Sie haben das Gefühl, dass Ihnen niemand etwas schenkt, besonders nicht der Staat? Das deutsche Rentensystem basiert auf einem simplen, fast brutalen Prinzip: Wer nicht einzahlt, bekommt nichts zurück. Tausende Österreicher glauben, dass sie ohne eine einzige Anstellung im Lebenslauf keine Chance auf eine staatliche Absicherung haben. Aber das stimmt so nicht.
Ich habe in meiner Praxis bemerkt, dass viele Haushalte von einer lukrativen Ausnahme keine Ahnung haben. Es geht um eine spezielle Gruppe von Menschen, die Rentenansprüche geltend machen kann, obwohl sie nie einen Fuß in ein Büro gesetzt hat. Warum das für Ihre Altersvorsorge jetzt wichtig ist und wie Sie diesen Anspruch nutzen, erfahren Sie hier.
Der Insider-Trick: So zählt Kindererziehung als harte Arbeit
Traditionell erhalten Sie Rentenpunkte nur, wenn Sie Beiträge zahlen. Das teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer hälftig. Aber es gibt sogenannte „Ersatzzeiten“, die angerechnet werden. Die wichtigste und oft übersehene ist die Kindererziehungszeit.
Viele Eltern, insbesondere Mütter, unterschätzen den finanziellen Wert dieser Zeit. Der Staat sieht die Erziehung des Nachwuchses als einen Beitrag zur Gesellschaft und honoriert ihn, als hätten Sie in dieser Zeit gearbeitet.
- Für jedes Kind werden Ihnen bis zu drei Jahre Erziehungszeit angerechnet.
- Ein Jahr Kindererziehung entspricht aktuell ungefähr einem Entgeltpunkt.
- Ein Entgeltpunkt bedeutet in Österreich derzeit einen monatlichen Rentenanspruch von rund 40 bis 45 Euro (je nach Hochrechnung).
- Dieser Mechanismus funktioniert auch, wenn Sie keine Berufstätigkeit nachweisen können.
Ich habe mich tief in die Materie eingegraben: Maximal können Sie pro Kind drei Jahre geltend machen. Aber Vorsicht: Die ausschließlich durch Kindererziehung erworbene Rente bleibt oft niedrig.

451 Euro Rente – Die bittere Realität der Kindererziehung
Ja, Sie bekommen Rente ohne Job, aber springen Sie nicht vor Freude. Selbst bei vier Kindern, die Sie großgezogen haben, können die maximal erreichbaren Ansprüche bei derzeit etwa 451 Euro liegen. Das ist ein wichtiger Puffer, aber es ist weit davon entfernt, ein sorgenfreies Leben zu garantieren.
Warum das wichtig ist: Dieser Betrag liegt deutlich unter der Grundsicherung im Alter. Trotzdem ist jeder Euro an eigener Rente wichtig, weil er Ihre Abhängigkeit von staatlichen Sozialleistungen reduziert.
Das eigentliche Sicherheitsnetz für diejenigen, deren Rente nicht ausreicht oder gar nicht existiert, ist die Grundsicherung.
Wann die Grundsicherung greift (und wie hoch sie ist)
Sie haben das Rentenalter erreicht, können aber Ihren Lebensunterhalt nicht decken? Dann kommt die Grundsicherung ins Spiel. Das ist das Auffangnetz, das verhindern soll, dass jemand in Altersarmut fällt. Viele verwechseln diese Leistung mit der Rente, aber es ist Sozialleistung – kein Anspruch aus Beitragszahlung.
So funktioniert das System:
- Die Grundsicherung steht Personen zu, die das Rentenalter erreicht haben.
- Der Regelsatz für Alleinstehende liegt in Österreich (Stand 2024/2025) bei etwa 1.200 Euro monatlich (Mindestsicherung, die an lokale Gegebenheiten angepasst wird).
- Zusätzlich werden Kosten für Miete, Heizung und Krankenversicherung übernommen.
- Die Höhe hängt stark von Ihrem eigenen Einkommen und Vermögen (auch das des Partners) ab.
Ein praktischer Tipp: Auch wenn Sie nur minimale Ansprüche durch Kindererziehung erworben haben, beantragen Sie diese! Sie verbessern damit Ihre Ausgangslage für jede weitere staatliche Unterstützung.

Der Blick über die Grenze: Was Österreich von den Niederlanden lernen könnte
Als jemand, der täglich Rentensysteme analysiert, sehe ich klare Unterschiede zu unseren Nachbarn. Während Deutschland und Österreich in erster Linie auf Beitragszahlungen setzen, gehen andere Länder einen radikal anderen Weg. Dies führt zu spannenden Diskussionen, die auch unsere Zukunft betreffen.
Ein Beispiel ist die Niederlande, die eine garantierte Grundrente bieten, unabhängig davon, wie viel Sie in Ihrem Leben verdient oder eingezahlt haben. Dieses „Cappuccino-Modell“ (ein Sockel plus eine aufbauende Säule) dient als Vorbild für Reformen. Es sorgt dafür, dass jeder Bürger automatisch eine Basis-Absicherung im Alter erhält.
Man könnte argumentieren, dass dies ungerecht gegenüber denen ist, die hart gearbeitet und viel eingezahlt haben. Auf der anderen Seite sorgt es für eine universelle Würde im Alter. Ich habe schon oft erlebt, wie Menschen, die sich um andere kümmerten – sei es in der Pflege oder Kindererziehung – am Ende durch das Raster fielen.
Finale: Ihr nächster Schritt
Auch wenn es nur 40, 50 oder 100 Euro monatlich sind: Ihre Kindererziehungszeiten sind bares Geld. Füllen Sie jetzt die Formulare aus, um diese Zeiten anrechnen zu lassen. Selbst wenn Sie glauben, dass es sich nicht lohnt, schafft es eine Basis.
Haben Sie Bekannte, die erst durch Kindererziehung einen Rentenanspruch aufgebaut haben? Was halten Sie von einem System wie in den Niederlanden, das jedem Bürger eine garantierte Grundrente zusichert?

