Ich bin sicher, Sie kennen das: Der Koffer ist gepackt, die Flüge gebucht, und Sie freuen sich auf die exotische Küche. Aber haben Sie jemals daran gedacht, dass Ihr harmloses Schlürfen in Japan als Kompliment gilt, während in Österreich laute Essgeräusche bestenfalls Stirnrunzeln hervorrufen?
Die bitteren Wahrheit: Als Österreicher stolpern wir im Ausland oft in Fettnäpfchen, ohne es zu merken. Ein scheinbar harmloses Wort oder eine Geste kann in einer anderen Kultur pure Beleidigung sein. Wer im Urlaub nicht sofort als unwissender Tourist erkannt werden will, muss diese Spielregeln kennen. Lesen Sie weiter, denn diese 10 kuriosen Regeln können den Unterschied zwischen einem unvergesslichen Urlaub und einem peinlichen Moment ausmachen.
Der Insider-Vibe: Warum Sie Ihren Scotch vor dem Essen vergessen sollten
Wenn wir in Österreich ein gutes Restaurant besuchen, bestellen wir oft einen kleinen Aperitif, um den Gaumen aufzuwecken. Vielleicht einen kräftigen Scotch oder einen kühlen Martini. Nun, in Frankreich ist genau das ein großes No-Go.
Die französische Gaumen-Falle
Franzosen sind kulinarische Perfektionisten. Die Regel ist einfach:
- Ein Scotch oder Martini wird als „Gaumenbetäuber“ angesehen.
- Diese Drinks mindern angeblich das exquisite Geschmackserlebnis des nachfolgenden Essens.
- Bestellen Sie sie erst nach dem Essen, wenn überhaupt.
Merken Sie sich: Bei unseren Nachbarn ist die Ehrfurcht vor dem Essen so groß, dass sie sogar den Aperitif danach ausrichten. Etwas, das wir im Wiener Gasthaus lockerer sehen, ist hier eine ernste Sache.
Das „I’m Stuffed“-Dilemma in Australien
Nach einem reichhaltigen Essen sagen wir gerne: „Ich bin pappsatt!“ oder „Mein Bauch platzt“. Wenn Sie in Australien sind, sollten Sie eine bestimmte Formulierung vermeiden – selbst wenn das Essen köstlich war.
Die doppelte Bedeutung, die Sie Geld kosten kann
Wenn Sie im australischen Outback oder in Sydney zu Ihrem Gastgeber sagen: „I’m stuffed“ (Ich bin voll/satt), achten Sie auf die Reaktion.
- Wortwörtlich bedeutet es: Ich bin satt.
- Die umgangssprachliche Bedeutung ist aber auch: Ich bin schwanger.
Stellen Sie sich vor, Sie bedanken sich beim Kochausflug und verkünden beiläufig Ihre angebliche Schwangerschaft! Nutzen Sie stattdessen sicherere Formulierungen wie „I’m very full“ oder „That was delicious“.

Manieren-Schock: Der unsichtbare Kodex des Essens
Wir alle kennen die Grundregeln: Nicht schmatzen, Messer und Gabel richtig halten. Aber einige Länder drehen diese Regeln komplett um, was für uns Mitteleuropäer verwirrend sein kann.
Japan: Schlürfen Sie laut, um sich zu bedanken
In Japan ist lautes Schlürfen beim Essen, besonders bei Nudeln (Ramen), nicht nur akzeptiert, sondern erwünscht.
- Es gilt als direktes Kompliment an den Koch.
- Es zeigt Genuss und Dankbarkeit.
- Wer leise isst, wirkt oft desinteressiert an der Speise.
Mexiko: Hände oder Beleidigung
Tacos sind wunderbar, aber unordentlich. Trotzdem sollten Sie in Mexiko niemals zu Messer und Gabel greifen, um sie zu essen. Das ist ein Affront.
- Tacos werden immer mit den Händen gegessen.
- Die Benutzung von Besteck impliziert, dass Sie nicht in der Lage sind, traditionelles Essen richtig zu genießen.
Italien: Parmesan ist nicht für alles da
In Österreich streuen wir Parmesan großzügig über fast alles, was mit Pasta zu tun hat. In Italien herrscht eine strengere Hierarchie.
- Geben Sie Parmesan nur auf Gerichte, zu denen er explizit angeboten wird.
- Niemals Parmesan auf Fisch oder Meeresfrüchte geben. Das gilt als schlimmer Fauxpas.
Der Style-Check: Vom Kaugummi bis zum Ärmel
Manchmal sind es die winzigen Details in unserem täglichen Verhalten, die im Ausland für Aufruhr sorgen.
Kolumbien: Die Jogginganzug-Falle
Wir lieben bequeme Turnschuhe und Jogginghosen. In Kolumbien aber wird großer Wert auf das Erscheinungsbild gelegt. Lässige Kleidung außerhalb des Sportplatzes signalisiert Respektlosigkeit oder mangelnden Stil.
- Tennisschuhe sind nur für den Tennisplatz.
- Joggingschuhe sind nur zum Joggen.
Luxemburg: Das Kaugummi-Verbot
Sogar fast in der EU-Nachbarschaft gibt es überraschende Verbote. Wer in Luxemburg unterwegs ist, sollte Kaugummi besser im Mund lassen, besonders im geschäftlichen oder formalen Umfeld. Es wird dort als extrem unhöflich empfunden.
Mongolei: Die Handgelenke bedecken
Beim Geschenke Überreichen oder Empfangen in der Mongolei sollten Ihre Ärmel immer unten sein.

- Offengelegte Handgelenke beim Erhalten eines Geschenks werden als Unhöflichkeit angesehen.
Der Überraschungs-Bonus: Pupsen ist erlaubt (manchmal)
Im Alpenraum versuchen wir, unangenehme Körpergeräusche diskret zu unterdrücken. Aber nicht überall herrscht diese Etikette.
Island: Der Rülpser des Genusses
Wenn Sie in Island das Essen wirklich genossen haben, scheuen Sie sich nicht, laut aufstoßen. Es ist nicht verpönt.
- Der Rülpser signalisiert dem Koch, dass die Mahlzeit hervorragend war.
Indonesien: Zeigen nur mit dem Daumen
In Indonesien gilt es als vulgär und unhöflich, mit dem Zeigefinger auf Personen zu zeigen. Nutzen Sie stattdessen den Daumen oder die gesamte offene Handfläche.
Der ultimative Reisetipp für Österreicher: Vorbereitung ist alles
Ich habe in meiner Praxis immer wieder festgestellt, dass die kleinen, unbemerkten kulturellen Unterschiede die größten Missverständnisse auslösen. Ein Buch über lokale Benimmregeln kostet weniger als ein unfreiwilliger diplomatischer Zwischenfall.
Der „Mini-Kurs“ vor der Abreise
Bevor Sie in den Flieger steigen, nehmen Sie sich 20 Minuten Zeit und suchen Sie nach folgenden lokalen Eigenheiten:
- Wie wird gegrüßt (Handshake, Umarmung, Verneigung)?
- Wie wird Trinkgeld gegeben (Bargeld, zur Rechnung, gar nicht)?
- Welche Hand gilt als unrein (oft die linke, besonders in Nahost)?
Wer auf Reisen geht, öffnet sich einer anderen Welt. Aber diese Welt spielt nach anderen Regeln. Kennen Sie diese Regeln, wird Ihre Reise nicht nur entspannter, sondern auch respektvoller.
Was war die kurioseste Benimmregel, die Sie auf Ihren Reisen erlebt haben? Nutzen Sie die Kommentarfunktion!
Quelle: Angelehnt an Analysen von Remitly zu weltweiten Reise-Etiketten.

