Warum BMW und Audi Sie ab sofort für die Sitzheizung zur Kasse bitten

Warum BMW und Audi Sie ab sofort für die Sitzheizung zur Kasse bitten

Sie haben gerade 80.000 Euro für einen Premium-SUV ausgegeben und dann das: Nach drei Jahren meldet sich das Auto und sagt, Ihre Sitzheizung ist abgelaufen. Ich weiß, das klingt nach einem schlechten Scherz, aber es ist pure Realität. Deutsche Premiumhersteller verwandeln essentielle Fahrzeugfunktionen in teure Abonnements. Warum Sie diesen Artikel jetzt lesen müssen: Es geht um Ihr Geld, Ihre Nerven und die Zukunft des Autofahrens in Österreich – und warum die viel beschworene „Markentreue“ schneller zerbricht, als Ihnen lieb ist.

Der Schmerzpunkt: Premium-Auto gekauft, Basis-Funktion gemietet

Ich habe in den letzten Wochen viel zu diesem Thema recherchiert, und die Wut der Kunden ist real, sie kocht geradezu über. Ein Audi-Fahrer, der anonym bleiben wollte, brachte es auf den Punkt, als er seinen Ärger auf einer sozialen Plattform teilte: Er muss die Fernsteuerung seiner Standheizung in seinem „angeblichen Premiumfahrzeug“ teuer freischalten lassen – nach nur drei Jahren Besitz!

Das ist die Crux mit den „Functions-on-Demand“-Modellen. Sie kaufen ein Auto, in dem die Hardware für die Sitzheizung, den Fernlichtassistenten oder die Lenkradheizung bereits verbaut ist. Aber um sie nutzen zu können, müssen Sie einen monatlichen oder jährlichen Obolus entrichten. Wie eine Zwangsmitgliedschaft für etwas, das Sie bereits bezahlt haben.

„Fehlt nur noch, dass ich für die Nutzung der Fenster zahlen muss“

Die Kreativität der Nutzer, diesen Wahnsinn auf die Schippe zu nehmen, ist großartig, aber die Ironie ist bitter. Viele Kommentare in den Foren Österreichs und Deutschlands spiegeln die Hilflosigkeit wider:

  • „Ihre Lizenz für den Bremskraftverstärker ist leider abgelaufen…“
  • „Nächste Woche läuft dann das Abo der Servolenkung ab.“
  • Ein Nutzer witzelte: „Bei Audi und BMW fehlt nur noch, dass ich für die Nutzung der Fenster im Auto zahlen muss. Immer 2 Cent für hoch und runter.“ Ein teures Auto wird so zum rollenden Abo-Modell.

In meiner Praxis beobachte ich, dass genau diese Art der Auspressung die traditionelle Markentreue zerstört. Viele, die seit Jahrzehnten einen Audi oder BMW neu gekauft haben, ziehen jetzt die Reißleine. Sie fühlen sich als Zitronen, die ausgepresst werden sollen.

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Der Hersteller-Mythos: Warum Sie angeblich zahlen müssen

Stellen wir uns nicht dumm. Natürlich ist der Betrieb digitaler Dienste teuer. Die Hersteller argumentieren, dass Server gewartet, Software entwickelt und Systemadministratoren bezahlt werden müssen. Und ja, das stimmt. Aber es gibt einen entscheidenden Unterschied, den viele übersehen.

Wenn ich Netflix abonniere, bekomme ich Tausende Filme, die ständig aktualisiert werden. Wenn ich für die verlängerte Nutzung meiner Sitzheizung bezahle, bekomme ich… meine Sitzheizung. Die Hardware ist da, die Funktion ist statisch. Es ist ein digitaler Riegel, der vorschiebt wird, um kontinuierliche Einnahmen zu generieren.

Manche Autohersteller haben diese Strategie jedoch bereits wieder kassiert – zumindest teilweise. Die öffentliche Empörung war so groß, dass etwa BMW zumindest in den USA die Abo-Modelle für Sitz- und Lenkradheizung wieder abgeschafft hat. Das zeigt: Der Protest wirkt, wenn er laut genug ist!

Wirklich ein Luxusproblem? Die veränderte Wahrnehmung

Von außen betrachtet mag es lächerlich klingen: Wer sich einen 100.000-Euro-Wagen leisten kann, soll sich nicht über 100 Euro für die Standheizung beschweren. Aber hier geht es um das Prinzip, nicht um die Summe. Es ist, als würden Sie für den Liter Benzin bezahlen und dann noch einmal für die Nutzung des Tankdeckels.

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Viele Premium-Kunden fühlen sich betrogen. Sie geben viel Geld für ein „Komplettpaket“ aus und entdecken dann erst die versteckten monatlichen Gebühren. Das hat nichts mit Service zu tun; es fühlt sich nach Gängelung an.

Ihre Strategie gegen die Abo-Abzocke: Der Smart-Click-Tipp

Wie entkommen Sie diesem Wahnsinn? Ich habe festgestellt, dass viele Autobesitzer in Österreich und Deutschland bereits einen Umweg gehen, der die Abo-Funktionen effektiv umgeht – dank Smartphone-Integration.

Die praktische Notlösung (bis der Hersteller einlenkt):

  • Gerade bei Infotainment-Diensten greifen Sie auf Apple CarPlay oder Android Auto zurück, wenn die Hersteller-Dienste ablaufen. Die Navigationsdienste Ihres Handys sind ohnehin meist aktueller und besser.
  • Ziehen Sie beim Neuwagenkauf die Option Functions-on-Demand nicht in Betracht. Kaufen Sie Funktionen, die Sie wirklich brauchen, direkt mit dem Auto. Das ist oft unterm Strich günstiger.
  • Beim Gebrauchtwagenkauf: Prüfen Sie genau, welche Funktionen nach Ablauf der ersten 3–5 Jahre „verloren“ gehen und welche Kosten dafür anfallen. Rechnen Sie diese Kosten in den Kaufpreis ein.
  • Setzen Sie auf ältere Modelle: Viele BMW- und Audi-Fahrer erklären, sie würden ihren 10+ Jahre alten Wagen fahren, bis er „auseinanderfällt“, weil sie der digitalen Gängelung der Neuwagen entkommen wollen.

Wenn Sie in Österreich sind und merken, dass solche Praktiken Überhand nehmen, ist es auch wichtig, dass die Konsumentenschutzorganisationen darüber informiert werden. Denn die chinesischen oder US-amerikanischen Konkurrenten schlafen nicht. Wenn die deutschen Premiumhersteller so weitermachen, werden sie sich bald selbst abgeschafft haben, glauben Sie mir.

Was denken Sie? Würden Sie für eine Funktion, die Sie bereits bezahlt haben, ein Abo abschließen? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen in die Kommentare!

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