Die Festtage stehen vor der Tür, und mit ihnen der Duft von Gänsebraten und Knödeln. Für viele Österreicher gehört dazu ganz selbstverständlich auch eine Portion Blaukraut. Aber ich habe in meiner Recherche etwas Beunruhigendes festgestellt: Nicht alles, was Sie im Supermarktregal finden, ist bedenkenlos genießbar. Sie müssen diesen Artikel jetzt lesen, bevor Sie das Blaukraut für Ihr Festmenü kaufen.
Der Insider-Blick: Darum ist abgepacktes Apfelrotkraut so heikel
Rotkohl—oder Blaukraut, wie wir in Österreich sagen—gilt als gesund. Reich an Vitaminen, perfekt als Beilage. Aber die Convenience-Produkte aus dem Glas oder Beutel, die uns Zeit sparen sollen, bergen Risiken, die vielen entgehen. Ökotest hat 20 Marken unter die Lupe genommen (auch die Bio-Varianten!) und das Ergebnis ist ernüchternd.
Ich habe bemerkt, dass die meisten Verbraucher nur auf den Preis schauen. Aber die wirklichen Probleme liegen tiefer, nämlich bei den Inhaltsstoffen. Im Fokus standen Pestizide und Schadstoffe, die man in einem traditionellen Beilagenprodukt nicht erwarten würde.
Die versteckten Rückstände, die keiner will
Kein einziges konventionelles Blaukrautprodukt konnte die Bestnote „sehr gut“ erreichen. Das ist schon ein Weckruf. Doch noch schlimmer: Bei zwei Marken fielen die Testergebnisse mit „mangelhaft“ und sogar „ungenügend“ komplett durch. Warum?
In diesen und sechs weiteren Produkten wurden Pestizidrückstände gefunden. Darunter Abbauprodukte von Chemikalien, die uns als Experten besonders alarmieren:

- Captan: Dieses Abbauprodukt wird als „vermutlich krebserregend“ eingestuft.
- Spirotetramat: Es steht im Verdacht, möglicherweise die Fortpflanzungsfähigkeit zu beeinträchtigen.
Auch wenn die gefundenen Mengen kurzfristig nicht lebensbedrohlich sind, sehe ich das kritisch. Wenn Sie Ihren Festtagstisch decken, wollen Sie keine unnötigen Rückstände auf dem Teller haben. Betroffen sind vor allem diese Marken:
- K-Classic Delikatess Apfelrotkohl – Note mangelhaft
- Hainich ApfelRotkohl – Note ungenügend
Der Dreifach-Fehler: Zucker, Salz und zu wenig Apfel
Neben dem Pestizid-Problem gab es noch zwei weitere Schwachstellen, die überraschen können, wenn man bedenkt, wie sehr wir in Österreich auf frische und gesunde Küche Wert legen. Es geht um unnötige Zusatzstoffe.
Erstens: Der Salzgehalt. Fünf Produkte überschritten die Schwelle von 1,1 Gramm Salz pro 100 Gramm. Das summiert sich schnell, besonders wenn man andere salzreiche Komponenten des Festessens bedenkt.
Zweitens: Die Zuckerfalle. Viele Hersteller süßen das Blaukraut stark nach. Zwei Produkte überschritten den Zuckerhöchstwert der WHO um satte 50 Prozent. Das Blaukraut, das eine gesunde Beilage sein sollte, wird so zur versteckten Kalorienbombe.
Drittens: Die Mogelpackung, die keiner bemerkt. Wenn „Apfelrotkohl“ draufsteht, erwarten Sie genug Apfel, oder? Zwei Produkte kassierten Abzüge, weil der tatsächliche Apfelanteil unter zehn Prozent lag. Das ist irreführend und spart den Herstellern Kosten, geht aber zulasten des Geschmacks und der Qualität.

Der einfache Lifehack: Was Sie beim Einkauf beachten müssen
Und jetzt zum positiven Teil: Wie wähle ich garantiert das richtige Blaukraut für mein Festessen aus, ohne selbst lange zu kochen? Hier kommt die klare Empfehlung von Ökotest, die ich in meiner Praxis immer wieder bestätige:
Kaufen Sie Bio!
Im Gegensatz zu den konventionellen Varianten schnitten die Bio-Produkte im Test hervorragend ab. Alle getesteten Bio-Blaukrautvarianten erhielten die Bewertung „sehr gut“ und sind bedenkenlos genießbar. Sie vermeiden damit die kritischen Pestizide und oft auch überhöhten Zucker- und Salzgehalt.
Die Checkliste für den österreichischen Supermarkt:
- Suchen Sie gezielt nach dem Bio-Siegel. Viele österreichische Händler (wie Billa, Spar) bieten ausgezeichnete Eigenmarken.
- Drehen Sie das Glas um: Überprüfen Sie den Zuckergehalt (sollte idealerweise unter 6 Gramm pro 100 Gramm liegen).
- Vermeiden Sie die durchgefallenen Marken K-Classic und Hainich.
Am Ende des Tages sollte das Festessen Freude bereiten – und keine versteckten Sorgen. Bio-Blaukraut bietet die einfache Lösung, um Tradition und Gesundheit zu vereinen. Ich habe bemerkt, dass es oft nur ein paar Cent mehr kostet, aber die Sorgenfreiheit ist es absolut wert.
Und jetzt die Frage an Sie: Kochen Sie Ihr Blaukraut traditionell selbst, oder greifen Sie aus Zeitgründen zum Glas?

