Die Silvesternacht ist für uns oft ein Grund zum Feiern, aber für unsere Haustiere? Sie erleben jedes Jahr aufs Neue einen wahren Schock. 173 Dezibel können Böller erreichen – das ist lauter als ein Presslufthammer. Und unsere Vierbeiner hören alles viel intensiver als wir. Viele zittern unter dem Sofa, manche flüchten in Panik. Genau deshalb ist es entscheidend, jetzt zu handeln und die Vorbereitung ernst zu nehmen. Denn das größte Problem ist nicht der Lärm selbst, sondern die Angst, die daraus entsteht.
Der Insider-Vibe: Warum die klassische Beruhigung oft nicht funktioniert
Viele versuchen, ihre ängstlichen Tiere mit übermäßigen Streicheleinheiten zu beruhigen. Aber hier liegt ein Kardinalfehler, den auch ich in meiner Praxis oft sehe. Sie signalisieren dem Tier: „Ja, das Geräusch ist wirklich schlimm, gut, dass du Angst hast!“ Was passiert? Die Panik wird bestärkt.
Die größte Hilfe, die Sie Ihrem Tier in dieser Nacht geben können, ist Ihre eigene Gelassenheit. Ihr Hund oder Ihre Katze orientiert sich zu 90 Prozent an Ihrer Gefühlslage. Atmen Sie tief durch. Sind Sie ruhig, wird es das Tier einfacher haben, sich zu entspannen.
Die 3 Notfall-Regeln für sofortige Silvester-Linderung
Die folgenden Schritte müssen Sie unbedingt schon am 31. Dezember umsetzen, um die akuteste Stresswelle abzupuffern:
- Schließen Sie alle Lücken: Ziehen Sie Vorhänge und Rollläden herunter. Das dämmt nicht nur den Lärm, sondern verhindert auch die grellen Lichtblitze. Viele übersehen den Spalt unter der Haustür; stopfen Sie diesen mit einem Handtuch oder einer Decke zu.
- Schaffen Sie einen Lärm-Puffer: Fernsehen oder Radio laufen lassen? Ja, aber noch besser funktioniert sogenanntes „Brown Noise“ oder laute, aber rhythmische Musik (sanfter Jazz kann Wunder wirken). Dies übertönt die unregelmäßigen Knallgeräusche.
- Leine anlassen: Gassigehen an Silvester ist immer riskant. Halten Sie Ihren Hund dringend an der Leine, selbst wenn er sonst frei läuft. Die Panikattacke kann plötzlich kommen, und ein entlaufenes Tier ist in der Knallerei kaum zu finden. Registrieren Sie es im Vorfeld bei Tasso oder Findefix.

Der wichtigste Hack für Hunde: Ablenkung durch Kauen und Schlecken
Leckerlis geben ist gut, aber kurzlebig. Hunde, die Stress abbauen müssen, brauchen eine Beschäftigung, die lange anhält und sie in einen meditativen Zustand versetzt. Hier kommt der Geheimtipp vieler Tierpsychologen ins Spiel:
Warum erfahrene Hundebesitzer in Österreich auf die Schleckmatte schwören
Kauen und Schlecken sind für Hunde (und auch Katzen) selbstberuhigende Verhaltensweisen. Wenn sie konzentriert schlecken, schüttet das Gehirn Endorphine aus, was den Stresspegel senkt. Eine reine Futterbelohnung ist schnell weg. Die Schleckmatte, bestrichen mit Leberwurst oder Frischkäse, hält dagegen 15 bis 20 Minuten an.
So wenden Sie diesen Trick richtig an: Bieten Sie die Aktivität bevor der Lärmpegel seinen Höhepunkt erreicht. Wenn das Tier in Panik gerät, wird es das Futter verweigern. Beginnen Sie, wenn die ersten Böller fallen, aber noch kein Chaos herrscht.
Haben Sie bemerkt, dass manche Hunde in Stresssituationen beginnen, Teppiche oder Möbel anzuknabbern? Dies ist ein Ventil. Bieten Sie ihm stattdessen einen Schnüffelteppich oder eine Schleckmatte, um dieses Bedürfnis sicher umzuleiten.
Katzen in der Silvesternacht: Akzeptieren Sie Abstand
Katzen reagieren oft anders. Während ein Hund die Nähe des Besitzers sucht, will die Katze meistens nur eines: Versteckt sein. Wenn Ihre Katze an Silvester plötzlich unter dem Bett oder hinter der Waschmaschine verschwindet, akzeptieren Sie das. Sie sucht ihren sichersten Ort.

- Öffnen Sie alle Verstecke: Lassen Sie Schranktüren offen, geben Sie Zugang zum Bettkasten. Die Katze entscheidet, wo es am sichersten ist. Bieten Sie ihr alternativ eine vorbereitete Höhle aus einer Decke oder einem Karton an.
- Vorsicht bei Duftstoffen: Manche schwören auf Lavendel- oder Melissenöl zur Beruhigung. Wenn Sie einen Diffusor verwenden, seien Sie extrem sparsam. Die feine Nase einer Katze reagiert viel stärker auf intensive Gerüche. Ein falscher Duft kann den Stress sogar steigern.
- Pinkeln aus Angst ist keine böse Absicht: Wenn die Katze aus Panik in die Wohnung uriniert, schimpfen Sie nicht. Es ist eine absolute Ausnahmesituation.
Kleintiere und Vögel: Der entscheidende Standortwechsel
Auch Hamster, Meerschweinchen und Vögel leiden massiv unter dem Silvesterlärm und den Lichtblitzen. Ihre kleinen Herzen sind extrem empfindlich.
Stehen Käfige oder Gehege draußen (typisch für Kaninchen oder Vögel in Österreich), müssen diese unbedingt für die Nacht in ein lärmgeschütztes Innenquartier umziehen. Das kann die leere Garage, das Gartenhäuschen oder, idealerweise, ein ruhiger Raum in der Wohnung sein.
Zusätzlich sollten Sie:
- Die Käfige mit dicken Handtüchern oder Decken abdecken. Achten Sie auf ausreichende Luftzufuhr. Decken dämpfen Lärm und verhindern optische Reize.
- Bei Nagern: Mehr Einstreu als üblich bereitstellen. Sie können sich verkrümeln, was ihnen ein Gefühl von Sicherheit gibt.
Denken Sie immer daran: Routine und Normalität sind Ihre stärksten Verbündeten, um diese Nacht stressfrei zu überstehen. Bleiben Sie als Bezugsperson entspannt und nutzen Sie gezielte Ablenkung wie die Schleckmatte.
Wie bereiten Sie Ihre Wohnung auf die Knallernacht vor? Haben Sie spezielle Rituale, die Ihrem Haustier in der Vergangenheit geholfen haben? Teilen Sie Ihre Erfahrungen in den Kommentaren, damit wir alle voneinander lernen können.

