Geschenkpapier: Warum fast alle Österreicher es falsch entsorgen (und es dem Recycling wehtut)

Geschenkpapier: Warum fast alle Österreicher es falsch entsorgen (und es dem Recycling wehtut)

Hand aufs Herz: Nach dem Auspack-Chaos an Weihnachten landet das meiste Zeug schnell im nächstbesten Mülleimer, oder? Bunte Papiere, Folien, Schleifen – alles weg. Ich habe kürzlich bemerkt, dass selbst Leute, die auf alles Grüne achten, bei den Feiertagsresten komplett falsche Entscheidungen treffen. Das Problem ist: Was wie Papier aussieht, ist es oft nicht. Und wenn Sie Ihre Lichterkette und das Gänsefett in die falsche Tonne werfen, schaden Sie dem Recyclingprozess massiv.

Deshalb ist dieser Leitfaden gerade jetzt wichtig. Wir zeigen Ihnen, welche drei typischen Weihnachts-Fallen Österreicher immer wieder übersehen und wie Sie den Müll richtig trennen, ohne dass Ihnen die MA 48 (in Wien) Ärger macht.

Die tückische Wahrheit über Geschenkpapier: Darum gehört es oft nicht ins Altpapier

Logisch, man sieht „Papier“ und denkt an die Blaue Tonne. Wie ich in meiner Recherche festgestellt habe, ist das aber bei modernem Geschenkpapier eine gefährliche Vereinfachung. Viele der heutigen Dekorationspapiere sind keine reinen Papiere mehr, sondern wahre Recycling-Blockierer.

Was macht das Papier zum Restmüll? Es geht um die Beschichtung und die Extras. Die Wiederverwertungsanlagen in Österreich sind darauf ausgelegt, reine Cellulose zu verarbeiten. Alles, was glänzt, schimmert oder klebt, ist ein Störfaktor, der im schlimmsten Fall ganze Charge unbrauchbar macht.

Wann Ihr Geschenkpapier IMMER in den Restmüll muss:

  • Wenn es metallisch schimmert oder stark glänzt. Das ist ein Indikator für Glanz- oder Lackpapier, das mit Kunststoffen oder Metallpartikeln beschichtet ist.
  • Wenn es schwer zu zerreißen ist. Versuchen Sie, ein Stück abzureißen. Wenn es widerstandsfähig ist wie Frischhaltefolie, enthält es zu viel Kunststoff.
  • Wenn es Glitzer, Aufkleber oder große Mengen Klebeband enthält. Trennen Sie Klebeband nur bei großen Papiermengen ab.

Die praktische Faustregel: Nur schlicht bedrucktes, mattes Papier ohne Beschichtung darf in die Altpapiertonne. Geschenkfolie und Schleifen gehören übrigens in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack!

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Zwei Recycling-Fehler, die fast jeder nach dem Fest begeht

Neben dem Verpackungspapier fallen uns an den Feiertagen oft Dinge in die Hand, die wir das restliche Jahr kaum entsorgen müssen. Hier habe ich in meiner Praxis gesehen, dass die Verwirrung besonders groß ist:

1. Zerbrochene Dekoration und Gläser

Die Christbaumkugel ist beim Abräumen auf den Boden gefallen, das Sektglas hat den Silvesterabend nicht überlebt. Viele greifen instinktiv zum Altglascontainer. Aber Vorsicht: Das ist ein schwerer Fehler!

Der Altglascontainer ist nur für Verpackungsglas gedacht – wie Flaschen oder Marmeladengläser, die Lebensmittel enthielten. Christbaumkugeln, Porzellan, Spiegel oder Trinkgläser haben eine andere chemische Zusammensetzung (oft mit niedrigem Schmelzpunkt) und gehören daher in den Restmüll. Werfen Sie diese bitte vorsichtig verpackt weg, um Verletzungen zu vermeiden.

2. Alte Lichterketten und Batterien

Die alte Lichterkette flackert und muss ersetzt werden. Wohin damit? Viele werfen sie einfach in den Restmüll. Aber Lichterketten sind Elektroschrott (E-Schrott)! Sie enthalten wertvolle Rohstoffe und potenziell Schadstoffe. Sie gehören:

  • Zum Mistplatz (oder Recyclinghof) Ihrer Gemeinde.
  • Oder zurück zum Handel (Elektrofachmärkte müssen alte Geräte zurücknehmen).

Wichtig: Leere Batterien oder Akkus dürfen niemals im Restmüll landen, da sie Schwermetalle enthalten. Sammelboxen dafür finden Sie in jedem österreichischen Supermarkt, Drogerie oder Elektrogeschäft.

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Der ultimative Lifehack: So vermeiden Sie verstopfte Rohre durch Gänsefett

Der Gänsebraten oder der Fondue-Abend hinterlässt oft eine beträchtliche Menge an Bratfetten oder Öl. Der Gedanke, das Fett schnell den Abfluss hinunterzuschütten, mag verlockend sein, aber ich kann Ihnen versichern, dass das auf Dauer Ihre Rohre verstopft und teure Reparaturen nach sich zieht – besonders in Altbauwohnungen in Wien.

Das kalte Fett verhärtet sich im Rohr und bildet einen festen Propfen. Es gibt aber eine einfache, saubere und umweltfreundliche Lösung:

Die „Flaschen-Methode“:

  1. Lassen Sie das flüssige Fett in einem Gefäß abkühlen, bis es wieder fest oder zäh ist.
  2. Schaben Sie das Fett mit einem Löffel in eine leere, gut verschließbare Plastikflasche (z. B. eine alte Speiseölflasche).
  3. Verschließen Sie die Flasche.
  4. Die Flasche kommt dann fest verschlossen in den Restmüll.

Optional können Sie kleinere Mengen auch mit viel Küchenrolle aufsaugen und so verpackt im Restmüll entsorgen. Aber denken Sie daran: Fette und Öle aus der Küche gehören in Österreich nie in den Abfluss!

Wenn wir alle bei diesen drei Dingen genauer hinschauen – Geschenkpapier, Dekoration und Fett – reduzieren wir die Belastung für unsere Recyclinganlagen und schonen unsere Umwelt. Es sind die kleinen Entscheidungen nach dem Fest, die einen großen Unterschied machen.

Und jetzt die Frage an Sie: Was ist der seltsamste Weihnachts-Gegenstand, den Sie bisher entsorgen mussten? Lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen!

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