Trotz 57.000 Euro: So gewann dieser Berliner vor Gericht und bekam Wohngeld

Trotz 57.000 Euro: So gewann dieser Berliner vor Gericht und bekam Wohngeld

Haben Sie auch schon einmal gehört, dass man mit etwas Erspartem auf dem Konto automatisch keine Sozialleistungen mehr bekommt? Ich kann sagen: Das stimmt so nicht mehr.

Ein Fall aus Berlin rüttelt gerade das gesamte System auf. Ein Mann mit einem überraschend hohen Vermögen von 57.000 Euro wurde abgewiesen, zog aber vor Gericht – und gewann! Dieses wegweisende Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg ändert die Spielregeln beim Wohngeld grundlegend. Als Österreicher, der vielleicht ähnliche Hürden befürchtet, sollten Sie genau wissen, was dieser Präzedenzfall für Sie bedeutet.

Die heimliche Falle beim Wohngeld: Was die Ämter zuerst übersahen

Stellen Sie sich vor, Sie beantragen in Wien oder Salzburg Wohngeld, um Ihre steigenden Mieten abzufedern. Sie legen offen, dass Sie etwas gespart haben – nicht viel, aber eben genug für Notfälle. Und dann kommt die Ablehnung, weil Sie angeblich zu reich sind.

Genau das passierte unserem Protagonisten in Berlin. Als er 2023 Wohngeld beantragte, sah die zuständige Behörde nur eine Zahl: 57.500 Euro auf dem Konto. Nach der damaligen Bürgergeld-Logik, die auch für Wohngeld angewandt wurde, lag die starre Grenze bei 40.000 Euro. Antrag abgelehnt! Man ging davon aus, das so genannte „erhebliche Vermögen“ sei einfach zu hoch. Das örtliche Verwaltungsgericht bestätigte diese harte Linie zunächst.

Viele von uns würden an dieser Stelle wohl aufgeben. Wer will sich schon jahrelang mit dem Amt herumschlagen? Aber er ging in die Berufung. Und das war der goldene Schachzug.

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Der Insider-Blick: Warum 57.500 Euro nicht automatisch „reich“ sind

Die Richterinnen und Richter am OVG setzten dem starren Behörden-Denken ein Ende. Sie machten klar: Eine automatische Ablehnung nur wegen einer bestimmten Summe auf dem Konto ist falsch. Das OVG berief sich auf eine ältere Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts.

Individuelle Prüfung statt starrer Grenze

Hier liegt der Knackpunkt, den viele übersehen:

  • Es kommt nicht auf die absolute Zahl an, sondern auf die Zumutbarkeit im Einzelfall.
  • Muss der Antragsteller sein Erspartes wirklich für die Deckung der Wohnkosten angreifen?
  • Das OVG bestätigte zwar einen Orientierungswert (in diesem Fall rund 61.000 Euro), betonte jedoch, dieser ersetze niemals die individuelle Prüfung der Umstände.
  • Die Bürgergeld-Gesetze ändern daran nichts. Das persönliche Schicksal zählt mehr als die Tabelle.

In meiner journalistischen Praxis beobachte ich oft, wie eine solche Hartnäckigkeit belohnt wird. Ein Amt muss immer im konkreten Einzelfall entscheiden, nicht nach Gießkannenprinzip. Wenn Sie also in Wien oder Graz mit Ihrer Vorsorge kämpfen, sollten Sie diese Argumentation im Hinterkopf behalten.

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Wann Sie heute tatsächlich Anspruch auf Wohngeld haben (Selbst wenn Sie sparen)

Dieses Urteil gibt uns allen eine wichtige Lektion mit: Egal, ob es um die Miete oder die eigenen vier Wände geht – Wohngeld (oder Wohnbeihilfe in Österreich) ist ein Zuschuss, der vielen zusteht, wenn das Einkommen knapp wird. Vermögen ist nur *ein* Faktor, aber nicht der einzige Ausschlaggeber.

Wer hat Anspruch? Die Zielgruppen sind breiter, als man denkt:

  • Arbeitnehmer, deren Gehalt knapp ist.
  • Pensionisten und Rentenbezieher mit geringen Bezügen.
  • Studierende, die keinen Anspruch auf BAföG (oder Studienbeihilfe) haben.
  • Bezieher von Arbeitslosengeld oder Kurzarbeitergeld.

Praktischer Tipp: Der Antrag ist immer bei der jeweiligen Kommune oder Gemeinde zu stellen. Wie viel Sie bekommen, hängt von Ihrem Einkommen, der Miete und der Haushaltsgröße ab. Rechnen Sie vorher mit einem Online-Rechner, um Überraschungen zu vermeiden. Viele Anträge werden bewilligt – meist für 12 Monate, danach muss neu beantragt werden.

Fazit: Unterschätzen Sie niemals Ihren Einzelfall

Die Geschichte des Berliners zeigt: Behördliche Ablehnungen können fehlerhaft sein, wenn sie nur auf starren Zahlen basieren und die individuelle Lebenssituation ignorieren. Bewahren Sie alle Unterlagen auf und scheuen Sie sich nicht, einen Bescheid anzufechten, wenn Sie wissen, dass Ihr Vermögen zwar vorhanden, aber realistischerweise nicht sofort für die Miete verfügbar ist.

Haben Sie selbst Erfahrungen mit der Beantragung von Sozialleistungen gemacht, die komplizierter waren als erwartet? Welche Summe auf dem Konto führte bei Ihnen zu Problemen? Teilen Sie Ihre Erfahrungen in den Kommentaren!

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