Was österreichische Gärtner in der Komposttonne NIE entsorgen würden

Was österreichische Gärtner in der Komposttonne NIE entsorgen würden

Sie entsorgen Ihre Küchenabfälle fleißig im Kompost, um wertvollen Dünger zu gewinnen. Gut gemacht! Aber seien wir ehrlich: Die meisten Hobbygärtner in Österreich machen einen entscheidenden Fehler, der den ganzen Prozess stoppt, Schädlinge anzieht und am Ende sogar den Boden kontaminiert. Ich habe in meiner Praxis oft bemerkt, dass selbst gut gemeinte Bemühungen daneben gehen, weil einige scheinbar harmlose Dinge einfach nicht in den Kompost gehören. Lesen Sie jetzt, welche drei Dinge Sie sofort aussortieren müssen, um statt übel riechendem Schlamm echtes “braunes Gold” zu erzeugen.

Die “Specific Object” Regel: Das kommt nicht in die Tonne – auch wenn es organisch ist

Kompott ist das Ergebnis eines feinen Gleichgewichts. Es ist wie ein komplexes Wiener Backrezept: Das Verhältnis von nassen (Grünabfällen, Stickstoff) zu trockenen Zutaten (Braunabfälle, Kohlenstoff) muss stimmen. Viele glauben, alles, was einst gelebt hat, sei kompostierbar. Aber hier ist der Haken: Einige Bio-Materialien verweigern die Zusammenarbeit.

Die größten Kompost-Killer, die fast jeder übersieht

Das sind die Dinge, die in Ihrem Komposter Gärung statt Verrottung auslösen, stinken, Pilze fördern oder schlimmstenfalls Krankheitserreger übertragen:

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  • Gekochte Speisereste, Fleisch und Milchprodukte: Essen, das Sie nicht aufgegessen haben – zum Beispiel Reste vom Sonntagsbraten oder der Käse von der Jause – ist der Hauptgrund, warum Ihr Kompost nach Verwesung riecht. Diese ziehen Ratten und Mäuse an, was in heimischen Gärten (gerade in Siedlungen in Niederösterreich oder Wien) wirklich zum Problem werden kann.
  • Öle und Fette: Ein Esslöffel altes Bratfett aus der Pfanne? Nein. Fette schließen Sauerstoff ein, der für die Verrottung nötig ist, und bremsen den Prozess massiv aus. Ihr Kompost wird schmierig und anaerob (ohne Luft).
  • Krankes Pflanzenmaterial: Wenn Ihre Rosenblätter unter Mehltau litten oder Ihre Paradeiser von Krautfäule befallen waren, werfen Sie diese NICHT in den Kompost. Die Erreger überleben den Kompostierungsprozess oft und kontaminieren den fertigen Dünger, den Sie dann wieder im Beet verteilen. Sie verteilen die Krankheit aktiv weiter.
  • Unkraut mit Samen: Speziell Giersch und Quecke. Die Samen vieler hartnäckiger Unkräuter überleben die niedrigen Komposttemperaturen und keimen im Frühjahr in Ihrem Gemüsebeet schneller, als Sie “Kaiserschmarrn” sagen können.

Der Prozess-Fehler: Warum Ihr Kompost verfault, statt zu reifen

Das Problem liegt oft nicht im Material selbst, sondern in der Handhabung. Ein guter Kompost sollte sich anfühlen wie ein gut ausgewrungener Schwamm und nach frischem Waldboden riechen. Wenn er mieft und schimmelt, fehlt etwas Grundlegendes – meistens Luft oder Struktur.

Das verrate ich Ihnen aus meiner Erfahrung: Fünf typische Fehler, die eine gesunde Kompostierung sabotieren:

  • Zu große Stücke: Große Gemüseschalen oder Äste zersetzen sich ewig. Schneiden Sie alles so klein wie möglich (idealerweise nicht größer als ein 2-Euro-Stück).
  • Zu feucht oder zu trocken: Ist der Kompost zu nass, verrottet er unter Sauerstoffmangel. Ist er zu trocken (typisch im heißen Sommer in Kärnten), stellen die Mikroorganismen ihre Arbeit ein.
  • Mangelnde Belüftung: Der oft unterschätzte Punkt! Sie müssen den Kompost regelmäßig umsetzen oder stochern (etwa alle zwei Wochen). Ohne Sauerstoff wird der Kompost faul und stinkt nach Schwefel.
  • Fehlende braune Masse: Viele werfen nur Küchenabfälle hinein. Aber ohne Kohlenstoffträger wie zerknüllte braune Papiertüten (keine Farbe!), trockene Blätter oder Holzhäcksel wird Ihr Kompost zu einem feuchten, dichten Brei. Dieses Ungleichgewicht ist der häufigste Fehler.
  • Zu seltene oder zu massive Zufuhr: Werfen Sie nicht den gesamten Rasenschnitt der Woche auf einmal in die Tonne. Das Überverhältnis von Stickstoff führt zu Überhitzung oder Schleimbildung.

Der ultimative Lifehack: So erzeugen Sie “braunes Gold” ohne Geruch

Die beste Methode, um Schädlinge (wie Fruchtfliegen oder Mäuse) und Gerüche im Zaum zu halten, ist die Abdeckung der Stickstoffquellen.

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So geht der „Schicht-Trick“:

  1. Jedes Mal, wenn Sie Küchenabfälle (Gemüseschalen, Kaffeesatz – die „grüne“ Schicht) in den Komposter geben, tun Sie dies
    NIEMALS unverdeckt.
  2. Bedecken Sie diese Schicht umgehend mit einer gleich dicken Schicht
    trockener, brauner Materialien. Das können zerknüllte Eierkartons, trockene Herbstblätter oder Holzschnitzel sein.
  3. Dieses Abdecken hält zwei Dinge in Schach: Es liefert sofort den nötigen Kohlenstoff für das Gleichgewicht (C/N-Verhältnis) und es versiegelt die Gerüche, die Insekten anziehen würden.

Was Sie ohne Bedenken kompostieren dürfen

Diese Materialien sind Hochleistungsmagneten für nützliche Mikroorganismen und beschleunigen Ihren Prozess:

  • Eierschalen (zerdrückt)
  • Kaffeesatz und ungebleichte Filter
  • Teebeutel (ohne Plastikanteile oder Klammern)
  • Zerfetzer brauner Karton und Zeitungspapier (ungedruckt)
  • Rasenschnitt (immer gut vorgetrocknet!)
  • Verblühte Blumen (ungehandelt)

Wenn Sie diese einfachen, aber strikten Regeln bezüglich Fett und kranken Pflanzenmaterialien beachten und immer für ein ausgewogenes Verhältnis von feucht und trocken sorgen, verwandeln Sie Ihren Haufen Abfall in wenigen Monaten in den besten Dünger für Ihre Paradeiser und Kräuter. Beobachten Sie die Konsistenz und den Geruch: Wenn er angenehm nach Wald riecht, sind Sie auf dem richtigen Weg. Riecht er faulig, lüften Sie ihn sofort!

Welche Fehler in Ihrem Kompost haben Sie bemerkt, die man unbedingt vermeiden sollte? Teilen Sie Ihre Erfahrungen in den Kommentaren!

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