Wir lieben üppiges Grün, besonders in der Stadt. Doch während wir uns auf den jährlichen Winterschutz unserer geliebten Pflanzen konzentrieren, lauert oft eine viel größere Gefahr direkt unter unseren Füßen. Mir ist in meiner Praxis aufgefallen, dass viele Hausbesitzer die fatale Kombination aus dekorativen Bäumen und winterlichen Temperaturen völlig unterschätzen. Lesen Sie jetzt, welche Pflanzen Ihre Fundamente heimlich untergraben und wie Sie Ihr Zuhause in Österreich noch diesen Winter schützen.
Warum beliebte Zierpflanzen zum Feind Ihres Hauses werden
Unter der scheinbar ruhigen Oberfläche vieler Gärten tobt ein stiller Krieg. Dekorative Baumwurzeln dehnen sich ständig auf der Suche nach Nährstoffen und Wasser aus. Das ist natürlich, aber es birgt eine Schattenseite, die kaum jemand auf dem Schirm hat: Diese Wurzeln können zu unsichtbaren Angreifern Ihrer Bausubstanz werden.
Die Hauptverdächtigen: Feige, Pappel und der unaufhaltsame Bambus
Einige Pflanzen, die wir wegen ihres schönen Laubs oder schnellen Wachstums lieben, sind die größten Übeltäter. Der Bambus (ein Champion der Ausbreitung), der Feigenbaum (mit seinen tentakelartigen Wurzeln) und die Pappel (bekannt für ihre unterirdische Kraft) sind die schlimmsten Gegner für Bauwerke.
Ihr gemeinsamer Nenner? Wurzeln, die mehrere Meter weit wandern können, um Wärme und Feuchtigkeit zu finden. Sie durchqueren Rasenflächen, Beete – und schlimmer noch: Sie dringen unter Platten oder tragende Wände ein.
- Bambus: Die Rhizome sind extrem stark und finden oft selbst durch Beton Risse.
- Feigen: Die Wurzeln suchen aggressiv Wassertröge oder Rohre auf – und können Fundamente destabilisieren.
- Pappeln: Sie sind bekannt dafür, riesige Wurzelsysteme zu entwickeln, welche die Bodenstruktur großflächig verändern.
Das Winter-Paradoxon: So lockt Ihr Haus die Wurzeln buchstäblich an
Entgegen der landläufigen Meinung stoppt der Winter das Wurzelwachstum nicht vollständig. Während der Großteil des Gartens ruht, profitieren einige Arten von der relativen Wärme des Bodens direkt unter den Häusern, um ihre Expansion fortzusetzen. In Österreich, wo der Boden im Winter stark friert, ist dieser Effekt besonders ausgeprägt.
Genau diese Suche nach milderen Mikroklimata, geschützt vor dem Frost, macht die Wurzeln zu einer Bedrohung. Die Wärmeabgabe des Hauses hält den Boden in unmittelbarer Nähe oft weicher und feuchter als im Rest des Gartens. Das Haus wird zum Hotspot für die Wurzeln.

Risse und Einbrüche: So erkennen Sie das Problem frühzeitig
Wenn es an der Oberfläche friert, finden unterirdisch Bewegungen statt. Die Folge: unerwartete Risse und Feuchtigkeitseintritt, die oft erst im Frühjahr sichtbar werden, wenn der Schaden bereits groß ist.
Die Wurzeln suchen Wärme, und da der Boden nahe am Haus wärmer bleibt, drängen sie dorthin, wo sie Wasser und Schutz finden. Mit der Zeit unterwandern sie die Fundamente und destabilisieren die Struktur, bis die ersten feinen Linien sichtbar werden.
Achten Sie in der kalten Jahreszeit auf diese Signale:
- Feine Risse an der Fassade oder in den Kellerräumen.
- Lokale Setzungen von Platten oder Wegen in Gartennähe.
- Plötzliches Auftreten von Feuchtigkeit an Kellerwänden im Winter.
Der Lifehack der Landschaftsarchitekten: Was Sie sofort tun können
Ein Impulskauf einer schönen Pflanze kann dazu führen, dass Ihr Gebäude in Gefahr gerät, wenn die Pflanzung nicht sorgfältig durchdacht ist. Die Fehler von Anfängern kommen oft teuer zu stehen.
Die erste Falle ist der unzureichende Abstand zwischen Baum und tragender Wand. Steht ein Bambus nur zwei Meter vom Haus entfernt statt der empfohlenen sieben bis zehn Meter? Dann werden die Wurzeln jede verfügbare Lücke erkunden.
Die einfache Lösung: Die Wurzelsperre.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Prävention
Wenn Sie bereits Bäume mit aggressivem Wurzelwachstum (wie Feigen oder schnell wachsende Nadelbäume) zu nahe am Haus haben, ist Handeln angesagt. Bevor Sie im Frühjahr große Bauarbeiten starten müssen, können diese Methoden helfen:
1. Die richtige Pflanzdistanz einhalten: Pflanzen Sie Bäume mit aggressiven Wurzeln wie Pappeln, Weiden oder Eichen nicht näher als 10–15 Meter an Fundamente. Für kleinere Gewächse wie den Feigenbaum sollten es mindestens 5 Meter sein.
2. Wurzelsperren installieren: Dieses Hilfsmittel ist in jedem gut sortierten Gartencenter in Österreich erhältlich. Es handelt sich um eine dicke Kunststoff- oder Betonfolie, die senkrecht in den Boden eingebracht wird.
- Graben Sie rund um die Pflanze, deren Wurzeln zur Gefahr werden könnten (im Idealfall mindestens 60–80 cm tief, oft auch tiefer bei Großbäumen).
- Installieren Sie die Wurzelsperre zwischen der Pflanze und Ihrem Haus. Die Sperre muss einige Zentimeter über den Boden ragen, damit die Wurzeln nicht einfach darüber wachsen.
- Achtung: Bei Bambus ist eine durchgehende Rhizomsperre von mindestens 70 cm Tiefe zwingend erforderlich, sonst ist der Ärger vorprogrammiert.
3. Rückschnitt und Pflege: Ein gezielter Rückschnitt der Krone im Winter kann das Wurzelwachstum limitieren, da die Pflanze weniger Blattmasse versorgen muss. Dies ist eine einfache, aber oft übersehene Maßnahme.
Fazit: Wachsamkeit zahlt sich aus
Auch wenn uns der Winter Gemütlichkeit und festliche Stimmung bringt, ruhen die Wurzeln nicht. Vorsorge ist der Schlüssel, um ohne böse Überraschungen durch den Winter zu kommen.
Die häufigsten und teuersten Fehler passieren, wenn wir die Ausbreitung von Bambus-, Feigen- oder Pappelwurzeln ignorieren. Mit einfachen Schritten wie dem Einhalten von Pflanzabständen und dem Einsatz von Wurzelsperren können Sie einen schönen Garten genießen und gleichzeitig sicherstellen, dass Ihr Haus gesund bleibt.
Haben Sie in Ihrem Garten Pflanzen, von denen Sie jetzt wissen, dass sie zu nah am Fundament stehen? Was haben Sie getan, um dieses Problem zu lösen?

