feiertagen die leeren Christbaumstände sehen, wissen Sie: Die Bäume sind nicht verschwunden. Sie sind nur dem Kreislauf der Natur und der Wirtschaft zugeführt worden. Beruhigend, oder?

Und jetzt zu Ihnen: Haben Sie schon einmal einen Baum beim späten Ausverkauf im Jänner gekauft? Teilen Sie Ihre Erfahrungen in den Kommentaren!

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