Warum österreichische Bäcker das Eigelb in Plätzchen geben, statt Vanillekipferl zu rollen

Warum österreichische Bäcker das Eigelb in Plätzchen geben, statt Vanillekipferl zu rollen

Hand aufs Herz: Die Suche nach dem perfekten Weihnachtsgebäck in Wien oder Graz kann frustrierend sein. Vanillekipferl sind zwar Kult, aber sie bröseln oft, brechen oder die Form will einfach nicht perfekt sein. Dieses Jahr habe ich aber eine schockierende Entdeckung gemacht, die alles ändert.

Es gibt Plätzchen, die den zarten Vanillekipferl nicht nur das Wasser reichen können, sondern sie in Sachen Einfachheit und Zungenzergehen sogar übertreffen. Ich spreche von sogenannten „Traumstücken“. Bleiben Sie dran, denn dieses Rezept ist das Geheimnis für stressfreie Backtage, die Sie sofort ausprobieren sollten.

Warum Ihre klassischen Vanillekipferl jedes Jahr scheitern (und wie man den Fehler behebt)

In meiner Zeit als passionierter Hobbybäcker habe ich gemerkt: Viele scheitern nicht am Teig, sondern an der Form. Das Rollen der Kipferl erfordert Präzision und der Teig muss perfekt gekühlt sein. In Österreich, wo die Küche auf Tradition setzt, hält man oft an komplizierten Methoden fest.

Die Lösung? Ein Plätzchen, das komplett anders geformt wird – die Traumstücke. Sie setzen auf einen unglaublich einfachen Teig, der durch eine ungewöhnliche Zutat seine himmlischen Textur bekommt: das Eigelb.

Die Formel für „Traumstücke“: Mehr Eigelb für Zartheit

Viele Rezepte verwenden ganze Eier. Aber Vanillekipferl-Verfechter wissen: Nur das Eigelb macht den Unterschied. Es bindet den Teig, ohne ihn zäh zu machen, und sorgt dafür, dass die Plätzchen später auf der Zunge zergehen, fast wie das teuerste Konfekt aus der Wiener Hofzuckerbäckerei.

Hier sind die Zutaten, die Sie wahrscheinlich schon in Ihrer Speisekammer haben:

  • 350 g Mehl (am besten glattes Mehl aus dem Supermarkt um die Ecke)
  • 250 g weiche Butter in Stücken
  • 5 Eigelb (Achten Sie darauf, dass kein Eiweiß dabei ist!)
  • 150 g Zucker (oder 130 g, wenn Sie Vanillezucker verwenden)
  • 2 Vanilleschoten, deren Mark Sie auskratzen

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  • 100 g Puderzucker zum Bestäuben

Pro-Tipp: Wenn Sie gerade keine frische Vanille zur Hand haben – ein hochwertiger Vanillezucker macht es auch, aber reduzieren Sie dann die Zuckermenge, um es nicht zu süß zu machen. Ein richtiger Österreicher schätzt die Balance!

Schritt-für-Schritt zum himmlischen Genuss: So vermeiden Sie Backstress

Der wichtigste Unterschied zu anderen Plätzchen ist die Geschwindigkeit und die Art der Formgebung. Keine mühsamen Ausstechformen oder das filigrane Biegen der Kipferl.

Phase 1: Der schnelle Teig

Heizen Sie den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vor (Umluft 160 °C). Dies ist die perfekte Temperatur für eine gleichmäßige, leichte Bräunung.

Mischen Sie nun Mehl, weiche Butter, Zucker und die 5 Eigelbe in einer großen Schüssel. Verwenden Sie einen Handmixer mit Knethaken. In meiner Praxis habe ich festgestellt, dass der Teig nur kurz geknetet werden muss, bis er gerade zusammenhält. Überkneten Sie ihn nicht, sonst wird er hart.

Fügen Sie das Vanillemark hinzu und kneten Sie es gleichmäßig ein.

Phase 2: Die Magie der Wurstform

Jetzt kommt der Trick, der Ihnen mindestens eine Stunde Zeit erspart. Teilen Sie den Teig in faustgroße Portionen. Rollen Sie jede Portion zu einer langen Rolle mit einem Durchmesser von etwa 2 bis 3 cm. Sie benötigen keine Kühlzeit! Das ist die geniale Zeitersparnis.

Warum österreichische Bäcker das Eigelb in Plätzchen geben, statt Vanillekipferl zu rollen - image 2

Schneiden Sie diese Rolle mit einem scharfen Messer in 2 cm dicke Scheiben. Das war’s schon mit der Formgebung.

Phase 3: Backen und die goldene Regel der Eile

Belegen Sie ein Backblech mit Backpapier. Legen Sie die Scheiben mit ausreichend Abstand darauf aus. Da diese Plätzchen kaum in die Breite gehen, benötigen sie nicht viel Platz. Denken Sie daran: Für diese Menge benötigen Sie mindestens zwei Bleche.

Backen Sie die Traumstücke für genau 15 Minuten. Sie sollten nur leicht goldgelb sein, nicht braun. Nehmen Sie sie sofort aus dem Ofen.

Der ultimative Lifehack: Versäumen Sie es nicht, ein oder zwei dieser Plätzchen noch lauwarm zu probieren. Die Textur ist dann am zartesten. Traditionell lässt man sie abkühlen, bestäubt sie erst dann großzügig mit Puderzucker – und serviert sie.

Nie wieder Langeweile: So pimpen Sie die Traumstücke für das österreichische Publikum

Das Schöne an diesem einfachen Grundrezept ist: Es ist leicht abzuwandeln und bietet Raum für regionale Aromen. Ich habe diese beiden Varianten getestet und sie kommen bei meinen Gästen immer gut an:

  • Zitrus-Kick (ideal gegen Wintermüdigkeit): Reiben Sie die Schale einer Bio-Zitrone oder Orange ab. Achten Sie darauf, nur das Gelbe/Orange zu erwischen, denn das Weiße macht den Teig bitter. Ein Teelöffel Schale bringt eine herrliche Frische, die perfekt zu einem Schwarztee passt.
  • Marzipan-Verführung (für Liebhaber des Süßen): Geben Sie ein bis zwei Tropfen reines Mandelaroma in den Teig. Es rundet den Vanillegeschmack ab und erinnert an die feinen Marzipankartoffeln, die in der Weihnachtszeit in jeder Konditorei in Salzburg zu finden sind.

Vergessen Sie den Stress mit zerbröselnden Vanillekipferln. Diese Traumstücke sind der Beweis, dass schnelle Zubereitung und himmlischer Geschmack kein Widerspruch sein müssen. Probieren Sie es aus, und ich garantiere Ihnen, sie werden zu Ihrem neuen Weihnachtsfavoriten.

Und jetzt zu Ihnen: Was ist Ihr größter Trick, um Vanillekipferl vor dem Zerbrechen zu bewahren? Oder haben Sie auch schon ein „einfacheres“ Lieblingsplätzchen?

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